Was denken Sie?

Was denken Sie, liebe Leserinnen und Leser, wie sollen die Industrie- und Gewerbegebiete in der Einheitsgemeinde heißen?

● A: Industrie- und Gewerbegebiete Osterweddingen und Dodendorf?

● B: Gewerbepark Sülzetal?

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Osterweddingen l Wie sollen die Industrie- und Gewerbegebiete des Sülzetals in Zukunft heißen? „Gewerbepark Sülzetal“, wie es die Verwaltung vorschlägt und der Gemeinderat in seiner Dezember-Sitzung im vergangenen Jahre beschlossen hatte? Oder weiterhin getrennt Industrie- und Gewerbegebiet Osterweddingen und Dodendorf?

Mit dieser Namensfrage beschäftigten sich am Mittwochabend die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses des Gemeinderates bei ihrer Sitzung im Osterweddinger Rathaus. Zwar hatte der Gemeinderat bei seiner Sitzung am 15. Dezember beschlossen, die Industriegebiete Osterweddingen und Dodendorf vom Beginn dieses Jahres an unter dem einheitlichen Namen „Gewerbepark Sülzetal“ laufen zu lassen, doch hatte sich der Ortschaftsrat Osterweddingen dazu im Nachgang Anfang Februar dazu entschlossen, diesen Beschluss anzufechten. Wie es in der Begründung zum Dezember-Beschluss des Gemeinderates durch die Verwaltung hieß, würden derzeit das Industriegebiet aus dem Gewerbegebiet Dodendorf-Nord, aus dem Industriegebiet Osterweddingen und aus dem gemeinsamen Industriegebiet der Stadt Magdeburg und der Gemeinde Sülzetal bestehen. Um bei einer weiteren Vermarktung, der Bewirtschaftung, der Abrechnung der Industrieflächen und in der Öffentlichkeit eine größere Transparenz zu erreichen, solle das territorial zusammenhängende Areal der drei Industriegebiete den Namen „Gewerbepark Sülzetal“ tragen. Die Gemeindeverwaltung bleibe bei dieser Meinung, wurde bei der Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses am Mittwoch versichert. Bürgermeister Jörg Methner (SPD) kündigte an, die Meinungen der betroffenen Anlieger zur Namensänderung des Industrie- und Gewerbegebietes bei einem Wirtschaftsstammtisch am 17. Februar bei f-glass in Osterweddingen erfahren zu wollen.

„Ich bin dafür, dass wir bei unserem Beschluss vom Dezember bleiben. Es kann nicht sein, dass wir einen gefassten Beschluss gleich in der nächsten Sitzung wieder kippen“, sagte Hans-Otto Hornemann (SPD/FDP). Dieser Meinung schloss sich Ausschussvorsitzender Ingo Reichenbach (SPD/FDP) an. Nach Meinung von Eckhard Röseler (CDU) stehe der neue Name „Gewerbepark Sülzetal“ für die Einheit der Gemeinde. Damit werde die Geschlossenheit der Einheitsgemeinde, die unter anderem auch die kleinen Ortschaften wie Stemmern, Schwaneberg und Bahrendorf berücksichtigen müsse, dokumentiert. Wenn der Gemeinderat den Beschluss zurückziehe, „macht sich der Rat lächerlich“, sagte Röseler. Wenn tatsächlich der Name „Gewerbepark Sülzetal“ gewählt werde, argumentierte Alexander Herms (CDU), dann müssten darunter alle Gewerbegebiet der Gemeinde zusammengefasst werden und nicht nur die in Osterweddingen und Dodendorf. „Das steht für ein Sülzetal mit allen Gewerbegebieten“, sagte er. „Es sollte bei den alten Namen bleiben, diese dienen der Wahrung der Ortsidentität“, sagte Dietrich Ebering (CDU), der als Ortsbürgermeister von Bahrendorf an der Sitzung teilnahm, zwar Gemeinderatsmitglied ist, aber nicht im Bau- und Vergabeausschuss sitzt.

Ortschaftsrat lehnt Änderung ab

Osterweddingens Ortsbürgermeisterin Birgit Wasserthal (CDU), sie ist Gemeinderatsmitglied, aber nicht im Bau- und Vergabeausschuss, bekräftigte den Standpunkt ihres Ortschaftsrates, die alte Bezeichnung Industrie- und Gewerbegebiet Osterweddingen weiter beibehalten zu wollen. „Das Industrie- und Gewerbegebiet Osterweddingen ist durch Messen, Funk und Fernsehen und Presse deutschlandweit und international bekannt. Allein schon durch die Bezeichnung des Standortes im Landesentwicklungsplan Sachsen-Anhalts, kann jeder Investor die Vorzüge des Standortes sofort erkennen. Eine Abstufung durch die beabsichtigte Namensänderung würde sich negativ auf die weitere Vermarktung auswirken. Wir bitten weiterhin zu beachten, dass es in Sachsen-Anhalt nur drei Standorte dieser Qualität gibt“, hatte Birgit Wasserthal in ihrem Antrag als Ortsbürgermeisterin zur Aufhebung des Gemeinderatsbeschlusses zur Umbenennung in „Gewerbepark Sülzetal“ geschrieben. Weiterhin sei das Industrie- und Gewerbegebiet Osterweddingen laut Landesentwicklungsplan 1999/2005 als Vorrangstandort für landesbedeutsame, großflächige Industrieanlagen ausgewiesen. Diese Festlegung sei im Regionalen Entwicklungsprogramm von der regionalen Planungsgemeinschaft konkretisiert und mit dem jetzt gültigen Landesentwicklungsplan aus dem Jahr 2010 festgeschrieben worden.

Die Mehrheit der Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses stimmte dagegen, den Beschluss des Gemeinderates vom 15. Dezember aufzuheben. Lediglich René Marmulla und Alexander Herms (beide CDU) waren für die Aufhebung des Beschlusses. Die weiteren vier anwesenden Ausschussmitglieder Ingo Reichenbach, Hans-Otto Hornemann (beide SPD/FDP), Eckhard Röseler (CDU) und Liane Samland (Kultur- und Heimatverein/Osterweddinger Sportverein) votierten dagegen. Birgit Wasserthal und Dietrich Ebering durften als Nicht-Ausschussmitglieder nicht abstimmen. Mit dem Antrag auf Aufhebung des Namensgebungsbeschlusses hat sich nunmehr abschließend der Gemeinderat des Sülzetals bei seiner Sitzung am Donnerstag, 25. Februar, um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Osterweddingen zu beschäftigen. Stimmt auch die Mehrheit gegen die Aufhebung, bleibt es beim neuen Namen „Gewerbepark Sülzetal“.