Oschersleben l „Das Areal rund um die Stadtmühle ist eine der schönsten Ecken in Oschersleben und wird unser ‚Klein Venedig‘ für Senioren in der Bodestadt“, sagt Ralf Kürbis vom DRK Kreisverband Börde. Das Wohnquartier mit Tagespflege auf dem Gelände der ehemaligen Stadtmühle an der Bergstraße ist das neueste Großprojekt, dass der DRK Kreisverband Börde begleitet, sagt Sprecherin Claudia Pose-Matzko. Erst im Februar hat der Kreisverband in Wolmirstedt und Oschersleben zwei Quartiere für Senioren eröffnet.

Idee für das Gelände

Und dieses Projekt ist zweifelsohne eines, das Aufsehen erregt: Die Idee, das Gelände der ehemaligen Stadtmühle zu entwickeln, ist nicht neu. Sie wurde bereits durch den Kleinalsleber Horst Eckstein verfolgt. Er wollte einen Wohnpark mit Büroräumen, Café, Boutiquen und Ähnlichem errichten. Allerdings gab er den Plan irgendwann auf und verkaufte das Gelände 2017 an die Besser wohnen in Oschersleben (Bewos). Sie führte den Gedanken fort. „Herr Eckstein wollte das Projekt in verantwortungsvolle Hände geben“, so Geschäftsführer Thomas Harborth. Die Bewos möchte ein dreigeschossiges Gebäude errichten. Es soll Platz für 43 barrierfreie 1,5- und Zwei-Raum-Wohnungen bieten sowie für eine Tagespflege mit 30 Plätzen. Letztere wird das Deutsche Rote Kreuz als Mieter betreiben. Kostenpunkt inklusive Außenanlage mit Stellplätzen und Rundweg: Sechs Millionen Euro. Im Herbst 2021 sollen die ersten Senioren einziehen.

Schon jetzt, kurz vor dem ersten Spatenstich, zeichnet sich ab, dass Thomas Harborth das richtige Gespür hatte. „Wir haben schon Anfragen von einigen Senioren, die sofort einziehen würden. Die Leute warten förmlich darauf“, bestätigt Claudia Pose-Matzko vom DRK. Ansprechpartner sei hier André Wiklinski, der als Bereichsleiter Wohnungswirtschaft für die Vermietung zuständig ist.

Klares Konzept

Das Konzept ist schnell erklärt: Die Senioren können alleine oder als Paar ein Einzel- oder Doppelapartment in dem Gebäude an der Bode mieten. Zu jeder Wohnung gehört ein Balkon. Und wer darauf angewiesen ist, kann die Angebote der Tagespflege, die ins Erdgeschoss einzieht, nutzen. Ziel ist, dass die Senioren solange wie möglich selbstbestimmt und selbständig in ihrer eigenen Wohnung leben können. „Zwischen 42 und 49 Quadratmeter sind die Wohnungen groß“, sagt Architekt Thomas Krause. Gemeinschaftsräume, ein Hauswirtschaftsraum für Waschmaschine und Trockner sowie ein Pflegebad in der Tagespflege werden ebenfalls Platz finden. Ein Aufzug erleichtert Schwachen und Gehbinderten den Zugang zu den Wohnungen. Zwei der barrierefreien Wohnungen seien sogar für Rollstuhlfahrer geeignet, so der Architekt.

Auch wenn die Lage des barrierefreien Wohnquartiers mit der Nähe zur Bode und zum Landschaftsschutzgebiet Großer Bruch sehr idyllisch sei, es seien schwierige Baumaßnahmen, sagt Bewos-Geschäftsführer Thomas Harborth. Auch Bauunternehmer Frank Toepel bestätigt dies: Durch die Nähe zur Bode würden das dreigeschossige Gebäude auf ungefähr 150 Pfähle gesetzt.

Tor bleibt stehen

Auch wenn die Stadtmühle selbst nicht erhalten werden konnte, so befände sich das zukünftige Wohnquartier mit Blick auf die alte Burg sowie Bode auf dem Areal des Ursprungs von Oschersleben, sagt Bürgermeister Benjamin Kanngießer.