Oebisfelde/Magdeburg l Wenngleich Schulleiterin Kerstin Grimm-Neubauer ihren Pflichten getreu keine Auskünfte erteilt, offenbart die Angabe vom Landesschulamt Sachsen-Anhalt eine Versorgung von aktuell lediglich 78 Prozent. Die Schulleitung und Lehrerschaft hatte sich vor zwei Jahren viel vorgenommen. Der Wandel von einer Sekundar- zu einer Gemeinschaftsschule wurde eingeleitet. An dieser Zukunft werde weiterhin ohne Abstriche festgehalten, war noch beim vergangenen „Fun-Day“ zu erfahren. Und auch beim diesjährigen Vorlese-Abend war das Thema Unterversorgung eben kein Thema auf den Fluren und unter den Eltern, die diese Veranstaltung besuchten.

Vertretung und Ausfall

Ein eindeutig interner Hinweis auf das Problem findet sich auf der Homepage der Drömlingschule, so der Schulname. Dort ist der Vertretungsplan zu finden. Auffällig sind die Vertretungs- und Ausfallstunden für den heutigen Mittwoch, die die Klassen fünf, sieben, neun und zehn betreffen. Betroffen sind dabei allein sieben Lehrfächer.

Aufgrund von Elterninformationen hat die Volksstimme von diesem gravierenden Mangel in der Unterrichtsversorgung erfahren. Diese Veränderungen, so die Auskunft von einer Angehörigen einer Schülerin (Name der Redaktion bekannt), seien kurzfristig und ohne eine vorherige Ankündigung der entsprechenden Elternvertretungen oder der Schülervertretung erfolgt, lautet die Auskunft.

Den Vorwurf von außen, dass Elternvertretungen und die Schülervertretung nicht informiert wurden, lässt der Referatsleiter im Landesschulamt Sachsen-Anhalt, Torsten Klime, nicht gelten. „Diese Information trifft nicht zu. Die Schule hat durch die Fachlehrer, die Klassenlehrer bei Treffen mit den Elternräten, bei der Sitzung des Schulelternrates, bei den Halbjahresklassenkonferenzen und durch einen Elternbrief über die Situation und die erforderlichen Maßnahmen informiert.“

Auf weitere Anfrage informiert der Referatsleiter, dass die Unterrichtsversorgung der Drömlingschule Oebisfelde zum Stichtag September 2019 bei 91 Prozent lag. Durch Altersabgänge bedingt und einen Mutterschutzfall liegt der Versorgungsgrad aktuell bei 78 Prozent, heißt es von Klieme. Demgegenüber konnte jedoch zum Oktober vergangenen Jahres eine Einstellung realisiert werden. Eine weitere Stelle wird zum kommenden 1. April besetzt, betont Klieme.

Zu den Auswirkungen der Mangelversorgung für die Klassenverbände urteilt der Referatsleiter, dass die aktuelle Situation die Lehrerschaft zur Umsetzung schulorganisatorischer Maßnahmen zwingt. Heißt konkret, dass das Unterrichtsangebot für einzelne Fächer und Jahrgangsstufen reduziert werden musste.

Betroffen sind die Fächer Hauswirtschaft, Russisch, Englisch, Physik, Geografie, Deutsch, Mathematik. Allerdings, so Klieme, „wurden von den Reduzierungen die Abschlussklassen ausgenommen. Und für alle Jahrgänge bliebe ein Grundangebot erhalten“.

Vier neue Stellen geplant

Auf die Frage, ob Unterrichtsfächer nur im halbjährlichen Umfang unterrichtet werden, damit die Halbjahresnote als Jahresendnote zum Tragen kommt, erklärt Klieme, dass das zwar stimmt, jedoch ausschließlich nur das Fach Hauswirtschaft betrifft. Das Versorgungsdilemma in gesamter Breite soll ab dem kommenden April mit der Neueinstellung und der baldigen Rückkehr einer langzeiterkrankten Kollegin minimiert werden. „Des Weiteren sind die Auswahlverfahren der Ausschreibung vom November 2019 noch nicht abgeschlossen. Zum nächstmöglichen Termin ist eine Ausschreibung für weitere vier Lehrerstellen geplant“, sieht Klieme offensichtlich den Mangel an Unterversorgung für damit beendet an.

Eine Antwort auf die Frage, ob die Förderung der Schüler aktuell noch gewährleistet ist, beantwortet Referatsleiter Klieme nicht eindeutig. Meint aber, „dass die Schule sich trotz der Einschränkungen sehr bemüht, ein Förderangebot, vor allem für die Abschlussklassen, zu erhalten“.