Oschersleben l Die Altbrandsleberin Ines Schreinert möchte sich nicht einfach so damit abfinden, dass der Breitbandausbau um ihren Heimatort einen großen Bogen macht. Deshalb brachte sie das Thema in der Stadtratssitzung Anfang August in der Einwohnerfragestunde zur Sprache. Schlussendlich auch um abzuklopfen, ob möglicherweise noch die Chance besteht, Altbrandsleben mit einem schnellen Internet zu versorgen, ehe der Zug ganz abgefahren ist. Als vor wenigen Tagen der Ortschaftsrat in ihrem Heimatdorf tagte, nutzt Ines Schreinert diesen Termin, um die Räte in Sachen Breitbandausbau nochmals zu sensiblisieren und vor allem zu aktivieren. Ihrer Meinung nach könne es nicht einfach so hingenommen werden, dass Altbrandsleben von der schnellen Datenautobahn abgeschnitten wird. Diese um das Dorf einen großen Bogen macht.

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Im Ergebnis der Ortschaftsratssitzung teilte Ines Schreinert der Volksstimme mit, dass mit dem Protokoll der Sitzung die Bitte an die Stadtverwaltung heran getragen wird, im Rahmen einer Bürgerversammlung die Altbrandsleber erneut zu informieren, die Anschlussquote, die nach den Bürgerversammmlungen vor rund zwei Jahren bei 32 Prozent lag, möglicherweise zu erhöhen und damit den Breitbandausbau wirtschaftlich vertreten zu können.

Mathias Steffen, Leiter des Bürgermeisterbüros, hat sozusagen den Hut für den Breitbandausbau in Oschersleben und Umgebung auf. Er möchte das Ansinnen der Altbrandsleber nicht gänzlich verneinen. „Der Ausbau für Altbrandsleben war ja erst einmal zurück gestellt worden, weil die Nachfrage zu gering war. Dass der Ausbau noch 2019 erfolgen könnte, dem muss ich eine klare Absage erteilen. Und ich kann auch kein Versprechen abgeben, ob der Ausbau überhaupt erfolgen kann, es hängt vom Interesse der Bürger ab“, erklärt Mathias Steffen. Andererseits kann er berichten, dass das Interesse der Bürger steigt, sind die Bagger erst einmal angerückt. Bestes Beispiel sei hier Beckendorf, wo etliche Bürger noch Verträge abgeschlossen hätten.

Bauarbeiten in Hordorf

Aktuell hält die Stadt am Fahrplan des ersten Abschnittes beim Bau des Gigabitnetzes fest. Und dieser sieht so aus, dass die Erschließung in Neindorf und Neubrandsleben abgeschlossen ist. Derzeit laufen die Bauarbeiten in Beckendorf und in der Kernstadt, wo die Glasfaserkabel im Gewerbegebiet „Am Pfefferbach“ verlegt werden. Tiefbauarbeiten sind aber ebenso in der Innenstadt nicht zu übersehen. Mithilfe der Fördermittel können auch die Oschersleber Schulen mit Gigabit-Glasfaseranschlüssen versorgt werden.

Zum ersten Bauabschnitt gehört auch der Ortsteil Hordorf, wo Anfang September die Tiefbauarbeiten starten sollen.

Kürzlich fand hier eine Vorortberatung mit den verantwortlichen Planern statt, um die örtlichen Begebenheiten einzuschätzen. „Um bei Hordorf zu bleiben, haben wir in Erwägung gezogen, von hier aus Kleinalsleben mit dem Gigabitnetz zu versorgen. In diesem Ortsteil ist die Not am größten. Ursprünglich sollte Kleinalsleben über Hadmersleben erschlossen werden“, erklärt Mathias Steffen.

Ebenso berichtet er, dass möglicherweise noch in diesem Jahr in Schermcke mit dem Verlegen der Glasfaserkabel begonnen werde. Für 2020 werde die „Nordostachse“ ins Visier genommen. Dazu gehören Peseckendorf und Klein Oschersleben. Fraglich ist in dieser Richtung, ob auch in Groß Germersleben die Kabel für eine schnelle Datenautobahn verlegt werden können. In dem Ortsteil haben bislang zu wenige Bürger Interesse an einem Anschluss gezeigt.