Oschersleben l Derzeit werden die Oschersleber unentwegt daran erinnert, dass ihre Stadt in diesem Jahr den 1025. Geburtstag feiert, also 994 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden ist. Alle kleinen und großen Veranstaltungen der Bodestadt sind diesem Jubiläum gewidmet, einige wurden und werden sogar eigens deshalb organisiert.

Wer sich aber nicht nur für diesen Geburtstagstrubel, also für Oschersleben heute, sondern wer sich auch oder sogar vornehmlich für die Geschichte der Bodestadt interessiert, der ist bei Günther Blume an der richtigen Adresse. Beschäftigt sich der Oschersleber doch seit vielen Jahren ganz intensiv mit der Oschersleber Historie und behält all das, was er bei unzähligen Studien in diversen Archiven erfährt, herausfindet, ans Licht bringt oder auch schlussfolgert, nicht für sich. Denn nach einem ersten, 2011 veröffentlichten Buch über das jüdische Leben in Oschersleben, hat Günther Blume 2013 den ersten Band einer Oschersleber Chronik herausgebracht sowie 2016 einen zweiten Band. Und dieser Tage nun ist Band drei fertiggeworden. Der wie all die Vorgängerbücher im Oschersleber dr. ziethen verlag erscheint, Autor Günther Blume also abermals mit Verleger Harry Ziethen zusammengearbeitet hat.

Beide freuen sich nun gleichermaßen, ein weiteres Mal gemeinsam ein Buch über die Geschichte ihrer Heimatstadt der Öffentlichkeit vorstellen zu dürfen. Was ganz offiziell am Sonnabend, 10. August, passieren wird. Und zwar in der Nicolaikirche, in der diese erste Buchpräsentation um 16 Uhr beginnt.

Drei Zeitabschnitte

Während dieser Veranstaltung werden die Besucher von Autor und Verleger unter anderem erfahren, dass der 460 Seiten starke Chronikband Nummero drei in Wort, Foto, Stadtplan, Dokument oder auch Zeichnung die Zeit von 1806 bis 1875 umfasst und in drei Abschnitte gegliedert ist. Da geht es zunächst um die sogenannte Franzosenzeit von 1806 bis 1813, als hier Napoleon und seine Leute das Sagen hatten. Dann geht es um die Jahre 1813 bis 1817, die so etwas wie eine Übergangszeit mit vielen Ungewissheiten war. Und schließlich geht es um die Zeit bis 1875, in der Oschersleben damit begonnen hat, sich zu einer Industriestadt zu entwickeln.

Diese industrielle Entwicklung ist laut Günther Blume nicht zuletzt mit dem Anfang der 1840er Jahre erfolgten Bau der Eisenbahnlinien Magdeburg-Halberstadt und Oschersleben-Braunschweig verbunden, die auch zur Folge hatten, dass in Oschersleben ein ganz besonderer Bahnhof gebaut worden ist. Ein besonderer Bahnhof was sowohl die Architektur als auch die Funktionalität angeht. Immerhin war es dazumal der Grenzpunkt zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Braunschweig. So dass der Bahnhof seinerzeit nur optisch ein komplexes Gebäude war, ansonsten aber zweigeteilt betrieben worden ist.

„Der 1843 gebaute Oschersleber Bahnhof ist mit Abstand das wichtigste und das interessanteste Gebäude, das im 19. Jahrhundert in Oschersleben gebaut worden ist“, sagt Günther Blume. Weshalb auch ein historisches Bahnhofsfoto die Rückseite seines nun dritten Chronikbandes ziert.

Buch zur Geschichte des Bahnhofs

Wobei ein solches oder ein ähnliches Foto möglicherweise sogar das Titelbild des nächsten Buches von Günther Blume sein wird. Denn Blume und Ziethen überlegen derzeit, ein Buch zu veröffentlichen, in dem es ausschließlich um die Geschichte des Oschersleber Bahnhofes geht. Denn bei seinen Recherchen hat Günther Blume so viel zu diesem Thema erfahren, dass er davon nur ein Bruchteil im dritten Chronik-Band unterbringen konnte und nun tatsächlich mit einem „Bahnhof-Buch“ liebäugelt.

Wie es im Übrigen bei ihm und bei seinem Verleger auch Überlegungen gibt, die Oschersleber Chronik-Reihe noch um einen Band zu erweitern. „Der würde dann die Zeit von 1875 bis zum Ende des 1. Weltkrieges beleuchten“, so Günther Blume und Harry Ziethen.

Während der vierte Band aber noch Zukunftsmusik ist, ist der dritte ja nun Realität. Und wird wie gesagt am 10. August in der Nicolaikirche zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. „Während dieser Veranstaltung besteht auch die Möglichkeit, das Buch zu kaufen und es sich vom Autor signieren zu lassen“, verspricht Harry Ziethen.