Kroppenstedt l In Kroppenstedt muss niemand Angst haben, dass die Feuerwehr im Depot bleibt, wenn sie gerufen wird. Die Kroppenstedter Wehr gehört zu denen, die rund um die Uhr einsatzbereit ist. An Sonn- und Feiertagen genauso wie an Werktagen. In der Nacht genauso wie am Tag. „Wir haben 29 aktive Mitglieder, die unsere Einsatzbereitsschaft absichern“, sagt Wehrleiter Karsten Knigge und sein Stellvertreter Martin Tiedge sowie der Westliche Börde-Gemeindewehrleiter Christian Marquardt stimmen ihm zu.

Allerdings sind alle drei auch übereinstimmend der Meinung, dass sich das in fünf bis zehn Jahren gewaltig ändern kann. Ja ganz bestimmt sogar gewaltig ändern wird, wenn die Wehr bis dahin keine neuen Leute hinzubekommt. Denn bis dahin werden etliche Mitglieder aus Altersgründen aus dem aktiven Dienst ausscheiden müssen und die heutigen Mitglieder der Nachwuchsabteilung noch nicht alt genug sein, um diese Lücken füllen zu können.

„Und dann wird es sehr, sehr eng“, so Martin Tiedge, der wie schon vor zwei Jahren jetzt noch einmal auf diesem Wege mit Nachdruck an die Kroppenstedter appelliert, sich über die Zukunft der freiwilligen Feuerwehr und damit über die eigene Sicherheit, die Sicherheit des eigenen Hab und Guts sowie die Sicherheit der gesamten Stadt mehr Gedanken als bisher zu machen. Sein Appell zur aktiven Mitarbeit richtet sich an Frauen und Männer, die möglicherweise bisher noch nichts mit der Feuerwehr zu tun hatten, aber bereit sind, anderen zu helfen. Und da werden 20-Jährige genauso in Betracht gezogen wie 30-Jährige, 40-Jährige und gegebenenfalls auch 50-Jährige. „Es gibt viele Aufgaben zu erfüllen. Wer zu uns kommt, der sollte zwar fit, aber muss ganz gewiss kein Leistungssportler sein“, wie es Tiedge schon vor zwei Jahren formulierte.

Paragraph sieht das vor

Sollten sich jedoch in den nächsten Monaten und Jahren keine Quereinsteiger finden, dann kann, dann wird genau das passieren, was im gestrigen Artikel „Letzte Rettung: Kroppenstedt verpflichtet die ersten Bürger zum Feuerwehr-Dienst“ beschrieben worden ist. Dann wird nämlich der Paragraph 11 des Brand- und Katstrophenschutzgesetzes wirksam und jeder Bürger im Alter von 18 bis 55 zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet. „Das ist dann kein Aprilscherz mehr, sondern das wird dann für jeden einzelnen eine ernste Angelegenheit“, wie Martin Tiedge, Karsten Knigge und Christian Marquardt sagen.

„Dieses Personalproblem hat nicht nur die Kroppenstedter Feuerwehr, sondern das haben sehr viele Wehren in Sachsen-Anhalt und in weiteren Teilen Deutschlands“, wie Christian Marquardt sagt und als Gemeindewehrleiter an alle in Frage kommenden Bewohner der Verbandsgemeinde Westliche appelliert, über eine Mitarbeit in den (noch) freiwilligen Feuerwehren nachzudenken. „Dabei geht es genauso um das Gemeinwohl, wie auch um das Wohl und die Sicherheit jedes einzelnen“, so Christian Marquardt, Karsten Knigge und Martin Tiedge.