Umbaumaßnahme in Oschersleben

Großküche des Matthias-Claudius-Hauses nimmt in sechs Wochen die Arbeit auf

Der knapp einjährige Totalumbau der Matthias-Claudius-Großküche steht kurz vor dem Abschluss. Ab Juli sollen über die stiftungseigenen Einrichtungen hinaus auch Schulen und Kitas mit Essen versorgt werden. Modernste Technik ermöglicht die Produktion von mehreren Tausend Portionen täglich.

Von Josephine Schlüer
Andreas Ahlhelm erklärt den Aufbau der modernen Claudius-Großküche. Maik Milan, Michael Lange, Gabriele Brakebusch und Benjamin Kanngießer hören gespannt zu.
Andreas Ahlhelm erklärt den Aufbau der modernen Claudius-Großküche. Maik Milan, Michael Lange, Gabriele Brakebusch und Benjamin Kanngießer hören gespannt zu. Josephine Schlüer

Oschersleben - Etwa zwei Millionen Euro hat der Totalumbau der ehemaligen Großküche der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung gekostet. Finanziert wurde das Großprojekt in der Friedrichstraße 15c in Oschersleben über die Claudius-Haus-Stiftung und die Claudius Catering GmbH. Ein Team aus insgesamt 25 Mitarbeitern wird hier in voraussichtlich knapp sechs Wochen bis zu 4000 Mahlzeiten täglich zubereiten. Dafür seien zumindest die Kapazitäten vorhanden. „Wir starten zunächst mit 1800 Portionen, bis sich Routine eingespielt hat - Qualität vor Quantität“, so Claudius-Catering-Geschäftsführer Andreas Ahlhelm.

Als regionaler Versorger sei die neue Großküche sehr gut aufgestellt. Ziel sei es, neben den stiftungseigenen Einrichtungen auch Schulen und Kitas in der Region zu versorgen. Teilweise geschehe das schon. „Wir wollen das Angebot aber deutlich erweitern“, sagt Ahlhelm. Möglich wird das Vorhaben mit Hilfe von Multifunktionsgeräten der neuesten Generation, weiß Ingenieur Maik Milan vom Planungsbüro. „Garabläufe werden verkürzt, Geräte können Prozesse mehrfach durchführen“, beschreibt Malik. Auf diese Weise hätte die Küche kompakt gestaltet werden können. Die Installation einer Lüftungsdecke, die ein angenehmes Arbeitsklima für die Mitarbeiter erzeugt, bildete beim Umbau einen Schwerpunkt. Die Großküche besteht aus einem Lager-, einem Kühl- und einem Anlieferungsbereich sowie aus der Küche und einem Spülraum.

Ursprünglich war ein Neubau für die Großküche am Pfefferbach geplant, der aber letztendlich den finanziellen Rahmen gesprengt hätte, so Claudius-Haus-Geschäftsführer Michael Lange. Der Umbau der vorhandenen Küche sei eine bessere und wirtschaftlich vertretbare Lösung. Der Betrieb der ehemaligen Großküche wurde dort vor zwei Jahren aus wirtschaftlichen und technischen Gründen eingestellt, sagte Lange. Die Richtlinien seitens der EU für solche Küchen hätten kaum noch eingehalten werden können. Der Totalumbau begann vor etwa einem Jahr. „Die Großküche liegt sehr zentral, so dass hoffentlich auch andere Einrichtungen und Betriebe in der Nähe das Angebot gut annehmen“, sagte Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer. Dass man sich letztendlich entschieden hat, den vorhandenen Bau aufzuwerten, begrüßte der Bürgermeister. „So haben wir anstatt einer Bauruine ein belebtes Objekt mitten in der Stadt.“

Der Umbau im vorhandenen Gebäude war eine kluge Entscheidung, sagte auch Andreas Ahlhelm. „Wir haben eine hervorragende solide Bausubstanz vorgefunden.“ Der Zeitpunkt für den Baubeginn sei noch günstig gewesen, hätten sich die Kosten für Baumaterialien seit Beginn der Pandemie doch um etwa 30 Prozent erhöht. Im Juli werde laut Ahlhelm zunächst das Büro in die Räumlichkeiten in der Friedrichstraße verlegt.

„Anschließend werden sich die Mitarbeiter schrittweise in den Kochprozess einarbeiten“, sagte der Catering-Geschäftsführer. Dabei legt die Claudius Catering GmbH Wert auf fettfreie, gesunde und schmackhafte Speisen. Die Kochmannschaft sei erfahren und bestehe bisher ausschließlich aus Oscherslebern. In dem Inklusionsbetrieb werden bis zu acht Menschen mit Behinderung arbeiten, die in alle Arbeitsbereiche der Großküche integriert werden sollen. Geleitet wird der Betrieb künftig von André Diezel. „Ich hoffe, dass diese neue Küche für die Stadt Oschersleben ein Baustein von vielen in der Stadtentwicklung sein kann und wird“, so Michael Lange.

André Diezel, neuer Leiter der Großküche, betrachtet seine zum Teil noch verpackten zukünftigen Arbeitsplatz.
André Diezel, neuer Leiter der Großküche, betrachtet seine zum Teil noch verpackten zukünftigen Arbeitsplatz.
Matthias-Claudius-Haus