Bauprojekt

Details zum neuen Oschersleber Wohngebiet

An der Lüneburger Straße sollen Stadtvillen sowie Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstehen

Von André Ziegenmeyer
So sollen die Gebäude des neuen Wohnparks einmal ausssehen.
So sollen die Gebäude des neuen Wohnparks einmal ausssehen. Grafik: Holger Schubert

Oschersleben. Auf einer Brachfläche an der Lüneburger Straße soll ein neues Wohngebiet entstehen. Auf der jüngsten Sitzung des Bau-, Wirtschafts- und Umweltausschusses hat der Investor dazu Details vorgestellt.

Die Neuigkeiten fangen bereits beim Namen an. Bisher war in den städtischen Unterlagen vom „Wohngebiet Lüneburger Straße“ die Rede. Künftig soll das Gelände jedoch „Wohnpark an der alten Zuckerfabrik“ heißen – ein Verweis auf die Geschichte des Areals.

Vorhabenträger ist Holger Schubert, der aus Hötensleben stammt und heute im niedersächsischen Bassum lebt. Laut dem Ausschuss-Vorsitzenden Torsten Schubert (CDU) - nicht verwandt und nicht verschwägert - hat Holger Schubert unter anderem bereits Projekte in Hötensleben, Harbke und Gröningen umgesetzt. Allgemein sei das Projekt zu begrüßen, denn dadurch entstehe viel neuer Wohnraum in der Innenstadt, so der Vorsitzende.

Fläche ist knapp 12.000 Quadratmeter groß

Das Gelände, um das es geht, befindet sich zwischen der Berliner, der Lüneburger und der Fabrikstraße. Wie Holger Schubert informierte, ist es knapp 12.000 Quadratmeter groß. „Wie Sie alle wissen, habe ich Ende letzten Jahres das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik gekauft“, so der Vorhabenträger zu den Ausschuss-Mitgliedern.

Geplant seien fünf Mehrfamilienhäuser, vier Stadtvillen und vier Reihenhäuser. Sie alle sollen vermietet werden, und zwar als reine Wohnbebauung. Geschäfte und Boutiquen seien nicht geplant. Laut dem Investor werden die Gebäude mindestens 96 sogenannte Wohneinheiten umfassen und eine Wohnfläche von etwa 7200 Quadratmetern haben. Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet. In der Hauptsache handele es sich um barrierefreie Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen. Rollstuhlgerechte Aufzüge sind laut dem Investor ebenfalls geplant.

Wie Holger Schubert ausführte, sollen die Einfamilienhäuser zweigeschossig werden und ein Zeltdach bekommen. Auch die Reihenhäuser werden zwei Etagen haben. Sie bekommen jedoch Satteldächer. Für die Mehrfamilienhäuser an Berliner und Fabrikstraße seien drei Vollgeschosse und ein sogenanntes Staffelgeschoss geplant. Damit ist ein Obergeschoss gemeint, das etwas zurücksteht und damit kleiner ist als die übrigen Stockwerke. Die Höhe der Bebauung solle zur Lüneburger Straße hin abfallen. Denn dort befinden sich eingeschossige Häuser.

Wohnpark soll eigenes Blockheizkraftwerk erhalten

Holger Schubert erklärte, dass auch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) geplant sei. Das solle die Gebäude zentral mit Wärme und Energie versorgen. So sollten die Nebenkosten niedrig gehalten werden. Auch die Straßenlampen würden an das BHKW angeschlossen. Außerdem sollen die Häuser dem Energieeffizienz-Standard KfW 40 entsprechen.

„Im Zuge der Baumaßnahme ist zudem die Errichtung diverser Ladestationen für Elektroautos in verschiedenen als Parkplatzflächen ausgewiesenen Bereichen sowie in jedem der im Rahmen des Projektes ausgewiesenen Einfamilienhäuser angedacht“, heißt es in den Unterlagen. Nicht zuletzt sei eine Tiefgarage geplant. Dort sollen laut dem Investor unter anderem auch Lademöglichkeiten für Elektro-Fahrräder installiert werden.

„Das gesamte Areal wird so aufgebaut, dass es in sich geschlossen ist“, führte Holger Schubert aus. Das fange schon bei der Gestaltung an. Die Mehrfamilienhäuser sollen eine Klinkerfassade in Anthrazit mit weißen Elementen erhalten. Für die Einfamilien- und Reihenhäuser seien bordeauxrote Klinker angedacht.

Die Zufahrt für den Wohnpark solle ausschließlich über die Lüneburger Straße erfolgen, so der Vorhabenträger. An der Fabrikstraße werde es lediglich eine zusätzliche Ausfahrt geben. Die Baustraße solle in Privatbesitz verbleiben. Dadurch lasse sich kontrollieren, wer in das Wohngebiet hineinfahre. Eventuell seien auch Pylone denkbar, die sich herauf- und herunterfahren lassen. „Nachts sind dann nur die Autos dort, die auch dort hingehören. Außerdem haben die Mieter Gewissheit, dass niemand anderes auf ihrem Parkplatz steht“, informierte Holger Schubert.

Bauzeit von drei Jahren geplant

Wie der Investor erklärte, sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen. Insgesamt sei eine Bauzeit von etwa drei Jahren realistisch. Ein so schneller Baustart könnte laut dem Ausschussvorsitzenden Torsten Schubert jedoch schwierig werden. Denn zunächst muss für das Projekt Baurecht geschaffen werden. Bis dahin sind noch einige Beschlüsse seitens des Stadtrates und seiner Ausschüsse nötig.

Der Bauausschuss fasste bei seiner Sitzung keinen formalen Beschluss. Trotzdem stimmten die Mitglieder über das Projekt ab. So wollten sie Holger Schubert zeigen, wie sie zu seinem Vorhaben stehen. Das Ergebnis war geschlossene Zustimmung.