Wormsdorf l Schon mit dem Bauverlauf beziehungsweise mit der Information darüber ist das Rentnerehepaar nicht ganz glücklich gewesen. „Wir wussten nämlich gar nichts davon, sind eines Morgens von den Baufahrzeugen überrascht worden“, sagt Rita Falke. Gatte Heinrich bestätigt: „Um 7 Uhr steht ein Bagger vor der Tür, und die Arbeiter teilen uns mit, dass sie eine neue Straße bauen.“ Betroffen war der in die Feldmark mündende Stich der Straße des Friedens, die Hausnummern 25 bis 27. Falkes wohnen ganz am Ende, wo der gepflasterte Gemeindeweg abrupt auf Höhe der Haustür endet. Ab Kante geht es weiter mit Naturboden.

Genau daran stören sich nun die Anwohner: „Vorher war es im Grunde ein Feldweg, Schotter mit Gras, der von uns Anliegern regelmäßig gemäht wurde. Aber er war fest, der Weg war auch bei Regenwetter mit dem Auto zu befahren“, erklärt Heinrich Falke. Jetzt ist es am Wegrand einfach nur noch schlammig. Zumindest, wenn nicht gerade dauertrockene Wochen wie im vergangenen Sommer währen. „Wendende Fahrzeuge ziehen den Dreck auf die Fahrbahn, Spaziergänger sinken ein oder rutschen aus“, verdeutlicht Rita Falke die unbefriedigende Situation.

Versprechen nicht gehalten

Während und auch nach den Bauarbeiten sei ihm versichert worden, dass die Randbereiche auch wieder geschottert werden, ergänzt Heinrich Falke. „Aber es sollte anders kommen. Die Straße war fertig und das Geld wohl alle. Der Rest wurde also einfach mit Dreck aufgefüllt und ein bisschen Grassamen drübergestreut. Dann war der Sommer vorbei, und der Regen, auf den wir lange gewartet haben, ist gekommen. Mehr brauche ich nicht zu sagen. Wer aus dem Auto steigt, steht bis zu den Knöcheln im Schlamm, und wenn das Auto umgedreht wird, dann wieder auf die Straße kommt, sind die anderen dran, den Dreck zu beseitigen.“

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Die an sich gut gemeinte Modernisierung der Straße sei letztlich zu kurz – oder besser gesagt zu wenig breit – gefasst, moniert Falke und meint verärgert: „Ob ich den restlichen Rasen mähe, ist die eine Frage. Die andere ist die nach dem Geld. Da nur die halbe Seite vom Grundstück mit der Straße versehen wurde, ich jedoch immer für alle Straßen den vollen Preis bezahlt habe, müsste ich nun eigentlich nur noch den halben Preis zahlen.“

Gemeinde will tätig werden

Das Gespräch mit der Gemeinde hätten Falkes schon gesucht – halb vergeblich. Denn zunächst sei ihnen, unter anderem vom stellvertretenden Bürgermeister und Wormsdorfer Bernd Wipper, bestätigt worden, dass es so nicht bleiben könne. Bürgermeister Manfred Jordan sei erstaunt über die Beschwerde gewesen. „Ob wir uns nicht über die neue Straße freuen würden, bekam ich als Antwort“, sagt Rita Falke. Dennoch sei den Anwohnern zugesagt worden, dass man Split auffüllen werde, um den Schlam(m)assel möglichst einzudämmen. „Das war alles Jahr 2018. Passiert ist aber bis heute nichts“, zeigt sich Heinrich Falke enttäuscht.

Von Seiten der Gemeinde scheint nun aber doch noch Bewegung in die Sache zu kommen. So erklärte Manfred Jordan auf Volksstimme-Nachfrage: „Ich habe mir das jetzt noch einmal persönlich vor Ort angeschaut und muss zugeben, dass ich als Anlieger auch nicht zufrieden wäre. Das Wenden von Fahrzeugen ist nicht möglich, ohne den Grasstreifen zu befahren. Das gibt nur unansehnliche Rillen und Dreck auf der Straße.“ Die Gemeinde werde den Nebenbereich schottern lassen, so der Bürgermeister weiter. „Das kostet ja auch nicht die Welt.“ Einen Zeitpunkt nannte Jordan noch nicht. Nur so viel: „Wir werden da dieses Jahr was machen.“