Osterweddingen l Seit Schuljahresbeginn leistet Jade Skorsetz an der Grundschule Osterweddingen ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ab. Sie macht dies im Rahmen des Bundesfreiwilligendienst (Bufti).

„Ich möchte Grundschullehramt studieren. Da ist das Freiwillige Soziale Jahr optimal, um zu schauen, ob das überhaupt etwas für mich ist“, sagt Skorsetz. So könne sie jetzt schon praktische Berufserfahrung sammeln.

Grundschullehramt kennenlernen

„Nach der Zeit an der Grundschule kann ich entscheiden, ob das Grundschullehramt das Richtige für mich ist. Mir macht das sehr viel Spaß hier an der Grundschule“, verrät Skorsetz, „fest steht schon jetzt, dass ich auch auf Grundschullehramt studieren werde.“

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An der Grundschule in Osterweddingen wird Jade bereits in verschiedenen Bereichen eingesetzt. So hilft sie beispielsweise im Unterricht bei Schulleiterin Petra Meyer mit. Außerdem übernimmt sie Pausenaufsichten und auch Vertretungsstunden.

Miteinander verbessern

Auch die Arbeitsgemeinschaft (AG) der Streitschlichter hat sie ins Leben gerufen. „Ich war früher selbst in solch einer AG. Das hat mir immer Spaß gemacht, so das Miteinander zu verbessern.“

Eine der Streitschlichter ist Hanna. Die 9jährige geht in die vierte Klasse und freut sich, so ihren persönlichen Anteil zum guten Gelingen an der Schule beitragen zu können. „Mir macht das sehr viel Spaß. Wir reden so mehr miteinander und lösen viele Schwierigkeiten auch ganz ohne die Lehrer. Miteinander reden ist am besten.“

„Ich hatte bei der Gemeinde Sülzetal eine solche Stelle beantragt. Ich bekam bereits vor zwei Jahren solch eine Unterstützung, und das ist eine große Hilfe angesichts des Lehrermangels – ich greife da nach jedem Strohhalm“, sagt die Leiterin der Grundschule Osterweddingen, Petra Meyer. Sie sei erfreut gewesen, als Saskia Steuer aus der Verwaltung der Gemeinde jemanden gefunden hatte, der sich bereit erklärte, das zu übernehmen.

„Jade Skorsetz möchte Grundschullehrerin werden, und dieses Jahr bei uns, als Bufti, kann sie als Anerkennungsjahr geltend machen. Das ist wiederum eine der Voraussetzungen, damit sie überhaupt studieren kann“, erklärt Meyer. Schon mit dem ersten Bufti haben sie seinerzeit gute Erfahrungen gesammelt.

„Die Kandidaten stellen sich bei mir vor, und bei dem Gespräch spüre ich dann schon, ob wir auf einer Wellenlänge liegen. Meine Antennen sagen mir sofort, wer geeignet ist und wer nicht“, sagt Meyer.

Ausbildung gemanagt

So habe Jade selbstständig beispielsweise eine Ausbildung für Streitschlichter organisiert, berichtet Meyer. „Sie hat sich eingelesen, das Material beschafft, die Kinder dafür sensibel gemacht und den Termin für die Ausbildung gemanagt“, freut sich Meyer.

Alle Streitschlichter an der Grundschule in Osterweddingen tragen nun eine Schärpe, damit man sie erkennt. In der Schule hängen Plakate, die darüber informieren. Meyer: „Bei uns kann Jade alles mit Spaß ausprobieren. Nur so kann ein vernünftiger Lehrer am Ende dabei herauskommen.“

Als Bufti müsse man selbstständig und spontan sein. Als Beispiel für Jades Spontanität nennt Meyer die Präsentation der Handpuppe „Tobi“ bei der Abschlussveranstaltung zum Werkstattunterricht. „Da fiel mir morgens ein, dass wir den da noch mal ins Spiel bringen könnten“, erzählt Meyer, „da haben wir uns beide ein rotes Tuch geschnappt, es zwischen uns hoch gehalten, und das war dann die Bühne für die Handpuppe Tobi.“

Tobi sei der Verstärker für das Erlernen des respektvollen Umgangs miteinander, so Meyer. Die Puppe greife in die Gespräche ein, sie beobachte und biete Lösungen an. Meyer: „Die Kinder gehen unglaublich auf diese Puppe ein.“