Schule und Natur

Erster Unterricht im Grünen Klassenzimmer in Gröningen

Unterricht einmal anders erlebten die Mädchen und Jungen der 2. Klasse der Grundschule Gröningen. Die 19 Kinder waren die Ersten, die im neu geschaffenen „Grünen Klassenzimmer“ direkt an der Bode lernten.

Von Yvonne Heyer
An verschiedenen Stationen  im „Grünen Klassenzimmer“ lernten die Schüler der 2. Klasse die unterschiedlichen Entwicklungsstadien eines Schmetterlings kennen.
An verschiedenen Stationen im „Grünen Klassenzimmer“ lernten die Schüler der 2. Klasse die unterschiedlichen Entwicklungsstadien eines Schmetterlings kennen. Foto: Yvonne Heyer

Gröningen - Zum ersten Mal nehmen Schüler im neu eingerichteten „Grünen Klassenzimmer“ auf dem Gröninger Campingplatz direkt an der Bode Platz. Die 19 Mädchen und Jungen der 2. Klasse der hiesigen Grundschule haben sich auf den Weg gemacht, um an diesem besonderen Ort in der Waldwerkstatt zu „arbeiten“. Dieses Projekt ist für die Grundschüler zum Ende des Schuljahres erarbeitet worden. Und weil es an der frischen Luft stattfindet, ist die Arbeit in gemischten Gruppen und an verschiedenen Stationen möglich.

Gut ausgerüstet sind die Zweitklässler im „Grünen Klassenzimmer“ angekommen. Mit den Becherlupen schöpften sie Wasser aus der Bode und untersuchten es. Jan Schmidgut entdeckte im Bodewasser beispielsweise eine Libellenlarve. Aber die Kinder hatten auch Ferngläser dabei. Damit suchten sie die Umgebung immer wieder nach heimischen Vögeln ab. Bachstelzen kommen an der Bode häufiger vor und zeigten sich ohne Scheu, trotz der Anwesenheit der Kinder.

Klassen- und Schulleiterin Simone Hoppe berichtet, dass die Grundschüler im Rahmen des Projektes doch ein ordentliches Pensum zu bewältigen haben. „Das Konzept der Waldwerkstatt ist sehr umfangreich. Doch gerade jetzt ist die freie Stationsarbeit in verschiedenen Gruppe als eine besondere Form des Lernens sehr wichtig für unsere Schüler, um soziale Defizite, die im Ergebnis des langen Lockdowns und des Distanzunterrichts entstanden sind, auszugleichen. Unsere Klasse ist zum ersten Mal seit Monaten komplett“, berichtet Simone Hoppe. Am Ende der Waldwerkstatt winkt eine Urkunde, die die Kinder als Waldprofis ausweist.

Gemeinsam starten die Kinder auch ein besonderes Experiment. Immer in Abständen von mehreren Minuten verteilt Simone Hoppe, die beim Unterrichtstag im „Grünen Klassenzimmer“ von Eltern unterstützt wurde, Walnüsse -insgesamt fünf Stück. Am Ende sollten die Kinder alle Nüsse wieder gefunden haben. Dann könnten sie wie ein Eichhörnchen auch im Wald überleben.

An einer weiteren Station lernten die Mädchen und Jungen die verschiedenen Entwicklungsstadien eines Marienkäfers oder die Entwicklung einer Raupe bis um Schmetterling kennen.

Das „Grüne Klassenzimmer“, initiiert von der IG Bodelachs und mit Unterstützung von Campingplatz- und Bootsverleihinhaber Hans-Joachim Lemgau umgesetzt, ist gerade erst fertig geworden. Wie gesagt, die Schüler der 2. Klasse der Gröninger Grundschule waren gestern die Ersten, die im Grünen lernen konnten. Wie Hans-Joachim Lemgau berichtet, werden weitere Klassen, auch aus dem Harzkreis, folgen. „Wir sind schon gut gebucht“, so Lemgau. Weitere Sitzgelegenheiten und zusätzliches Anschauungsmaterial sollen noch beschafft werden. Das Grüne Klassenzimmer" bietet direkt an der Bode viele Möglichkeiten Fauna und Flora am und im Wasser zu entdecken, zu erfahren, was sich hinter dem Lebensraum Fließgewässer alles verbirgt, welche Tierarten hier vorkommen, welche ökologischen Zusammenhänge es auch hinsichtlich der Vegetation gibt.

Für den Unterricht im „Grünen Klassenzimmer“ haben die Kinder auch Handwerkszeug, wie zum Beispiel Lupen mitgebracht.
Für den Unterricht im „Grünen Klassenzimmer“ haben die Kinder auch Handwerkszeug, wie zum Beispiel Lupen mitgebracht.
Foto: Yvonne Heyer
Mit dieser großen Becherlupe hat Jan Schmidgut im Bodewasser eine Libellenlarve entdeckt.
Mit dieser großen Becherlupe hat Jan Schmidgut im Bodewasser eine Libellenlarve entdeckt.
Foto: Yvonne Heyer