Neindorf l Grünen-Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke informierte sich am Klima-Wald-Observatorium im Hohen Holz bei Oschersleben, am Kernstück der Einrichtung, einem 50 Meter hohen Turm, über die Arbeit der Einrichtung. Das Observatorium sammelt Langzeitdaten von Boden, Luft und Bäumen. Steffi Lemke traf sich mit Dr. Corinna Rebmann und Dr. Steffen Zacharias vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), dem zuständigen Revierförster Jens-Erik Strebe, sowie der grünen Kreisvorsitzenden der Börde, Britta-Heide Garben.

Wissenschaftliche Erkenntnisse abstimmen

Die Dessauer Bundestagsabgeordnete betonte die Bedeutung der Arbeit des Observatoriums: „Im schnelllebigen politischen Geschäft von heute sind die Daten des Klima-Wald-Observatoriums von großer Bedeutung. Die hier gewonnenen, wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse werden zukünftige politische Entscheidungen beeinflussen. Es gilt, die Lücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und politischem Handeln weiter zu schließen.“

Corinna Rebmann erklärte zur Arbeit des Klima-Wald-Observatoriums: „Nur mit Hilfe von Langzeit-Observatorien wie dem vom UFZ betriebenen Messstandort im Hohen Holz lassen sich langfristige ökologische Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme, sowie deren Rückkopplungen zum Klima erkennen und analysieren.“ Ergänzend fügt Steffen Zacharias hinzu: „Langfristige Umweltbeobachtungsprogramme sind ein entscheidendes Werkzeug, um die Auswirkungen von Klimawandel oder menschlichen Eingriffen in die Ökosysteme zu erkennen und zu verstehen. Denn Umweltsysteme reagieren oft mit starker zeitlicher Verzögerung auf sich verändernde Umweltbedingungen.“

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Zum internationalen Netzwerk des Klima-Wald-Observatorium meint Corinna Rebmann: „Eingebettet in nationale und internationale Beobachtungsnetzwerke wie Tereno und Icos erhalten wir ein Gesamtbild der Treibhausgasbilanzen sowie des Wasserhaushalts auf kontinentaler Ebene. Das ist wichtig, da die Auswirkungen des Klimawandels regional sehr unterschiedlich sind. Die Datensätze tragen maßgeblich zur Verbesserung von Modellen zur Vorhersage künftiger Klimaentwicklungen bei.“ Das Observatorium ist Bestandteil von Terrestrial Environmental Observatories (Tereno), einer Initiative von sechs Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft. Das Großprojekt spannt ein Netzwerk zur Erdbeobachtung über ganz Deutschland auf, um langfristige ökologische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen des globalen Wandels auf regionaler Ebene zu erforschen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) nimmt dabei den Mitteldeutschen Raum vom Harz bis ins Tiefland der Städte Magdeburg, Dessau und Leipzig auf einer Gesamtfläche von rund 26.000 Quadratkilometern unter die Lupe.

Treibhausgasen auf der Spur

Fragen rund um das Thema „Wasser“ untersucht das UFZ vor allem im Einzugsgebiet des Flusses Bode auf der Nordseite des Harzes. Der Standort „Hohes Holz“ am Nordrand dieses Einzugsgebietes ist dabei ein wichtiger Baustein. „Die Austauschprozesse zwischen Atmosphäre, Vegetation und Boden sind einer der Schwerpunkte von Tereno. Die Tereno-Observatorien und das europäische Netzwerk zur Erforschung von Treibhausgashaushalten Icos ergänzen sich dabei optimal“, betont Steffen Zacharias als Koordinator des Tereno-Observatoriums.

Die europäische Forschungsinfrastruktur Integrated Carbon Observation System (Icos) hat zum Ziel, ein europäisches Gesamtbild der Treibhausgase zu erstellen: Im Atmosphärenprogramm werden die Treibhausgaskonzentrationen in der Luft gemessen; im Ökosystemprogramm werden Quellen und Senken von Treibhausgasen in Wäldern, Grünländern, Äckern und Mooren untersucht.