Badesaison in der Börde

Gäste sind wütend: Bei Flaute dürfen Mitarbeiter das Oschersleber Freibad früher schließen

Der Oschersleber Jörg Mewes hat sich an die Volksstimme gewandt, weil er Ende Juli mit einer Gruppe weiterer Personen bei bestem Wetter das Freibad verlassen musste. Grund war die geringe Auslastung an diesem Tag. Grundsätzlich ist dieses Vorgehen erlaubt, aber ist es auch gewollt?

Von Josephine Schlüer
Wenn das  Freibad  leer bleibt und die Temperaturen frisch, dürfen die Mitarbeiter die Oschersleber Anlage eher schließen.
Wenn das Freibad leer bleibt und die Temperaturen frisch, dürfen die Mitarbeiter die Oschersleber Anlage eher schließen. Foto: Josephine Schlüer

Oschersleben - Verärgert über das Verhalten einiger Freibad-Mitarbeiter wendete sich Jörg Mewes aus Oschersleben an die Volksstimme. Ende Juli sei er bei 27 Grad Celsius Außentemperatur und strahlend blauem Himmel um 18 Uhr aus dem Freibad geworfen worden. „Wir haben den Verantwortlichen erklärt, dass wir uns um 18 Uhr mit einigen Freunden aus Magdeburg, Gröningen und Gunsleben verabredet haben und gern das Freibad bis 19.30 Uhr nutzen möchten“, sagt Jörg Mewes.

Fassungslos hätte die Gruppe bestehend aus etwa 20 Leuten das Freibad räumen müssen. „Unsere ortsfremden Freunde standen vor verschlossener Tür und wurden nicht mehr eingelassen“, so der Oschersleber . So seien an diesem Abend etwa 25 Bürger des Platzes verwiesen worden.

Dass eine so große Gruppe an Menschen an diesem Tag weggeschickt worden sei, wurde aus dem Oschersleber Freibad nicht bestätigt, aber das Personen das Gelände verlassen mussten, sei wahr. „Das ist an diesem Tag alles etwas unglücklich gelaufen“, sagt Sylvia Frehde, Leiterin des Sachgebietes Kultur, Tourismus und Sport in der Oschersleber Stadtverwaltung. Im Regelfall gelte folgende Weisung: Halten sich um 13 Uhr weniger als 15 Badegäste im Freibad auf und liegt die Außentemperatur bei unter 21 Grad Celsius, darf sich der diensthabende Schwimmmeister beziehungsweise der Freibad-Leiter Jörg Doil vorbehalten, dass Bad früher zu schließen. „Nutzen und Aufwand müssen in angemessenem Verhältnis zueinander stehen“, sagt Sylvia Frehde.

Als der Freundeskreis um Jörg Mewes das Freibad abends besuchen wollte, seien diese Kriterien am frühen Nachmittag erfüllt gewesen. Bis 18 Uhr hätten lediglich sieben Gäste das Freibad besucht. Überhaupt sei nur deshalb noch Personal vor Ort gewesen, weil andere Arbeiten im Freibad verrichtet werden mussten, so die Sachgebietsleiterin weiter. „Grundsätzlich sind wir bestrebt, flexibel zu sein und den Badegästen entgegen zu kommen, die Situation war nicht optimal“, sagt Sylvia Frehde.

Anlässlich eines Artikels zur Spendenübergabe seitens der Bewos und der Allianz an den Förderverein des Freibades Oschersleben hatte sich Jörg Mewes an die Volksstimme gewandt. Der Förderverein setzt sich für die Errichtung einer Breitwasserrutsche am Nichtschwimmerbecken ein und will damit die Attraktivität der Anlage vor allem für jüngere Besucher steigern. Jörg Mewes selbst unterstütze das Projekt. Er befürchtet jedoch, dass der Einsatz des Vereins durch besagtes Verhalten der Mitarbeiter beziehungsweise der Weisungen von übergeordneter Stelle untergraben wird.

Über eine Änderung der Badeordnung, auch im Hinblick auf die Nutzung der Schwimmhalle, sei laut Sylvia Frehde schon einmal nachgedacht worden. Natürlich wäre es günstig die Theorie an die gängige Praxis anzupassen. „Wir halten uns aber auch jetzt schon nicht ausschließlich an die 13 Uhr-Weisung. Wenn die Vorhersage zeigt, dass das Wetter sich im Laufe des Tages bessert, dann lassen wir auch auf“, sagt die Sachgebietsleiterin.