Hadmersleben l Krystof Marchewicz, seit knapp drei Monaten gemeinsam mit dem Verein Kunst, Handwerk- und Kulturfabrik, Besitzer der Maika konnte in dem alten Gemäuer, in dem einst Malz hergestellt, Kaffee geröstet und kandierte Mandeln hergestellt wurden, Akteure der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Börde, aber auch Hadmersleber Bürger und Vertreter verschiedener Vereine begrüßen. „Wir haben die Fabrik durch Zufall gefunden“, berichtet er. 25 Jahre Leerstand haben am Gebäude Spuren hinterlassen, an einem Gebäude das den Ort Hadmersleben prägt.

Eigentlich wollten die Vereinsmitglieder erst einmal nur schauen. Doch sie wurden in Hadmersleben so herzlich aufgenommen, bekamen so viel Hilfe, dass sie geblieben sind. Mit dem Ziel, der Fabrik wieder eine Zukunft zu geben. Das alte Fabrikgebäude habe einfach ein großes Potenzial.

Über die Stadtverwaltung Oschersleben wurde Krystof Marchewicz auf die Idee gebracht, den Kontakt zur Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Börde aufzunehmen. Vor den Mitgliedern der LAG bekam der gelernte Kunstschreiner die Gelegenheit, seine Visionen für die künftige Nutzung der Maika vorzustellen. Auch mit dem „Hintergedanken“, das eine oder andere in der Farik geplante Projekt über das europäische Förderprogramm Leader gefördert zu bekommen.

Bilder

Ein Haus voller Kunst

In nur wenigen Wochen sind schon sehr konkrete Ideen entstanden. „Ein Ort der Begegnung, der Kunst, der Kultur, der Gesundheit kann es werden“, berichtet Krystof Marchewicz. „Wir wollen Möglichkeiten schaffen, alte Berufe wie Tischler oder Schmiede wieder zu beleben. Uns schwebt der Aufbau einer Theaterbühne samt Theatergruppe vor. Bei uns sollen Musiker, Bildhauer und Kunstschaffende eine Heimstadt finden.“

Geplant seien Konzerte, Workshops mit offenen Ateliers sowie generations- und kulturübergreifende Aktionen, Studios für Musiker. „Kunst erleben und entdecken. Alles geht immer schneller und schneller, wir wollen einen Ort zum Abschalten und Entschleunigen schaffen. Deshalb solle es auch Vorträge und Workshops zur Gesundheitsförderung geben. Für Meditations- und Tiefenentspannungskurse könnte auch die Park ähnliche Anlage hinter der Fabrik genutzt werden. Im ehemaligen Wohnhaus hingegen sollen Gästezimmer entstehen. Dieses Vorhaben gehört zu den ersten Schritten, die erledigt werden sollen. „Das Gebäude darf nicht weiter verfallen“, meint der neue Besitzer. Selbst von einer Vogelwarte ist die Rede. „Wir haben hier einige außergewöhnliche Vögel entdeckt“, berichtet Krystof Marchewicz. Etliche Hadmersleber haben schon mit angepackt und geholfen, so oft es ging. Vor allem die Anwohner sind froh, dass das Gebäude wieder einen Besitzer hat, es wieder eine Nutzung gibt. Immer wieder habe es Einbrüche gegeben, haben sich Leute Zutritt verschafft, brachten sich oben auf dem Dach in brenzlige Situationen. Damit sei nun hoffentlich Schluss.

„Was ist förderfähig, was nicht? Darüber werden die Mitglieder der LAG Börde entscheiden, wenn sie die Prioritätenliste 2019 aufstellen“, so Leader-Manager Jörn Freyer.