Oebisfelde l Das Ergebnis dieses Projekts der Oebisfelder Diplom-Sozialarbeiterin Birte Groneberg, unterstützt von Pfarrer Wolfgang Schwarzer und Gemeindepädagogin Susanne Gätzschmann, vorweg: Über die Zielstellung „Vergangenheit erforschen, Gegenwart leben und Zukunft gestalten“ legten sich die 30 Teilnehmer im Alter von 14 bis 27 Jahren darauf fest, dass für sie die gesellschaftlichen Schwerpunkte Frieden, Heimat und das Miteinander sind. Ein Ergebnis, das im Verlauf von vier Tagen durch Vorträge von Zeitzeugen, Wandern am Grünen Band und dem Besuch des Doppeldorfes Böckwitz/Zicherie sowie der dortigen Europawiese und des Grenz-Lehrpfades zustande kam.

Zeitzeugen berichteten über Historie

Im Verlauf von drei Wanderungen in den vier Tagen und mit den Ergebnissen, die in der Zukunftswerkstatt zusammengekommen waren, ergab sich zudem das Ergebnis, dass dieser Workshop, der mit Geldern der Stiftung „Demokratie Leben“ durch den Landkreis Börde gefördert worden war, weiterhin stattfinden soll.

Der Verlauf des Bildungsprojekts, nämlich die Hygieneregeln gegen eine Ausbreitung der Corona-Pandemie, bestimmte immer wieder den Ablauf. Wie Moderatorin Groneberg es ausdrückte, war es nicht immer ein Leichtes, insbesondere für die jüngeren Teilnehmer, die Mindestabstände einzuhalten. Da sich aber die gesamte Veranstaltung stets unter freiem Himmel abspielte, blieben die Regeln des eigens entwickelten Hygienekonzepts stets gewahrt. Bei den Übernachtungen in Zelten im evangelischen Gemeindegarten und in der Nicolaikirche war das Benutzen einer Alltagsmaske ein ungeschriebenes Gesetz, war von Groneberg zu erfahren.

Sprichwörtlich nach dem Ausspruch „Der Weg ist das Ziel“ startete die Gruppe am ersten Tag mit einem Vortrag vom Oebisfelder Ulrich Pettke in der Nicolaikirche. Das Gotteshaus ist ein typischer stummer Zeitzeuge des Umgangs der SED-Staatsregierung mit der Kirche. Dank des wohl beispiellosen Engagements vom Oebisfelder Wilhelm Schrader konnte das Gotteshaus vor dem Verfall bewahrt werden, dient heute als Kulturkirche.

Ulrich Pettke kann von sich mit Fug und Recht behaupten, als Zeitzeuge und historischer Fachmann über Oebisfelde zu berichten. Ein weiterer Zeitzeuge lokaler Geschichte ist Gerhard Groneberg. Er führte die Gruppe entlang der ehemals dicht an der Stadt verlaufenden Grenze und zu geschichtsträchtigen Orten und Gebäuden in der Stadt.

Mit diesen Informationen bestückt, ging es für die Gruppe an die Grenz-Infotafel nahe der Büstedter Brücke. Den Blick auf die einst massiv von der DDR gesicherte Staatsgrenze geschärft, kamen die Teilnehmer dann auf den nahen Gutshof von Bio-Landwirt Tilmann Schwartzkopff. Er informierte über das Leben der Menschen diesseits und jenseits der Grenzsicherungsanlagen, über seine persönlichen Erlebnisse an der zu damaliger Zeit durch Grenzsoldaten bewachten Grenze. Und er wusste auch über den Wandel dieses Grenzverlaufs zum Grünen Band zu berichten.

Lehrpfad und Museum beeindrucken

Eine weitere Wanderung im Verlauf des Workshops führte die Gruppe von Breitenrode aus direkt in die Drömlingsnatur. Als versierter Experte für die Naturlandschaft Drömling und die Umwandlung der einstigen innerdeutschen Grenze zum Grünen Band erklärte Wolfgang Sender die Wandlung dieses heute ökologisch wichtigen Lebensraumes. Die wohl beeindruckendsten Einblicke in vergangene Zeiten jüngster deutscher Geschichte bekamen die Workshop-Teilnehmer im Böckwitzer Museum und bei der Besichtigung des dort in der Nähe zu findenden Grenz-Lehrpfads geboten.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Geländespiel für alle. Für zukünftige Workshops dieser Ausrichtung sollen außerdem die Themen Mitverantwortung, das Entwickeln demografischer Prozesse und die Bedeutung des Begriffs Freundschaft erarbeitet werden.