Gröningen l Das neue Hinweisschild ist groß und fällt Passanten und Autofahrern sofort auf. Eine örtliche Metallbaufirma hat es schon am frühen Morgen aufgestellt. Zur Einweihung sind Bürgermeister Ernst Brunner (SPD), Dirk Petri (Campusleiter Berufsbildung), Thomas Scholz (Campusleiter Allgemeinbildung) sowie Detlef Höltge (Ausbildungsleiter Wirtschaftsakademie) gekommen. Auch das Gymnasium wird an diesem Tag durch drei Schülerinnen repräsentiert. Annabell Schenkendorf (10 Jahre alt), Nele Lindner und Henriette Rönnebeck (beide 11 Jahre) vertreten die fünfte Klasse, die im letzten Jahr gebildet wurde. Künftig soll das Gymnasium von unten her nachwachsen, also jedes weitere Jahr eine neue Klasse nachrücken. Anmeldungen und Anfragen dazu gebe es bereits etliche, versichert Thomas Scholz.

Die drei Mädchen sind nicht nur zu zuschauen gekommen. „Wir wollen eine Chronik schreiben“, verrät Henriette. „Unser Direktor, Thomas Scholz, kam auf diese Idee und wir fanden den Gedanken ganz gut.“ Die Schülerinnen wollen Fotos machen und kleine Texte zu den Fortschritten schreiben. Selbst an Interviews mit den Beteiligten wollen sie sich heranwagen.

Vorfreude bei Schülern

Bei den Dreien herrscht auch schon eine gewisse Vorfreude auf die neuen Möglichkeiten, die sich den Schülern nach dem Bau eröffnen werden. „Ich finde es schön, weil wir auf diese Weise neue Klassenräume bekommen und es einen viel größeren Schulhof gibt“, sagt Annabel. Die wissbegierige Nele freut sich schon auf den neuen Stoff im Unterricht und die bislang ungeahnten Möglichkeiten.

Die Mädchen sind sicher, dass ihnen noch allerhand Rüstzeug für ihre späteren Berufe mit auf den Weg gegeben wird. „Wir profitieren auf jeden fall noch von den ganzen Neuerungen“, ist sich Henriette sicher. Sie will einmal Ärztin werden. Annabell träumt von einer Laufbahn als Autorin oder als Kinderärztin. Bei Nele wird es etwas ausgefallener. Sie will entweder Kosmetikerin oder Tierärztin werden.

Thomas Scholz schmunzelt und nickt dazu. „Die Berufswünsche können sich über die Jahre schon noch einmal ändern. Es ist aber gut, wenn man klare Vorstellungen hat“, sagt er.

Seniorenakademie geplant

Die hat der Bauherr Rahn Education auf jeden Fall. Seit drei Jahren wurde beschäftigen sich Gotthardt Dittrich und die Vertreter der Stadt Gröningen mit dem Thema. Dittrich setzt damit seine Vision in die Tat um. Der von Ines Kühn – vom Bauamt der Verbandsgemeinde Westliche Börde – entwickelte Slogan „Bildungsstadt – Stadtbildung“ ist inzwischen ein geflügeltes Wort am Bördecampus. „Damit wird das Konzept der frühen Kindesbildung bis hin zum Alter ganz gut beschrieben“, erzählt Thomas Scholz. „Der Verbund von Kommunal und Freien Trägern führt dazu, dass wir hier in Gröningen alles anbieten können, was für Familien interessant ist.“

So gebe es künftig einmal Angebote von der Kindertagesstätte über Grundschule, Hort, Sekundarschule, Gymnasium bis hin zur Berufsausbildung. Dazu komme dann auch noch einem derzeit in der Planung befindliche Seniorenakademie.

Das alles unterstützt auch die Stadt Gröningen, schon die Planungen zum Bördecampus seien gemeinsam mit Rahn Education zusammen erfolgt, versichert der Bürgermeister. „Es gibt mittlerweile schon sehr viele Anfragen für die Baugebiete“, sagt Ernst Brunner.“ Das betrifft Großalsleben und Kloster Gröningen besonders. Auch in Gröningen selber sehe er noch viele Möglichkeiten für junge Familien.

Hohe Zahl von Interessenten

„Auf diesem Weg können wir die aktuelle Demographieentwicklung aufhalten und letztendlich sogar umkehren“, bringt Brunner vor. „Zudem ist die Stadt ganz gut angebunden. Innerhalb einer halben Stunde ist man mit dem Auto in Halberstadt oder gar Magdeburg.“

Im Rahmen des Landesprogramms „integrierte Stadtentwicklung“ habe man Studien erstellen lassen, die die Aussichten für die Gröninger als positiv einschätzen. Das beweise auch die hohe Zahl an Voranfragen von Interessenten, die sich in der Stadt und den Ortsteilen niederlassen wollen.

Das Errichten des neuen Schildes sei ein erstes sichtbares Zeichen für den Start in die Umsetzung des Projektes. Im März geht es auch schon los. Die Verwaltung zieht in das Gebäude der Kindertagesstätte und es beginnt der geplante Rückbau von alten Räumlichkeiten. Im nächsten Schritt erfolgt der Neubau des Schulgebäudes. Danach folgt die Integration der bestehenden Gebäude. In einem weiteren Schritt folgt auch schon die Außenanlage.