Andacht und Feierstunde zur offiziellen Übergabe des Rettungsdienstes in Hermsdorf

Johanniter beginnen Dienst in der Rettungsstelle

Von Constanze Arendt

Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat am Freitag ihren Dienst in der Rettungsstelle in Hermsdorf aufgenommen. Zur offiziellen Einweihung, die sich am Sonntag an eine Andacht in der Hohenwarsleber Autobahnkirche anschloss, waren viele Gäste gekommen, darunter auch Landesverkehrsminister Thomas Webel.

Hermsdorf/Hohenwarsleben. Sonntag war der Tag der Autobahnkirchen. In Andachten wurde am Nachmittag der Reisesegen erteilt. Auch in der Autobahnkirche, die 2002 als 23. "Raststätte für die Seele" in Deutschland in Hohenwarsleben eingeweiht wurde. Unter den Gästen hier waren nicht nur die Autofahrer - Urlauber und Dienstreisende - sondern auch zahlreiche Helfer wie die Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe, die ihren Dienst in der Rettungsstelle in Hermsdorf versehen. "Wir haben es hier mit einer ganzen Reihe verschiedener Menschen zu tun, so wie sie auch dem Rettungsdienst begegnen, mit dem Unterschied, wer auf der Trage des Rettungsdienstes liegt, tut das nicht unbedingt freiwillig", erklärte Pfarrer Peter Herrfurth eine Gemeinsamkeit zwischen der Autobahnkirche und den Helfern vom Rettungsdienst.

Schon vor 900 Jahren Menschen geholfen

Dass die Johanniter nicht zum ersten Mal - nachdem sie die Ausschreibung für die Erbringung des Rettungsdienstes in Teilen des Landkreises Börde gewonnen haben - auf Straßen und Wegen unterwegs sind, beschrieb Steven-Gerhard Stehli als ehrenamtlicher Re- gionalvorstand des Regionalverbandes Magdeburg/Altmark/Börde/Harz der Jo- hanniter-Unfall-Hilfe. Schon vor 900 Jahren bei der Gründung des Ordens hätten die Menschen gewusst, wo sie Hilfe finden. Zwar habe sich die Art und Weise der Arbeit im Laufe der Zeit verändert, aber man arbeite immer noch im Sinne der Menschen. "Mit dieser Rettungsstelle ist eine gute Basis für den Dienst gelegt", erklärte Stehli im Rahmen der anschließenden Feierstunde in der Rettungswache in Hermsdorf.

Die Gemeinde als Vermieter hatte die Räumlichkeiten im Vorfeld im Zuge der Unterhaltung noch angemessen renovieren lassen. Einziges Manko, das noch behoben werden muss, seien die Tore, wie Reinhard Doberenz als hauptamtlicher Regionalvorstand des Regionalverbandes Magdeburg/Altmark/Börde/Harz anmerkte. Da die neuen Rettungsfahrzeuge zu breit sind, werden die Tore jetzt noch vergrößert.

Kostenvergleiche wird es immer geben

Landesverkehrsminister Thomas Webel übermittelte die Grüße des Landes. "Die Rettungsdienste sind immer da, wenn Menschen in Not sind, auf der Straße und zu Hause, sie setzen ihr Leben aufs Spiel, wenn es darum geht, anderen zu helfen", fügte er einen Dank an, der nicht nur den Johannitern galt. Aus seiner vorherigen Arbeit als Landrat wusste Webel noch, dass es nach der Ausschreibung der Rettungsdienstleistungen im Landkreis Börde einige Diskussionen gegeben hatte. "Das hat aber nicht unbedingt etwas mit der zuvor erbrachten Leistung zu tun, sondern eher etwas mit Kostenvergleichen, und die wird es immer geben", so Webel.

Dass der Wettbewerb der Träger an der Tagesordnung sein sollte, unterstrich der Landesvorstand des Landesverbandes Sachsen-Anhalt/ Thüringen der Johanniter-Unfallhilfe, Andreas Weigel, und lobte, dass die Übergabe der Rettungsstelle in Hermsdorf so reibungslos verlief. Ein Dank dafür galt Reinhard Doberenz und den Mitarbeitern. "Wir stellen die Qualität in den Mittelpunkt, arbeiten effizient und setzen auch auf die Gemeinschaft unter den Mitarbeitern", nannte Weigel die Maxime der täglichen Arbeit.

18 Mitarbeiter sind in den Rettungsstellen in Hermsdorf und Wolmirstedt beschäftigt, je nachdem, wie der Dienstplan es vorsieht. Zudem stehen zwei Fahrzeuge für den 24-Stunden-Dienst in Hermsdorf zur Verfügung. "Wir wollen unseren Auftrag die nächsten sechs Jahre zur vollen Zufriedenheit erfüllen", so Doberenz, der nicht zuletzt auch die Schnell-Einsatzgruppe (SEG) anspricht, die bereitsteht, sobald ein Massenanfall von Verletzten auftritt.