Gröningen l „Wir möchten uns bei allen Ratsmitgliedern für diese Solidarität recht herzlich bedanken. Das werden wir ihnen nicht vergessen.“ Der Ausleber Ferdinand Riedl ist sichtlich erleichtert und sehr froh, dass mit ihm auch alle anderen Mitglieder des Verbandsgemeinderates der Westlichen Börde gerade dafür gestimmt haben, dass das Ottleber Schloss Trautenburg weiter eine Kindertagesstätte bleibt und so schnell wie möglich fertigsaniert wird. Damit die 90 Mädchen und Jungen der Gemeinde Ausleben spätestens Ende 2021 aus den derzeit provisorischen Unterkünften zurück in ihre angestammten Räume ziehen dürfen.

Dass jenes historische Kita-Gebäude saniert wird, hatte der Verbandsgemeinderat ja schon einmal vor geraumer Zeit beschlossen. Und mit dieser Sanierung ist auch schon vor Jahresfrist begonnen und zur Freude aller Beteiligten bereits eine Etage auf Vordermann gebracht worden. Doch dann kam die große Ernüchterung. Als sich nämlich zuerst im Dachbereich und dann auch noch in Etagendecken weitaus größere, vor allem statische Schäden gezeigt haben, als vermutet worden sind. So dass die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte mit ihren Erzieherinnen Anfang August von jetzt auf gleich das Gebäude verlassen mussten und im ruck, zuck im Kita umgestalteten Rathaus untergekommen sind. Aus dem wiederum deshalb die Ausleber Hortkinder in zwei Räume der Grundschule gezogen sind.

Parallel dazu haben Planungsfachleute mit Blick auf die nun bekannten Schäden die neuen Kosten der Schloss-Sanierung ermittelt und sind auf 1,9 Millionen Euro gekommen. Also reichlich mehr als die ursprünglich vorgesehenen 300.000 Euro.

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Stark-V-Mittel für Schloss-Sanierung

Das daraufhin von der Verwaltung der Verbandsgemeinde erarbeitete Finanzierungskonzept sieht vor, dass für diese Schloss-Sanierung nun zum einen die etwa 400.000 Euro genommen werden, die der Verbandsgemeinde, die Träger der Kita ist, noch aus dem europäischen Fördermittelprogramm Stark V zur Verfügung stehen. Weiterhin hat die Gemeinde Ausleben als Schlossbesitzer bereits am Montag beschlossen, gut 500.000 Euro zuzusteuern. Und die restliche Million soll die Verbandgemeinde über einen Kredit finanzieren.

Ein Konzept, dass Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz in der Ratssitzung vehement verteidigt und etliche Konsequenzen aufzeigt, die es zur Folge hätte, wenn der Verbandsgemeinderat nein sagt. Nach denen unter anderem Fördermittel zurückerstattet werden müssten und es für die Kita Ausleben keine Lösung geben würde.

Größte Fraktion nicht überzeugt

Argumente, die vor allem die größte Fraktion, also die Fraktion „Gröningen/Ortsteile“ noch nicht so recht überzeugen. Fraktionschef Falk Öhlie oder auch Ernst Brunner äußern vor allem Bedenken, dass es erfahrungsgemäß am Ende nicht bei den 1,9  Millionen Euro bleiben wird. Weshalb Öhlie zunächst eine Sitzungsunterbrechung und danach zwei Beschlussergänzungen beantragt. Nach denen die Verwaltung beauftragt wird, zu sichern, dass die Sanierung nicht mehr als 1,9 Millionen kosten wird und dass eine aus je einem Mitglied der Fraktionen des Rates gebildete Kommission genau das durchweg prüft und gegebenenfalls Einsparvorschläge unterbreitet. Was eine große Mehrheit findet, dann zum einstimmigen Beschluss und am Ende dazu führt, dass sich Ferdinand Riedl bei allen Ratsmitgliedern bedankt.