Schützentradition

Fest abgespeckt, doch die Barneberger Königsfamilie bleibt groß

Seit Jahrzehnten steht das erste August-Wochenende in Barneberg ganz im Zeichen des Volks- und Schützenfestes. 2020 wurde die Tradition unterbrochen. Auch in diesem Jahr war lange ungewiss, ob und wie man feiern könnte. Der Schützenverein hatte nun kurzfristig entschieden: Wir veranstalten ein „Schützenfest light“.

Von Angelika Höde 11.08.2021, 11:47
Die Tradition des Festumzugs konnte zum diesjährigen Schützenfest in Barneberg wieder aufgenommen werden.
Die Tradition des Festumzugs konnte zum diesjährigen Schützenfest in Barneberg wieder aufgenommen werden. Angelika Höde

Barneberg - In abgespeckter Form und trotzdem mit den bewährten Bräuchen am Start hat der Barneberger Schützenverein von 1900 seine Tradition nach der Zwangspause also wieder aufleben lassen. Am Sonnabend fand das beliebte Volkskönigsschießen statt. Hier hatten alle Barneberger und auch Gäste die Möglichkeit, ihre Treffsicherheit unter Beweis zu stellen. Ein Angebot, das über Stunden gern angenommen wurde und bis zur Proklamation der großen Königsfamilie 2021 von Spannung geprägt war.

Trophäen von Hand bemalt

Seine eigenen Majestäten sowie die Pokalsieger hatte der Verein bereits im Vorfeld ausgeschossen. Auch sie wurden nun in größerer Runde verkündet. Vereinsvorsitzender Maik Würdig und Schießsportleiter Christian Weiß übergaben die Pokale und die begehrten Schützenscheiben, die auch in diesem Jahr wieder liebevoll und ganz individuell von Schützenbruder Peter Türke gestaltet worden waren. So durfte sich etwa das Königspaar des Barneberger Bikerclubs über ein passendes Scheibenmotiv mit Sensenmann, Chopper und Kirchturm unterm Sternenhimmel freuen. Nicht nur dafür fand anschließend der Präsident des Bikerclubs, Andreas Jabs, lobende Worte: „Vielen Dank an die Schützen für die Vorbereitung und Durchführung des Schützenfestes. So bleibt eine Tradition im Ort hoffentlich noch lange erhalten.“

Unter Begleitung des Barneberger Schalmeienorchesters und der Vertreter der örtlichen Vereine wurden am Sonntagmorgen die neuen Majestäten von zu Hause abgeholt. Gemeinsam ging es dann zur Kulturscheune, wo ein deftiges Schützenfrühstück kredenzt wurde. Die kleinen Besucher konnten sich währenddessen in einer Hüpfburg austoben oder bei Klaus-Dieter Würdig frisch zubereitete Zuckerwatte genießen.

Silberwürde für Sextett

Mike Würdig ergriff bei dieser Gelegenheit das Wort und bedankte sich bei seinen Vereinskameraden sowie den Barnebergern generell. „Wir müssen auch in schwierigen Zeiten dafür sorgen, dass die Dorfgemeinschaft zusammenhält“, so sein abschließender Appell.

Zur ihrer Überraschung wurden dann Elke Scholtyschik, Gabriele Beckmann, Helmut Preuße, Wolfgang Mortka, Maik Scholtyschik und Gert Beckmann nach vorn gebeten. Thomas Kasseckert, Vizepräsident der Kreissportschützen, hatte die Aufgabe, die Aufgerufenen im Namen des Landesschützenverbands zu ehren und zeichnete jeden von ihnen mit der Traditionsmedaille in Silber aus. Dafür gab es von allen Anwesenden ein dreifaches „Gut Schuss!“.

Ausklang ohne Nieten

Das Schalmeienorchster unter Leitung von Ronny Krause gab zur Freude der Gäste noch einige Kostproben seines Könnens. Der unverwechselbare Sound der Vollblutmusiker ging allen in die Glieder. Da wurde ordentlich mitgeklatscht, und es erklangen immer wieder begeisterte „Zugabe“-Rufe, denen die Musiker auch gern nachkamen. Abgerundet wurde der fröhliche Vormittag zudem mit einer Tombola, denn jedes Los bedeutete hierbei einen Gewinn.

Wenn es auch nur ein kleines Schützenfest war, so hat es dem Schützenverein dennoch einige organisatorische und logistische Mühen abverlangt. Eine Herausforderung, die jedoch auch in der Kürze der Vorbereitungszeit erfolgreich gemeistert wurde. Ganz sicher wird dieses Fest in den Barneberger Annalen einen besonderen Platz finden.

Die spätere Jugendkönigin Nina Bormann auf dem Schießstand mit Schießsportleiter Christian Weiß.
Die spätere Jugendkönigin Nina Bormann auf dem Schießstand mit Schießsportleiter Christian Weiß.
Fotos: Angelika Höde