Wulferstedt l „Die Qualität der wieder geschlossenen Pflasterflächen weicht deutlich von der Norm ab. Dazu gehört, dass fehlende Pflastersteine einfach durch Sand ersetzt werden oder auch beschädigte Pflastersteine wieder eingesetzt werden“, erklärt Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz (SPD). Damit beschreibt das Gemeindeoberhaupt Qualitätsmängel, die offensichtlich sind. Was aber ist mit der Verdichtung im Untergrund? Das müsse die Verwaltung kontrollieren.

Gemeinderatsmitglied Andreas Dippe bestätigt, dass sich mehrere Bürger bei ihm beschwert hätten. „Ich habe auch Fotos bekommen, auf denen zu sehen ist, wie schlecht die Straßen und Fußwege wieder verschlossen wurden. Ich kann den Ärger der Leute verstehen. Wir haben hier in Wulferstedt in den vergangenen Jahren in Straßen und Fußwege investiert und die Leute haben im Rahmen der Straßenausbaubeiträge nicht wenig dafür bezahlt“, so Andreas Dippe. Er würde anstelle der Gemeinde nicht einen Meter abnehmen. Andreas Dippe sieht zugleich einen gehörigen Aufwand, den hinterlassenen „Pfusch“ zu beseitigen. „Wulferstedt war jetzt das ‚Versuchskaninchen‘. Aus den gemachten Fehlern kann die Gemeinde nur lernen“, so der Wulferstedter.

In Wulferstedt machen sich indes die verschiedensten Gerüchte breit. Fabian Stankewitz betont jedoch: „Die Baustelle ist nicht gestoppt, wir haben aber der beauftragten Firma Ostbau signalisiert, dass unter diesen Umständen keine Abnahme der Baustelle erfolgt. Zugleich habe Ostbau signalisiert, dass ein, ich will ihn mal so nennen, ‚Kosmetiktrupp‘, geschickt wird, der alle Schadstellen durchgeht und repariert. Wir versuchen bereits Pflastermaterial nachzubestellen. Ziel muss es sein, dass nach den Reparaturen die Qualität der wieder geschlossenen Fußwege dem ursprünglichen Zustand sehr nahe kommt“, erklärt der Bürgermeister.

Insgesamt zeigt er sich von der Fachfirma enttäuscht, für die derartige Arbeiten eigentlich Standardprozesse sein dürften. Solange die Fußwege nicht in der Qualität wieder geschlossen sind, wie es sich die Gemeinde vorstellt, würden keine Gelder ausgezahlt, Rechtsmittel behalte sich die Kommune vor.

Fabian Stankewitz betont nochmals, dass die Maßnahmen in Wulferstedt noch nicht abgenommen sind. Wenn die Abnahme erfolgt, können Gemeinderatsmitglieder gern dabei sein. In Wulferstedt ist der Breitbandausbau in der Verbandsgemeinde Westliche Börde gestartet. Wulferstedt ist sozusagen auch als Versuchsobjekt zu betrachten, auch um Standards für die anderen Orte zu entwickeln.

Der für Wulferstedt zuständige Bauleiter der Firma Ostbau befindet sich aktuell im Urlaub. Die Volksstimme-Nachfrage zu den Problemen in Wulferstedt wurde deshalb an den Oberbauleiter Tiefbau des Unternehmens verwiesen. Ein Rückruf erfolgte jedoch nicht.