Feuerwehr

Kleinbus kurzerhand umgesetzt: Barneberger Verzicht hilft Sommerschenburg

Am Fuhrpark-Karussell der Feuerwehr Obere Aller ist einmal mehr gedreht worden – diesmal zum Nutzen der Ortsfeuerwehr Sommerschenburg, die dadurch nun auf einen Kleinbus zurückgreifen kann. Die Kameraden in Barneberg nehmen dafür vorübergehend einen Einschnitt in Kauf.

Von Ronny Schoof 02.07.2021, 11:50
Der Kleinbus der Barneberger Feuerwehr ist jetzt in Sommerschenburg stationiert. Barneberg soll noch in diesem Jahr ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) bekommen.
Der Kleinbus der Barneberger Feuerwehr ist jetzt in Sommerschenburg stationiert. Barneberg soll noch in diesem Jahr ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) bekommen. Foto: Feuerwehr Sommerschenburg

Sommerschenburg - Eine Neuanschaffung ist noch nicht getätigt, dennoch ist sie im Grunde der auslösende Faktor der jetzt erfolgten Fahrzeugverschiebung gwesen. „Der Hintergrund ist etwas komplizierter, das Ergebnis aber recht einfach“, sagt Johannes Erben, Gemeindewehrleiter Obere Aller. Es lautet: Das Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) der Ortsfeuerwehr Barneberg ist nach Sommerschenburg umgesetzt worden und wird dort voraussichtlich auch weiterhin stationiert bleiben, „weil die Feuerwehr dort personell stark zugelegt hat und der Bedarf somit auch vorhanden ist“, begründet Erben.

Kameradschaftlich gehandelt

Dass die Barneberger so hilfsbereit mitgezogen und ihren Kleinbus früher als geplant zugunsten einer anderen Ortswehr abgegeben haben, rechnet der Gemeindewehrleiter ihnen hoch an: „Bei so einer Aktion sieht man, wie kameradschaftlich untereinander gehandelt werden kann und dass trotz mancher Irritation das oberste Ziel nicht verloren geht, nämlich leistungsfähig zu bleiben, um unsere Mitbürger zu schützen. Ich bedanke mich nochmals im Namen der Gemeindewehrleitung und der Verbandsgemeinde für diesen schnellen und unkomplizierten Schritt.“

Nach Ausmusterung zu wenig Sitze

Der Schuh drückte in Sommerschenburg mittlerweile, das das bisherige MTF längst ausgemustert worden ist. Erben dazu: „Laut letzter Risikoanalyse sollte es bei größeren anfallenden Reparaturen außer Dienst gestellt werden. Vor zwei Jahren trat dieser Fall dann auch ein.“ Eine Ersatzbeschaffung war gemäß Risikoanalyse nicht vorgesehen. „Das MTF wurde also verkauft, und die Feuerwehr Sommerschenburg hatte ab diesem Zeitpunkt nur noch ihr Löschfahrzeug mit sechs Sitzplätzen“, so Erben.

Ringtausch verzögert sich

Ein Ringtausch, also ein am Bedarf ausgerichtetes Umrücken von Einsatzfahrzeugen zwischen mehreren Ortswehren, soll perspektivisch Abhilfe schaffen. So sieht es der Plan in der aktuellen Risikoanalyse vor. „Die Feuerwehr Sommerschenburg erhält dann ein anderes Löschfahrzeug mit neun Sitzplätzen“, erklärt Johannes Erben. „Leider dauert die Umsetzung noch eine Weile, und so mussten wir nun schnell eine andere Lösung finden. Denn aktuell fahren die Kameraden, die nicht mit aufsitzen können, mit ihren privaten Autos hinterher, was nicht im Sinne des Erfinders sein kann.“

Zustimmung trotz eigener Erschwernisse

Erben nahm also Kontakt zur Ortswehrleitung Barneberg auf, um auszuloten, ob man einverstanden wäre, das Barneberger MTF nach Sommerschenburg zu geben. Der Gedanke bestand, da Barneberg noch im laufenden Jahr ein neues MTF bekommen soll. „Ich fragte konkret nach, ob sie ihr jetziges MTF schon früher zur Verfügung stellen könnten. Und obwohl das für die Barneberger Erschwernisse insbesondere in der Nachwuchsarbeit bedeutet, bis das neue Fahrzeug da ist, stimmten sie dieser Maßnahme sofort zu.“

Schon tags darauf holte Sommerschenburgs Wehrleiter Steffen Meisterknecht das gebrauchte MTF aus Barneberg ab. Die Sitzkapazität seiner Wehr hat sich dadurch auf einen Schlag mehr als verdoppelt.