Oebisfelde l Die Schülerschaft der Oebisfelder Drömlingschule war zum größten Teil am Donnerstag auf Schnuppertouren in Betrieben, Unternehmen und Verwaltungen unterwegs. Die Volksstimme begleitete dabei Amelie Hamann aus Oebisfelde.

Seit dem 1. August 2013 ist dieser Berufsfindungstag im Aufgabenportfolio des Ministeriums für Bildung in Sachsen-Anhalt angesiedelt. Dieser Tag soll Schülern der fünften bis zehnten Klasse eigentlich Einblicke in geschlechtsuntypische Berufe gewähren. Doch, zumindest was die Teilnehmer von der Drömlingschule Oebisfelde betrifft, suchen die Schüler sich möglichst Berufe aus, die aus ihrer Sicht die größtmöglichen Chancen bieten, oder auf die sie schlichtweg „Bock“ haben.

Bei Amelie Hamann aus der neunten Klasse der Drömlingschule kommen gleich beide Antriebsfedern zusammen. Sie möchte nach dem Erreichen ihres Realschulabschlusses einen Beruf im Bereich medizinische Assistentin beginnen. Ihr schwebte bereits seit der siebten Klasse das Berufsbild Krankenschwester oder Pflegefachkraft vor.

Diese Berufswünsche haben sich mittlerweile mit Praktika beim DRK in Velpke und im Klinikum Wolfsburg verfestigt. Das Praktikum beim Roten-Kreuz in Velpke beinhaltete das Begleiten im ambulanten Pflegedienst. Während sie im Klinikum Wolfsburg im stationären Bereich unter Anleitung mithelfen durfte. Alles in allem hatte sich Amelie Hamann noch nicht endgültig festgelegt.

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Mit der Gelegenheit im Verlauf des Berufsfindungstags im Oebisfelder Wohnquartier „Störholzgarten“ des DRK-Kreisverbandes Börde ganz nah mit zu pflegenden Menschen in Kontakt zu kommen, sah die Teenagerin eine exzellente Chance zu testen, was ihr am besten gefällt.

Privat ist ihr solch eine Pflege nicht fremd, kümmerte sie sich doch bis zu deren Tod um ihre Oma, die schwer erkrankt war, so ihre eigene Angabe. Und auch die andere Großmutter wird von Amelie derzeit liebevoll umsorgt.

Wunschberuf

„Es ist auch ein gutes Stück Wertschätzung vor dem Alter und Dank für so manch gute Unterstützung mit dabei. Ich sehe diese Berufsausrichtung als für mich passend an“, scheint Amelie Hannemann ihren Wunschberuf schon fest anvisiert zu haben. Ihr ist dabei heute schon bewusst, dass Schichtarbeit, körperliche Anstrengungen und auch Überstunden wie Wochenenddienste zum vielleicht künftigen Beruf zählen werden. Was sie allerdings jungen Menschen mit auf den Weg geben möchte, ist eine frühzeitige Entscheidung für eine Ausbildung.

Die berufliche Zukunft sieht Amelie Hamann allerdings vorrangig in einer größeren Stadt, vielleicht Wolfsburg, weil es nah am Wohnort liegt. Auf alle Fälle muss das Drumherum, also Freizeitangebote, stimmen. „Da ist mir Oebisfelde doch zu verschlafen. Jugend muss hier leidensfähig sein. Zum Glück gibt es die gute Nahverkehrsanbindung nach Wolfsburg per Bahn“, merkt sie eher beiläufig an.

Noch ein gutes Stück vor der Entscheidung, welche Ausbildung die richtige sein könnte, ist Jannik Brieske. Der Fünftklässler erlebte wie Lia-Marie Senz und Mailin Lea Schrecke aus der Sechsten den Berufsfindungstag auch im DRK-Wohnquartier. Jannik war schnell das Nesthäkchen beim älteren Semester. Und damit er auch gleich etwas fürs Leben lernt, wurde er beim Kartoffelschälen in die Damenrunde eingebunden.

„Wir als DRK-Kreisverband Börde sind schon seit Jahr und Tag beim Berufsfindungstag mit dabei. Nachwuchsgewinnung muss einen hohen Stellenwert haben, denn hier bei uns gehen Menschen mit Menschen um. Man kommt sich ganz nah, täglich und mit dem Anspruch beste Betreuung und Pflege zu bieten“, argumentiert André Wiklinski. Der Operative Leiter im Wohnquartier, mit ambulantem Pflegedienst und Tagespflege weiß nur zu gut, „dass die Berufsfelder im Haus die ganze Frau und den ganzen Mann abverlangen“. Mit Jessica Müller stand ihm Donnerstag eine examinierte Altenpflegerin zur Seite, die insbesondere mit Amelie Hamann im ambulanten häuslichen Bereich unterwegs war.

Im Rot-Kreuz-Kreisverband Börde erhalten aktuell bis zu 35 Berufsanwärter ihre antsprechende Ausbildung. Um die Altenpflege zu erlernen, müssen Bewerber den Realschulabschluss oder den Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung vorweisen können. Wiklinski merkte aber an, dass auch eine berufsbegleitende Ausbildung durchaus zum Berufswunsch führen kann.