1. Startseite
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Oschersleben
  6. >
  7. In Schwaneberg entsteht aus Gülle Energie

Grüner StromIn Schwaneberg entsteht aus Gülle Energie

"Biogas Schwaneberg" errichtet ein zweites Blockheizkraftwerk. Wie aus Methan Strom gewonnen wird.

Von Udo Mechenich 26.09.2019, 09:00

Schwaneberg l Auf dem Gelände des Unternehmens „Biogas Schwaneberg“ ist derzeit viel los – abgesehen von dem täglichen Arbeitsaufkommen. Für den Betrieb lag die Genehmigung einer Biogasanlage vor. Ganz im Sinne des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) hat sich der Geschäftsführer Patrick van den Akker dazu entschlossen, die Anlage so umzubauen, dass sie „den Strom dann produziert, wenn er auch gebraucht wird, wenn der Bedarf da ist. Aus diesem Grund haben wir uns um die Genehmigung für ein zweites Blockheizkraftwerk bemüht und sie auch bekommen.“

Das Problem der Erneuerbaren Energien sei, dass sie nicht immer dann produziert würden, wenn sie benötigt werden, erklärt van den Akker. Wenn das zusätzliche Blockheizkraftwerk laufe, könne sein Betrieb „mehr Strom produzieren, um dann mehr Strom einspeisen zu können, wenn der Bedarf da ist und gegebenenfalls weniger oder gar keinen, wenn der Bedarf nicht vorhanden ist. Dieser ganze Prozess nennt sich ,Flexibilisierung‘. Dies wurde schon vor Jahren ins Leben gerufen.“

Der Arbeits- und Produktionsablauf sieht so aus: Die Schweine bekommen Fertigfutter, bestehend aus Gerste, Weizen und Ergänzungsmitteln. Die Gülle, die so entsteht, ist der Flüssigträger für die Biogasanlage. Sie wird mit Mais aus den Silagen vermischt, wobei der Mais der Hauptenergieträger ist. Hinzu kommen noch Bakterien, die bei 40 Grad Celsius in dem Flüssigsilo sehr gut wachsen können. So entsteht am Ende Methan. Dieses Methan wird im Flüssigsilo abgefangen und im Blockheizkraftwerk in elektrische Energie umgewandelt.

Der gesamte Umbau begann vor einem Jahr mit der Modernisierung der Biogasbehälter und der Rührwerke. „Alles in allem führen unsere Umbauten zu einer erheblichen Verringerung der Geruchsemissionen. Das neue, zweite Blockheizkraftwerk wird im Oktober angeliefert. Wir haben schon jetzt ein neues Fahrsilo in Betrieb genommen, damit wir noch effizienter arbeiten können.“

Mit dem neuen Fahrsilo, gleich auf dem Gelände, lagert der Mais direkt auf dem Hof. „Den letzten Mais für dieses Jahr haben wir in den vergangenen Tagen geerntet. Der wird nun im Fahrsilo einsiliert. Von dort wird er bei Bedarf Schritt für Schritt entnommen und der Biogasanlage zugeführt“, so van den Akken. Mit dem Ortschaftsrat von Schwaneberg hat Geschäftsführer van den Akker vereinbart, dass er als Ausgleichsmaßnahme für den Bau des Fahrsilos zwölf Linden am Ortseingang pflanzen wird.

„Dies ist letztlich auch ein bisschen unser Dank für die Erlaubnis des Baus. Wir spüren eine gewisse Verantwortung für den Ort Schwaneberg, in dem wir hier unseren Betrieb führen können. Wir fühlen uns hier gut aufgehoben als Unternehmen und wollen das so auch zurückgeben und uns so ein bisschen um die Verschönerung des Orts kümmern.“ Der Grund für den Neubau des Fahrsilos war die Tatsache, dass van den Akker in den vergangenen Jahren immer ein Fahrsilo auf dem Acker nutzen musste.

„Aus diesem Grund fanden wir es besser, hier gleich auf dem Betrieb ein Fahrsilo zu errichten. Die Mais-Transporte aus dem externen Silo nördlich von Schwaneberg entfallen künftig“, betont der Geschäftsführer van den Akker, „das ist auch eine Entlastung für die Bewohner Schwanebergs, da wir mit all unserem Mais immer durch den Ort mussten, um den Mais zunächst einzusilieren und anschließend zu unserer Biogasanlage zu bringen.“

„Ich freue mich, wie reibungslos diese Erweiterung hier in Schwaneberg geklappt hat. Der Ortschaftsrat war federführend bei der Standortfestlegung des Fahrsilos beteiligt“, betont der Wirtschafts- und Entwicklungsplaner der Gemeinde Sülzetal, Fred Fedder. Hier hätten Unternehmer und Ortschaft an einem Strang gezogen.

Fedder: „Letztlich hat Schwaneberg mit den zwölf Linden, die van den Akker straßenbegleitend pflanzen wird, zusätzlich noch einen Pluspunkt für sein Ortsbild einsammeln können.“