Ausleben l „Nachdem hier 40 Jahre nichts passiert ist, haben wir nun doch mal das Gemeindebüro auf Vordermann gebracht“, sagt Auslebens Bürgermeister Dietmar Schmidt (Unabhängige Wählergemeinschaft). So dass Schmidt nun genau ein Jahr nach Beginn seiner zweiten Amtszeit in einem schmucken Bürgermeisterbüro sitzt und über das redet, was seit seiner Wiederwahl bereits passiert, beziehungsweise was derzeit für die Gemeinde recht problematisch ist.

So gehört zur Bilanz der 365 Tage für Dietmar Schmidt längst nicht nur jenes, auf Beschluss des Gemeinderates für etwa 10.000 Euro sanierte Bürgermeisterbüro. Das im Übrigen Dietmar Schmidt längst nicht alleine nutzt, sondern in dem beispielsweise auch Ausschuss- oder Fraktionssitzungen stattfinden. Zu dieser Jahresbilanz des Bürgermeisters gehört außerdem, dass weitere Sanierungsarbeiten im und am Rathaus vorgenommen worden sind. Vor allem im Bereich des Hortes, der auch in diesem Haus im Bauernwinkel 1 sein Domizil und inzwischen unter anderem einen neuen Sanitärbereich hat.

Jüngstes Beispiel ist Heizungsanlage

„Auch haben wir im zurückliegenden Jahr die Sanierung unserer Durchgangsstraße L 104 fortgesetzt und mehrere Verschönerungs- sowie Instandsetzungsmaßnahmen an der Grundschule und an der Sekundarschule vorgenommen“, sagt der Bürgermeister und nennt als jüngstes Beispiel die Erneuerung der Heizungsanlage in der Grundschule.

Weitere Projekte seien auf Grundlage des bereits beschlossenen Zwei-Millionen-Euro-Haushaltsplanes der Gemeinde für 2019 in Angriff beziehungsweise in Gang gesetzt worden. Wobei die Gemeinde bei der Umsetzung dieser Vorhaben nun erst einmal abwarten werde, welche zusätzlichen finanziellen Belastungen auf sie zukommen, da während der derzeitigen Sanierungsarbeiten an der Kindertagesstätte „Schloss Trautenburg“ im Dachbereich unerwartete Schäden zum Vorschein gekommen sind.

Was die Gemeinde aber nicht daran hindern sollte, so Dietmar Schmidt, zum einen die Sporthalle energetisch umzustellen und zum anderen ein für den Ortsteil Ottleben geplantes Eigenheimgebiet vorzubereiten. Was die Sporthalle angeht, so gibt es hier eine Kostenschätzung von 26.200 Euro, für die die Gemeinde aber eine etwa 50-prozentige Förderung vom Land erwartet hatte.

Projekt auf eigene Kosten realisieren

„Allerdings haben wir bisher keine Fördermittel zugesagt, von der zuständigen Behörde auf unseren Antrag noch nicht einmal eine Antwort bekommen“, sagt Dietmar Schmidt. Weshalb er nun dem Gemeinderat vorschlagen werde, das Projekt ausschließlich auf eigene Kosten zu realisieren. „Die energetische Umstellung wäre auf lange Sicht sehr vorteilhaft, weil wir danach in jedem Jahr mindestens 2 500 Euro Energiekosten sparen würden“, sagt der Bürgermeister.

Den zwar ärgert, dass dieser Antrag auf Fördermittel für die Umstellung der Energieanlage der Sporthalle noch nicht einmal beantwortet worden ist, der sich aber in Sachen Behörden über etwas ganz anderes noch weitaus mehr ärgert. Und zwar im Zusammenhang mit einem Eigenheimgebiet, das die Gemeinde für Ottleben in der Triftstraße geplant hat und in dessen unmittelbarer Nachbarschaft vor einigen Jahren schon fünf Eigenheime gebaut worden sind.

Diese Fläche für die neuen Eigenheime ist bereits als Bauerwartungsland ausgewiesen und so sind nun bei der Planung der acht bis zehn Bauplätze die Träger der öffentlichen Belange einbezogen, sprich, sie sind um ihre Meinung gebeten worden. „Was da an Reaktionen und Forderungen gekommen ist, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und habe ich noch nicht erlebt“, ärgert sich Bürgermeister Dietmar Schmidt.

Historische Siedlung vermutet

Da kritisiert zum einen die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, dass zwei Linden gefällt werden sollen und dadurch ein Allee-Charakter verloren gehe. „Was nicht stimmt. Außerdem werden wir natürlich Ersatzpflanzungen vornehmen“, sagt Dietmar Schmidt.

Weiterhin vermutet die Denkmalbehörde des Landes an dieser Baustelle eine historische Siedlung. „Das ist doch eher ausgeschlossen. Wir haben vor ein paar Jahren gleich nebenan fünf Eigenheime gebaut, dabei sind keinerlei Hinweise auf historische Besiedlungen gefunden worden“, so der Bürgermeister, der nicht zuletzt an die Kosten für die angekündigten achäologischen Arbeiten denkt, die ja die Gemeinde übernehmen müsste.

Doch das alles sind in den Augen von Dietmar Schmidt ja noch längst nicht die schlimmsten Hürden, die die Behörden der Gemeinde Ausleben für die Erschließung des neuen Wohngebiets in der Ottleber Triftstraße in den Weg legen. „So sollen wir beispielsweise nachweisen, was aus den 20 innerörtlichen Baulücken wird, die einst in Ausleben ausgewiesen worden sind. Aber von diesen Baulücken sind ja inzwischen bereits 18 mit neuen Häuser bebaut,“ so Dietmar Schmidt.

Der völlig vom Glauben abfällt, wenn er nun das jüngste Schriftstück in den Händen hält, das er zu diesem Thema vom Land zugeschickt bekommen hat. In dem es unter anderen heißt: „Mit der Umsetzung der Planung würde sich die Möglichkeit eröffnen, dass in diesem neuen Baugebiet künftig 30 bis 40 Bewohner leben könnten. Es ist anzunehmen, dass diese Größenordnung jedoch für die Gemeinde Ausleben das Maß der Eigenentwicklung übersteigt, da dieser keine zentralörtliche Funktion zugeordnet worden ist.“

Eine Aussage, die für den Bürgermeister „unglaublich“ ist und seiner Meinung nach dem Grundprinzip der kommunalen Selbstverwaltung der Gemeinden widerspricht. „Ich habe geglaubt, im falschen Film zu sein, als ich dieses letzte Schreiben gelesen habe“, so Dietmar Schmidt. Der dem Gemeinderat vorschlagen werde, an dem Ottleber Eigenheimprojekt festzuhalten. Was einschließen würde, bis zum 1. März die beiden Bäume zu fällen, die dem Bau der Siedlungstraße im Wege stehen.