Oschersleben l Laut den neuen Vorgaben dürfen bis zum 31. August keine Großveranstaltungen stattfinden. Wie Rathaus-Sprecher Mathias Schulte erklärt, ist das Stadtfest davon auf jeden Fall betroffen. Es war für den 19. bis 21. Juni geplant. Mehrere Tausend Besucher wurden erwartet.

Aus für das Stadtfest

Wie es mit anderen städtischen Veranstaltungen aussieht, bleibt laut Schulte abzuwarten. Dafür müsse man zunächst die neue Eindämmungsverordnung des Landes prüfen. Sie regelt die genauen Einzelheiten für Sachsen-Anhalt. Zum Zeitpunkt des Gespräches lag sie noch nicht vor. Allerdings gebe es bis Ende August auch keine städtischen Veranstaltungen, die sich in einer ähnlichen Größenordnung wie das Stadtfest bewegen.

Die Motorsport Arena ist von den neuen Vorgaben ebenfalls betroffen. Dort muss nun auch das 25. Opeltreffen ausfallen. Es sollte parallel zum Stadtfest begangen werden. „Wir haben lange daran festgehalten, dass wir 2020 ein großes Jubiläum hier in der Motorsport Arena Oschersleben feiern können“, erklärt Veranstaltungskoordinatorin Alexandra Werner. Die Absage falle nicht leicht. Aber: „Für uns als Motorsport Arena Oschersleben gibt es hier auch keine Spielräume, die Veranstaltung im September oder später durchzuführen (sollte dann die Anzahl an Besuchern erlaubt sein)“, teilt Alexandra Werner mit. „Es macht daher aus unserer Sicht keinen Sinn, auf einen Termin im Jahre 2020 zu hoffen.“ Daher soll die 25. Auflage des Opeltreffens im nächsten Jahr stattfinden. Alle Karten behalten ihre Gültigkeit. Wer sein Ticket zurückgeben möchte, hat jedoch bis zum 30. Juni Gelegenheit dazu.

Lob für Gutschein Aktion

Doch Veranstaltungen, die ausfallen müssen, sind nur eine Seite der Medaille. Denn: Läden bis 800 Quadratmeter dürfen ab Montag wieder öffnen. Es gelten die gleichen Hygieneverordnungen wie schon jetzt in Supermärkten oder Baumärkten. Mit dieser vierten Corona-Verordnung, die die sachsen-anhaltinische Landesregierung gestern abgestimmt hat, dürfen auch die kleinen Geschäfte in der Oschersleber Fußgängerzone öffnen.

„Schau mal rein“ unter diesem Motto betreibt seit zahlreichen Jahren Catrin Friedrich ihre gleichnamige Boutique in der Halberstädter Straße. Sie wünscht sich, dass ab Montag viele Kunden das Motto wörtlich nehmen und das Geschäft wieder belebt wird. „Es wird Zeit“, sagt die Geschäftsfrau. „Auch wenn ich die Schließzeit effektiv genutzt habe. Mein Laden zeigt sich meinen Kunden ab Montag frisch renoviert, ich habe alles hübsch gemacht.“

Bestellte Ware blieb aus

Catrin Friedrich hat Unterstützung aus dem Sofortprogramm beantragt, ohne jede Reaktion. Bestellte Ware ist durch den Lieferstopp nicht geliefert worden, wird erst jetzt eintreffen. Catrin Friedrich hofft, dass die Menschen sich raus trauen, an die Händler in der Stadt denken und das Geld hier vor Ort lassen. „Wenn der Gesetzgeber es vorgibt, werde ich eine Maske tragen. Die vorgegebenen Sicherheitsabstände können in unserem Geschäft eingehalten werden, darauf achte ich auch“, meint Catrin Friedrich.

Marion Felger, Inhaberin des Geschäftes M-Fashion in der Hornhäuser Straße, freut sich ebenso, dass sie am Montag ihr Geschäft wieder öffnen kann. „Ich bin erleichtert. Der Antrag auf Unterstützung aus dem Sofortprogramm ist zwar gestellt, aber ich habe keinerlei Infos dazu. Vier Wochen, so wie jetzt, kann eine Schließung mal überbrückt werden, aber länger nicht. Dann würde es eng werden“, meint die Oschersleberin. Wobei Marion Felger die Anordnungen und Regelungen der Bundes- und Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie völlig in Ordnung findet, sie absolut notwendig waren. Dass die Regelungen nun schrittweise gelockert werden, ebenso. So hofft sie, dass auch Schüler und Lehrer zurück in ihren Alltag finden, Gaststätten wieder öffnen dürfen. „Wir Händler sind da schon in einer glücklicheren Lage“, schätzt Marion Felger ein. Gut fand sie die Gutschein-Aktion der Stadt. Sie habe sich auf dem Portal ebenso angemeldet. „Die Aktion hat geholfen“, so Marion Felger. Um ihre Kunden zu schützen, seien Desinfektionsmittel und Handschuhe vorhanden. Sie wolle auch eine Maske tragen. „Wir sollten Vorbilder sein, damit unser Leben mehr und mehr Normalität bekommt, es keine Rückschläge gibt. Natürlich werde ich meine Kunden auf das Einhalten der Abstände hinweisen.“

Katrin Klenke wird ihren „Burg-Laden“ ebenso wieder öffnen. Gestern hat sie erst einmal versucht, sich zu informieren, welche Bestimmungen sie einzuhalten hat.