Stadt und Natur

Die Stadt Gröningen will auf ihren Grünflächen mehr für den Insektenschutz tun

In Gröningen wird ein neues Konzept für die Bepflanzung öffentlicher Flächen getestet.

Von Josephine Schlüer
Fabian Stankewitz präsentiert die Probefläche für ein neues Pflanzkonzept in der Stadt Gröningen.
Fabian Stankewitz präsentiert die Probefläche für ein neues Pflanzkonzept in der Stadt Gröningen. Foto: Josephine Schlüer

Gröningen - Weniger pflegeintensive Grünflächen könnten ab dem nächsten Jahr in den Gemeinden der Westlichen Börde entstehen. Eine zweieinhalb mal zweieinhalb Meter große Musterfläche wurde vor dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Gröningen bepflanzt. Mit dem Pflanzkonzept wurde ein Landschaftsarchitekturbüro beauftragt, teilte Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz mit.

Aktuell befinden sich dort junge Blühpflanzen, die jeweils zu unterschiedlichen Zeiten blühen. „Sind diese irgendwann ausgewachsen, steht immer mindestens eine Pflanze von April bis Oktober in der Blüte“, sagt Stankewitz. So entstehe ein ästhetisches Bild, aber auch die Biodiversität für Bienen und weitere Insekten werde gefördert. Zudem verringere sich der Pflegeaufwand seitens der Verbandsgemeinde erheblich und Kosten könnten auf dieses Weise eingespart werden.

Sobald die Jungpflanzen, die vor etwa einem Monat angepflanzt wurden, ausgewachsen sind, werden sie laut Stankewitz die gesamte Fläche einnehmen. Unkraut dürfte dann keinen Platz dort haben. Dementsprechend würde nicht nur das häufige Mähen im Sommer entfallen, sondern eben auch die Beseitigung von Unkrautgewächsen. „Flächen dieser Art müssen dann nur noch zweimal im Jahr bewirtschaftet werden, im Frühjahr und im Herbst“, so der Bürgermeister.

Für die Bepflanzung wurde ein sogenannter Magerboden verwendet. Das Erdreich sei sehr flach gehalten, so dass die Blühpflanzen nicht übermäßig in die Höhe wachsen. Über den Spezialboden erhalten die Gewächse nur minimalste Nitrate. Das Pflanzmuster sei so gewählt worden, dass sich die Gewächse miteinander vertragen und sich nicht gegenseitig verdrängen, erklärt Stankewitz das Konzept weiter. „Ein einstimmiges Bild soll am Ende entstehen.“

Zunächst solle jedoch ausprobiert werden, ob die gewünschten Effekte tatsächlich eintreten, weshalb die Verbandsgemeinde sich für die Anlage der Musterfläche entschieden hat. Sowohl der Wunsch nach einer Veränderung bei der Pflege der Grünanlagen als auch nach einem ökologischen Mehrwert sei in allen Gemeinden der Westlichen Börde vorhanden, erklärt Stankewitz.

500 Euro hat die Westliche Börde in die Musterfläche investiert. Im nächsten Jahr wird entschieden, ob eine derartige Bepflanzung auch an anderen Stellen in der Verbandsgemeinde angewendet wird.