Oschersleben l Das Denkmal im Knochenpark erinnert an die Oschersleber Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. Mehr als zehn Jahre fehlt ihm eine Platte. Eigentlich sollen 15 Stahlplatten die Namen der getöteten Männer dokumentieren. Aktuell sind es aber nur 14. Es ist die letzte Tafel, die fehlt mit den Namen von V bis Z. Die Namen sind alphabetisch geordnet. Jetzt soll die Platte wieder montiert werden.

„Wir vermuten, dass sich die Platte gelockert hat, da Jugendliche immer mal wieder auf das Denkmal geklettert sind“, sagte Mathias Schulte von der Stadtverwaltung. Vor mehr als zehn Jahren nahm die Stadt die Gedenktafel in ihre Obhut, vermutet der Pressesprecher. Warum sie so lange nicht angebracht worden ist, ist ihm nicht bekannt. Er hofft, dass auch das Graffiti an der Vorderseite des Denkmals im Zuge der Montage entfernt wird.

Einweihung des Denkmals im Jahr 1928

Das Denkmal wurde Ende der 1920er Jahre im Knochenpark errichtet. Zwei Akten dokumentieren die Entstehung des Denkmals. Sie enthalten Lagepläne, Zeitungsartikel, Angebote und Beschlüsse der Stadt.

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Die Stadtväter gründeten damals extra einen Denkmalausschuss. Zuvor gab es Spendenaufrufe seitens der Stadtverwaltung, um den Bau des Kriegerdenkmals zu finanzieren. Außerdem wurde ein Fonds eingerichtet. Aus den Akten geht weiter hervor, dass ein Jahr nach Einweihung ein Name auf einer Stahltafel ergänzt worden ist. Es haben sich viele verschiedene Bildhauer darum beworben, das Denkmal in Oschersleben zu gestalten. Ernst Paul Hinckeldey zum Beispiel konzentrierte sich auf die Darstellung von abgemagerten Männern, die einen Toten im Arm haben. Den Zuschlag bekommen hat ein anderer, nämlich der 1867 geborene Bildhauer Hans Dammann. Er hat das Oschersleber Ehrenmal geschaffen.

Am Mittag des 18. November 1928 um 12.30 Uhr ist das Denkmal auf dem Alten Friedhof, heute Knochenpark, eingeweiht worden.

Insgesamt 70 Kriegerdenkmäler hat der Bildhauer ans Dammann gestaltet. Nach dem Ersten Weltkrieg entwarf er Grabdenkmäler, bis er ab 1922 fast ausschließlich Kriegerdenkmäler schuf. In seinen letzten Lebensjahren wandte sich der Professor wieder zivilen Werken zu. Kriegerdenkmale, die auch an einfache Soldaten erinnern, entstanden nach der Französischen Revolution mit der Einführung der Wehrpflicht in Frankreich. In Deutschland gewannen sie seit der Befreiungskriege von 1813 bis 1815 an Bedeutung. Über 100 000 Kriegerdenkmäler soll es in Deutschland geben.