Oschersleben l „Sollte ein Förderverein nicht von Anfang an mit der Öffentlichkeit zusammenarbeiten und die Oschersleber Bevölkerung daran teilhaben lassen? Ich sehe nur SPD und SPD-nahe Gründungsmitglieder. Versucht sich hier eine Elite von Oschersleben zu bilden? Es ist schade, dass wir als einfache Bevölkerung nicht gefragt sind. Aber unser Geld wird bestimmt gerne genommen. Ich wünsche, dass es eine erfolgreiche Initiative wird und die Badegäste im kommenden Jahr pünktlich in die neue Saison starten können“, schreibt der Oschersleber Stephan Jungglas an die Volksstimme-Redaktion, nachdem er von der Gründung des Fördervereins gelesen hat.

Auch Wolfgang Zahn, SPD-Stadtrat und eines der Zugpferde der ehemaligen Bürgerinitiative „Rettet das Freibad“, zeigt sich überrascht. „Es ist mehr als schade, dass ein Förderverein auf diese Art und Weise gegründet wurde. Zurückliegend und vergleichend mit anderen Gründungen von Fördervereinen wurde vorab gehörig die Werbetrommel gerührt. Das war hier nicht der Fall. Denn selbst Leute aus der eigenen Partei wussten von diesem ‚Geheimtermin‘ nichts“, schreibt Zahn an die Redaktion. Er hätte keine Ambitionen einen Förderverein zu führen. Doch einbringen würde er sich. „Gerade bei der wichtigen Weichenstellung einer Vereinsgründung ist den Menschen in Oschersleben und Umgebung eine Mitarbeit verwehrt worden. Schade eigentlich,“ so Zahn.

Olaf Pankow, frisch gewählter Vorsitzender des neu gegründeten Vereins kann die Aufregung um die Vereinsgründung nicht nachvollziehen. „Das war definitiv keine geheime Veranstaltung und schon gar nicht nur der SPD. Seit Monaten zieht sich die Vorbereitung zur Gründung des Fördervereins hin, nun ist der Akt vollzogen. Ich sage bewusst Akt, denn die Gründungsveranstaltung war tatsächlich ein reiner Verwaltungsakt“, sagt Olaf Pankow.

Bis es zu einer Mitgliederversammlung, zu der die Bevölkerung in jedem Fall eingeladen wird, kommt, seien mit der Stadt noch Verhandlungen zu führen, müsse erst die Satzung bestätigt werden. Besagte Satzung sei mit einem Anwalt erarbeitet worden. „Ich denke im Oktober sind wir soweit, dass wir zu einer offenen Mitgliederversammlung einladen können“, so der Fördervereinschef. „Wir sind auf einem guten Weg. Und im Übrigen haben wir viel positive Resonanz zum Förderverein erfahren“, so Pankow.