Oebisfelde l Einig sind sich die Schulleiterinnen, Ulrike Eggers von der „Grundschule an der Aller“ und Melanie Lutze von den „Drömlingsfüchsen“, zum Schulstart nach den Herbstferien darin, dass der Erfolg, die Corona-Pandemie von Schülern und Lehrerkollegien fernzuhalten, nur über die Grundfesten Einsicht und Eigenverantwortung zu bewerkstelligen sind. Dass diese persönlichen Einstellungen den erwarteten Erfolg mit sich bringen, das hat sich an beiden Grundschulen im Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen bis vor den Herbstferien gezeigt: Es gab keine Infektion.

Die Ausgangssituation hat sich nun aber binnen dieser Ferienwoche entscheidend verändert. Die Infektionszahlen schießen in die Höhe, für die Börde stand am gestrigen Freitag ein 7-Tage-Inzidenzwert von 25,7, berechnet auf 100.000 Einwohner, fest. Weniger dieser Wert, sondern die rasante Zunahme der Infektionen lassen aufhorchen.

Auf bewährtes Konzept bauen

Für Schulleiterin Eggers ist das bestehende schuleigene Konzept gegen die Corona-Pandemie auf alle Fälle ein gewichtiger Grund, die Situation so zu betrachten, wie sie ist. „Mit panischer Angst und überzogenen Reaktionen ab Montag aufgrund der aktuellen Infektionszahlen in den Unterricht zu starten, das ist das falsche Signal und bringt uns in der Sache auch nicht weiter“, heißt es von Eggers. „Schließlich besitzt die Schule das Faustpfand, dass das Schutzkonzept bislang allen Belastungen standgehalten hat.“ Und deshalb baut Eggers auf bewährte Schutzregeln, wie die vom Robert-Koch-Institut empfohlene AHA-L-3 G-Regel und auf die Vorgaben der Landesschulbehörde.

Diese Formel empfiehlt: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Bei mehreren Menschen in geschlossenen Räumen soll zudem regelmäßig gelüftet werden. Bei kühlerem Wetter sollten „3 Gs“ vermieden werden: Aufenthalt in geschlossenen Räumen, in Gruppen und in Gedränge.

Die Hygieneregeln in der Schule werden selbstverständlich weiterhin Bestand haben, was eine kontinuierliche Erinnerung der Schüler mit einschließt. Auch beim Umsetzen der Durchlüftung von Klassenräumen, die alle 20 Minuten für fünf Minuten erfolgen muss, sieht Eggers keine Umsetzungsprobleme. „Wir als Grundschule reagieren sensibel auf die Entwicklungen durch die Corona-Pandemie, halten engen Kontakt mit der Landesschulbehörde, um unmittelbar reagieren zu können“, sieht Schulleiterin Eggers dem Schulstart am Montag doch entspannt entgegen.

Ihre Amtskollegin Lutze von den „Drömlingsfüchsen“ greift ab Montag ebenfalls auf bewährte Muster gegen die Abwehr von Covid–19-Infektionen zurück.

Alternative halbe Klassenstärke

Mittlerweile liegt ein neues Empfehlungsschreiben der Landesschulbehörde vor. Darin wird bereits auf eine mögliche Verschärfung der Schutzregeln hingewiesen. Die entscheidenden Eckpunkte wären bei weiter zunehmenden Infektionszahlen, die Rückkehr zum Unterricht in den Klassen ausschließlich durch die Klassenlehrer und -lehrerinnen. Weiterhin besteht ebenfalls das bereits angewandte Unterrichten in halber Klassenstärke. Froh, im Sinne der Grundschüler, ist sie darüber, dass es nicht zu einer Maskenpflicht im Unterricht kommen wird.

Damit die Schutzkonzepte in den beiden Oebisfelder Grundschulen aber überhaupt den erwarteten Schutz vor einer Covid–19-Infektion garantieren können, müssen auch die Eltern ihr Scherflein mit dazu beitragen. Denn die Schulleitungen können keinen Elternteil dazu zwingen, verbindliche Angaben zum Gesundheitszustand abzugeben.

Eltern mit einem Brief informiert

Deshalb wurden Elternbriefe noch vor Ferienbeginn ausgegeben. Diese Regelungen sollen den Vollunterricht in den Schulen auch im Verlauf der zweiten Corona-Welle gewährleisten. So wird an den beiden ersten Schultagen von allen Personen im Schulgebäude verlangt, eine Alltagsmaske korrekt zu tragen – erst im Klassenraum kann die Schutzmaske abgesetzt werden. Es soll nicht vergessen werden, den Hinweisbogen über die Infektionsmaßnahmen für einen sicheren Schulbesuch vorzulegen. Die Abgabe ist nicht mehr verpflichtend, jedoch als zusätzliche Absicherung im Corona-Schutzkonzept von den Schulleitungen gewünscht.

Aufgrund der derzeitigen Belastung durch Covid–19-Infektionen sehen Eggers wie Lutze es als eine Selbstverständlichkeit an, dass Rückkehrer aus Risikogebieten sich möglichst sofort nach der Rückkehr einem Corona-Test unterziehen. Die Landesregierung Sachsen-Anhalt verlangt von positiv getesteten Personen, dass sie ohne die Vorlage eines negativen Testergebnisses das Schulareal und das -gebäude bis 14 Tage nach der Rückkehr nicht betreten dürfen.

Wichtig für die Eltern und Erziehungsberechtigten: Sie sollten die Schule nur aufsuchen, wenn es einen triftigen Anlass dafür gibt. Das ist dann aber nur unter Benutzen einer Alltagsmaske möglich.

 

Weitere Informationen sind auch über die Internetseiten der beiden Grundschulen abrufbar.