Neuansiedlung geplant

Recyclingbetrieb aus Niedersachsen hat Interesse am Standort Oebisfelde

Eine Wiederaufbereitungsanlage für Schlämme, wie sie zum Beispiel beim horizontalen Verlegen von Kabeln entstehen, könnte im Gewerbegebiet West in Oebisfelde entstehen. Ein Betrieb hat Interesse angemeldet.

Von Harald Schulz
Abwässer, die in Industrie und Gewerbe mit unterschiedlichsten Inhaltsstoffen anfallen, werden in den Anlagen der K-Nord GmbH recycelt.
Abwässer, die in Industrie und Gewerbe mit unterschiedlichsten Inhaltsstoffen anfallen, werden in den Anlagen der K-Nord GmbH recycelt. Foto: K-Nord GmbH

Oebisfelde - Interesse, sich in Oebisfelde anzusiedeln, meldet das Unternehmen K-Nord aus dem niedersächsischen Ganderkesee an. Im Gewerbegebiet West der Allerstadt könnte eine Wiederaufbereitungsanlage von Schlämmen entstehen, wie sie zum Beispiel beim horizontalen Verlegen von Breitbandkabeln anfallen. Der Ortschaftsrat votierte mehrheitlich dafür.

Die Vorstellung des zertifizierten Unternehmens und das Vorhaben der speziellen Aufbereitung von Bohrschlamm-Emulsionen erfolgte im nichtöffentlichen Sitzungsteil am Dienstag im Oebisfelder Rittersaal. Der für die Bereiche Vertrieb und Umwelttechnik von K-Nord verantwortliche Andreas Lange präsentierte die Unternehmensphilosophie sowie die Vorstellung des Verfahrens und der Komponenten. Weitere Standbeine des Betriebes sind Lärmschutz, Entsorgung, Kompostierung mit Wertstoffhof und logistische Angebote.

Das wirtschaftliche Ansinnen von K-Nord in Oebisfelde verdeutlichte Bauamtsleiter Uwe Dietz tags darauf im Gespräch mit der Redaktion. Er hatte die Präsentation im nichtöffentlichen Teil verfolgt.

Aus Sichtweise von Dietz würde die Ansiedlung der K-Nord die lokale Wirtschaftskraft und das Gewerbegebiet West stärken. Zudem würde eine ungenutzte und ungepflegte Freifläche verschwinden, die dann als Standort für ein Industrieunternehmen auch Steuereinnahmen mit sich bringen würde. Denn es gibt bereits die Zusage, dass die K-Nord den Standort als eigenständigen Firmensitz anmelden wird. Ebenso wird es einen Schallschutz zum Friedhofsgelände geben. Dietz bewertet diese mögliche Ansiedlung als Win-win-Situation.

Win-win-Situation

Selbstverständlich müssten alle notwendigen Voraussetzungen für einen solchen Betrieb erfüllt sein, darunter die Auflagen nach dem Bundesemissionsgesetz. Da gibt sich Dietz jedoch zuversichtlich, denn die Aufbereitung der Bohrschlamm-Emulsion verläuft von Anfang bis Ende innerhalb einer unbedenklichen Recyclingkette. Und das Unternehmen arbeitet mit einem Team der Hochschule von Nordrhein-Westfalen zusammen. Ein Produktionsverfahren ohne UmweltbelastungWie Bauamtsleiter Dietz dazu erläuterte, sollen Emulsionsmengen von horizontalen, also waagerecht getriebenen Bohrungen in dem Betrieb aufbereitet werden. Ein zertifiziertes, die Umwelt nicht belastendes Verfahren trennt den enthaltenen Wasseranteil von den Feststoffen. Im weiteren Aufbereitungsverfahren wird das Wasser filtriert, so dass es unbedenklich, jedoch ständig überwacht, dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden kann. Die festen Bestandteile, auch Kuchen genannt, werden dank ihrer Beschaffenheit beispielsweise als Material für Deponieabdeckungen verwendet.

Die Anbahnung der möglichen Ansiedlung von K-Nord im Gewerbegebiet West kam über einen Kontakt mit dem Logistik-Unternehmen L.I.T. aus dem niedersächsischen Brake und dem städtischen Wirtschaftsförderer Peter Schorlemmer zustande. Die Logistik-AG unterhält einen Standort im Gewerbegebiet West, würde Nachbar von K-Nord werden.

K-Nord-Experte Andreas Lange erklärt, dass Abwässer verarbeitet werden, die in Industrie und Gewerbe mit unterschiedlichsten Inhaltsstoffen anfallen. Im Austausch mit den Kunden werden passende Verfahren und Technologien für deren Entsorgung entwickelt und angewandt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf einer Verwertung von Schlämmen wie beispielsweise Bohrschlämmen. Dabei wird auf die umfangreichen Erfahrungen aus dem Betrieb von zwei unternehmenseigenen Behandlungsanlagen zurückgegriffen.