Oebisfelde l Das Heranziehen des Unwetters über der Börde sagte der Wetterdienst bereits am Freitag voraus. „Dass etwas in der Luft lag, konnte an der Schwüle bereits Sonnabendfrüh erahnt werden“, hieß es von einer Führungskraft der Oebisfelder Feuerwehr. Es dauerte jedoch noch bis zum frühen Abend, dann brach das Unwetter mit Sturm und sintflutartigen Regenfällen über die Einheitsgemeinde herein. Regenmengen in einer Größenordnung von einer Tagesmenge mit über 100 Litern je Quadratmeter sorgten für Sturzbäche auf vielen Straßen. Die Kanalisation war mit dieser Regenfracht überfordert, das Wasser lief von den Straßen in zahlreiche Keller.

Einheitsgemeinde: Süden stärker betroffen

Blitz, Donner und Regen, teilweise mit Hagel, sorgten von 18.30 Uhr bis in den späten Abend hinein immer wieder für besorgte Bürger. Besonders arg traf es den südlichen Teil der Einheitsgemeinde Stadt Oebisfelde-Weferlingen. Dort waren Samstagabend die Feuerwehren Weferlingen, Walbeck, Schwanefeld, Siestedt und Hödingen im Dauereinsatz. Die Feuerwehrkameraden mussten vom Sturm umgestürzte Bäume von Straßen, Wegen und Zufahrten räumen. Glücklicherweise, so die Information von der Stadtwehrleitung, gab es weder Verletzte bei den Einwohnern noch bei den Feuerwehren.

Aufgrund der flexiblen Reaktionen und in genügender Anzahl ausgerückter Einsatzkräfte von den jeweils alarmierten Ortsfeuerwehren konnte letztendlich die Koordinierung der Einsätze in der Verantwortung der Ortsfeuerwehren bleiben, hieß es auf Anfrage bei Stadtwehrleiter Frank Hartwig. Der Landkreis traf in der Abwägung die Entscheidung, keinen Katastrophenalarm auszurufen, so dass die sogenannte örtliche Einsatzleitung nicht zentral vom Gerätehaus Oebisfelde aktiv werden musste, so Hartwig.

Keller in der Altstadt liefen voll

In der Altstadt von Oebisfelde entwickelte sich am Sonnabend eine heikle Lage aufgrund des Unwetters. Technische Hilfeleistungen rissen für die über 30 Einsatzkräfte ab 17.30 Uhr nicht mehr ab. Die Regenmassen kamen zu schnell und in der Menge zu groß, um schadlos in der Kanalisation zu verschwinden. Besonders in der Achter- und der Marktstraße wurden die Wehrleute und Gerätschaften gefordert. Aus Kellern musste das eingedrungene Regenwasser aufwendig ins Freie herausgepumpt werden. Eine schmutzige, nasse und ehrenamtliche Aufgabe für die Feuerwehrkameradinnen und Kameraden.

Die Unwetterfront überzog am Samstagabend komplett Sachsen-Anhalt, wobei in Höhnstedt (Saalekreis) ein Mann am Samstagabend vom Blitz getroffen wurde, so eine Information der Polizei. Der Mann soll in einer Gartenanlage gesessen und sich während des Gewitters nahe eines Strommastes aufgehalten haben.

In mehreren Regionen Sachsen-Anhalts sorgten Gewitter und Regen zeitweise für Behinderungen. Vielerorts fiel so viel Niederschlag, dass der Deutsche Wetterdienst Tagesrekorde verzeichnete. Spitzenreiter war dabei Klein Germersleben, ein Ortsteil von Wanzleben in der Börde. Dort kamen binnen 24 Stunden 133,4 Liter Regen je Quadratmeter zusammen.

Etliche Straßen, wie die L 20 in der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen, mussten wegen Unterspülung gesperrt werden, so eine Verkehrsinformation.