Oebisfelde l Vandalismus gehört zu den derzeit aktuellen Reizwörtern in Oebisfelde. Der Vorstand des Heimatvereins der Allerstadt verlangt Maßnahmen gegen diese Freveltaten. Vorsitzender Ulrich Pettke fordert: „Es muss endlich etwas passieren“. Die Seniorenbeauftragte der Einheitsgemeinde Stadt Oebisfelde-Weferlingen, Angelika Odenbach, stellt fest, „dass eine rote Linie überschritten ist“. Meint damit die Grabschändung auf dem alten Friedhofsareal, die schwere Beschädigung der Plastik des in Oebisfelde wirkenden Künstlers Manfred Richard Böttcher (geb. 2. Juli 1939 / † 8. August 2008) und Verwüstungen im Grüngürtel „Am Dämmchen“.

Heimatvereins-Vorsitzender Pettke erinnert sich an allein in diesem Jahr mindestens vier Anschläge im Dämmchen-Areal: auf die Radweg-Infostelle, auf den Bilderrahmen, auf die Naturlehrtafeln und zudem auf die Grenz-Infotafel an der Bü­stedter Brücke.

Im vergangenen Jahr waren es schon allein von Mai bis August sechs Zerstörungen und Schmierereien. Zu Attacken durch Graffiti und Zerstörungen kommt es schon seit Jahren, weiß Pettke. „Das Säubern, Reparieren und Neubeschaffen kostet den Verein viel Geld“, heißt es vom Vorsitzenden, ohne dass er allerdings Zahlen benennt.

Pettke fordert daher: „In solchen Fällen müsste es eine sofortige Anzeige durch die Stadtverwaltung geben. Die Polizei müsste Ermittlungen aufnehmen. Spurensuche in Form von Geruchsproben an den Klamotten und Wohnungsdurchsuchungen bei Verdächtigen wären notwendig.“

Anti-Konfliktprojekt soll eingesetzt werden

Vandalismus ist nicht hinnehmbar. Es handelt sich dabei um eine Straftat, heißt es vom Sprecher des Polizeireviers Börde, Matthias Lütkemüller, der aus seiner Dienstzeit Oebisfelder Verhältnisse bestens kennt. Was Lütkemüller aber betont, ist die Tatsache, dass Mutmaßen, gar Beschuldigen von Personen mehr Probleme verursacht, als es zu einer Lösung führen würde. Er gibt den Hinweis, die Notrufnummer der Polizei, die 110, bei Beobachtungen von mutwilligen Beschädigungen und Verschmutzen zu wählen. Die Beamten können so unmittelbar eine Streifenwagenbesatzung einsetzen.

Die Stadtverwaltung ist aktuell eine Ordnungspartnerschaft mit dem Bahnhofsmanagement in Magdeburg, der Deutschen Bahn AG, der Bahn-, Bundes- und Landespolizei sowie der DB-Sicherheit eingegangen. Anlass ist der wiederkehrende Vandalismus im Oebisfelder Bahnhofstunnel. Dort ist für Sicheheit und Ordnung die Stadt verantwortlich ist. Aktuell wird der Tunnel zu den Bahnsteigen gegen Vandalismusattacken sicherer gemacht. Diese Sanierung wird mit Kosten bis zu 23.000 Euro veranschlagt, hieß es von Ordnungsamtsleiter Detlef Meyer.

In einem weiteren Schritt sollen Jugendliche mit einem noch zu formulierenden Anti-Konfliktkonzept gegen Vandalismus sensibilisiert werden, so der Ordnungsamtsleiter.