Oebisfelde/Rätzlingen l Trotz des herbstlichen Wetters und deraufkommenden Dunkelheit beteiligten sich am Freitagabend­ 55 Frauen, Männer und Kinder an der Fahrrad-Demo, zu der die Bürgerinitiative (BI), die für einen straßenbegleitenden Radweg entlang der Landesstraße (L) 24 kämpft. Einige waren schon um 17 Uhr in Etingen und dann in Rätzlingen gestartet.

Pünktlich um 18 Uhr ging es in Oebisfelde ohne große Worte los. Unterwegs schlossen sich dann weitere Teilnehmer an. „Es ist jedes Mal wieder beeindruckend, dass sich insbesondere ältere Menschen, denen das Radfahren nicht immer ganz leicht fällt, an der Demo beteiligen“, schilderte Jörg Lauenroth-Mago, Sprecher der BI. Die radelnden Senioren erklärten: „Wir haben ein gemeinsames Ziel. Spätestens unsere Enkel sollen gefahrlos auf einem schön ausgebauten Radweg entlang der Landesstraße 24 von Wegenstedt, über Etingen, Kathendorf, Bösdorf, Rätzlingen nach Oebisfelde gelangen können.“

Gefährliches Radfahren

„Gegen halb Sieben, als die Gruppe gerade Bösdorf durchquert hatte und es dunkel wurde, spürte jeder Teilnehmer, wie gefährlich das Radfahren auch mit einem gut beleuchteten Zweirad ohne Radweg ist. Die Autos und Lkw überholten,. Wir sind uns nicht sicher, ob die Tour auch ohne Polizeischutz so gut verlaufen wäre“, schilderte Lauenroth-Mago.

Pünktlich um 18.45 Uhr traf die Gruppe auf dem Bauernhof der Familie Lauenroth-Mago in Rätzlingen ein. Rätzlingens Ortsbürgermeister Udo Müller (CDU) berichtete von der letzten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses der Einheitsgemeinde, der sich mit dem Radweg beschäftigt hatte. Der Stadtrat wird, so Udo Müller, im Nachtragshaushalt 799.000 Euro für die Vorfinanzierung der Planungsarbeiten und für die nächsten Umsetzungsarbeiten einplanen.

Müller forderte aber auch auf, nicht locker zu lassen: „Die Politik braucht die Unterstützung der Bevölkerung und dazu gehören auch diese regelmäßigen Rad-Demos auf der Landesstraße 24.“

Wertschätzung der Fahrradfahrer

Etingens Ortsbürgermeister Marco Alex (CDU), der selbst häufig mit radelt, wertschätzte besonders die Hartnäckigkeit und Ausdauer der Radwegefreunde.

Für Marc Blanck, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat, haben die Rad-Demos schon viel bewirkt. Er sieht den Erfolg insbesondere darin, dass die ersten Teilabschnitte zwischen Wegenstedt und Etingen sowie zwischen Rätzlingen und Kathendorf nun realisiert werden. „Ohne euch wäre dieser Radweg immer noch auf Platz 387 und damit immer noch weit weg von einer Realisierung“, betonte Blank.

Stadtrat Alexander Harms (Wir für Oebisfelde) erinnerte daran, dass er von Anfang an dabei ist und das Projekt unterstützt. Harms betonte: „Das Vorhaben darf aber bei den Teilabschnitten nicht stehen bleiben.“

Stadträtin Uta Bruns (UWG) aus Bösdorf, die die Initiative mit ins Leben gerufen hat, sicherte die uneingeschränkte Unterstützung der UWG für das Projekt zu und forderte deutlich mehr finanzielle Mittel für den Radwegebau.

Gefährdung der Radfahrer

Helga Willecke (parteilos), Bösdorfs Ortsbürgermeisterin, wies nochmals auf die hohe Gefährdung von Radfahrern ohne Radweg hin. „Die Einsicht und Bereitschaft auf das Rad umzusteigen nimmt deutlich zu, doch niemandem ist es zu zumuten, bei Dunkelheit auf das Zweirad zu steigen. Ohne Radweg ist es im Dunkel gerade zu selbstmöderisch.“ Das hätte nun die aktuelle Fahrt gezeigt.

Brigitte Dobbelmann, Sprecherin der BI, mahnte alle anwesenden Kommunalpolitiker, die Forderung nach dem straßenbegleitenden Radweg entschlossen voranzutreiben. „Die Interessen von Radfahrern müssen in den Mittelpunkt bei Straßenbaumaßnahmen rücken“, so die BI-Sprecherin.

Nächste Demonstration

Am letzten Freitag im April 2020 wird die Initiative erneut alle Radfahrerinnen und Radfahrer zur Demo aufrufen. „Wir wollen uns dann überzeugen, was bis dahin für die Umsetzung des Projektes getan wurde. Es gibt zu ordentlichen straßenbegleitenden Radwegen keine Alternative,“ schloss Brigitte Dobbelmann die lange Liste der Wortbeiträge und wünschte allen einen guten Appetit. Markus Hars und Johannes König hatten nämlich mittlerweile für alle eine Wurst gegrillt.