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AuslandsaufenthaltBeckendorf: Warum Azubis der Landwirtschaft jetzt in Australien lernen

Azubis in einem Landwirtschaftsbetrieb in Beckendorf können jetzt Erfahrungen im Ausland sammeln. Johanna Karches hat es nach „Down Under“ verschlagen.

Von VS Aktualisiert: 06.02.2024, 11:35
Johanna Karches hat in Australien unter anderem als Drescherfahrerin gearbeitet.
Johanna Karches hat in Australien unter anderem als Drescherfahrerin gearbeitet. Foto: Johanna Karches

Beckendorf - Früher gab es Auszeichnungsreisen ins Ausland für verdiente Mitarbeiter. Solch einen positiven Impuls durch ein Auslandspraktikum möchte nun auch der Geschäftsführer des Landwirtschafts- und Dienstleistungsbetrieb NIB in Beckendorf, Klaus Nehring, seinen Auszubildenden mitgeben.

Junge Leute sollen in seinem Betrieb nach eigenen Angaben eine attraktive Ausbildung bekommen; und so hat er seine eigenen langjährigen Auslandserfahrungen genutzt, Kontakte bis heute gehalten und neue geknüpft. Wie der Geschäftsführer mitteilt, passe man sich den veränderten Bedingungen der Berufsfindung an und mache jungen Leuten die Ausbildung in der Landwirtschaft, schmackhafter.

Eine Studentin, die gerade ein duales Landwirtschaftsstudium und deshalb einen Teil ihrer betrieblichen Ausbildung in der Beckendorfer Firma absolviert, hat das Angebot genutzt. „In den vergangenen Wochen befand sich eine unserer engagierten Praktikantinnen, Johanna Karches, auf einer Farm im Süden von Westaustralien. Sie ist Teil der ersten Delegation von Erntehelfern aus dem Team von NIB Beckendorf“, so Klaus Nehring. Zudem bestrebe er, eine enge Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort zu etablieren, heißt es dazu von Barbara Ilse vom Bauernverband „Börde“ mit Sitz in Wanzleben.

Klaus Nehring ist Geschäftsführer von NIB in Beckendorf.
Klaus Nehring ist Geschäftsführer von NIB in Beckendorf.
Foto: NIB

Idealer Start in landwirtschaftliche Karriere

Eine Zusammenarbeit mit Australien ergäbe insbesondere aufgrund der saisonalen Verschiebung Sinn, ergänzt Nehring und fährt fort: „Ernte in der australischen Sonne, während es bei uns kalt und nass ist. Diese Möglichkeit bietet unseren jungen Talenten eine Plattform, um Auslandserfahrungen zu sammeln, ihre erlernten Fähigkeiten in einem neuen Umfeld anzuwenden und internationale Freundschaften zu knüpfen.“ Zudem fügt der Geschäftsführer an, sei dies eine ausgezeichnete Chance zur sprachlichen Weiterentwicklung und ein idealer Start in eine professionelle landwirtschaftliche Karriere.

Johanna Karches ist gerade frisch von der australischen Farm zurückgekehrt, die über 14.000 Kilometer von Beckendorf entfernt ist. „Durch mein duales Landwirtschaftsstudium an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf hatte ich im Sommer 2022 die Möglichkeit, einen Teil meiner betrieblichen Ausbildung auf dem Betrieb NIB in Beckendorf zu absolvieren. Ein weiterer praktischer Teil des Studiums ist das 5. Semester. Weil das ein Wintersemester ist, war das der perfekte Zeitpunkt, um nach Australien zu gehen“, sagt Karches. Es sei schon immer ihr Traum gewesen, die Landwirtschaft auch außerhalb von Deutschland zu sehen.

„Die gesamte Erntesaison war ich nun auf einem Ackerbaubetrieb in Esperance in Westaustralien als Drescherfahrerin zur Getreideernte und bin von meinen Erfahrungen hier begeistert.“ Beispielsweise hatte sie vor Ort die Möglichkeit, einen Mähdrescher mit einer Schneidwerksbreite von über 18 Metern zu fahren. Gerade Australien würde sich demnach optimal für einen beruflichen Aufenthalt eignen, weil während des australischen Sommers in Deutschland Winter ist und die Betriebe in Australien auf gut ausgebildete Saisonkräfte angewiesen seien.

Für die angehende Landwirtin fiel die Wahl auf eine Farm in der Nähe des Küstenorts Esperance, damit sie ihre Freizeit am Strand verbringen konnte. Sie surft gern und hatte dazu auch die Gelegenheit, denn die Verdienstmöglichkeiten auf der Farm sind nach eigenen Angaben sehr ordentlich gewesen.Wie der Landwirtschafts- und Dienstleistungsbetrieb NIB Beckendorf mitteilt, sei man derzeit auf der Suche nach neuen Auszubildenen. So könne man sich etwa noch für als Azubi für den Beruf Fachkraft Agrarservice und Landwirt bewerben. Auch Schülerpraktikanten, Studenten und Erntehelfer seien willkommen.