Oschersleben l Mit dem obligatorischen Bänderschnitt gaben Landrat Hans Walker und die Leiterin der Kreisvolkshochschule des Bördekreises, Sylvia Wolf, den Weg in die nun neue Volkshochschule Oscherslebens frei.

Zuvor hatte der Landrat zahlreiche Gäste zur Eröffnung begrüßt und auch ein wenig über die Geschichte des Hauses, der sogenannten Kampe, geplaudert. Das ehemalige Gutshaus war als Internat und später als Berufsschule genutzt worden. Letztgenannte ist nun gänzlich ausgezogen, damit genügend Platz für die zahlreichen Angebote und Kurse der Volkshochschule ist.

Unterricht fiel eine Woche aus

Um den Umzug zu meistern, war die Volkshochschule Oschersleben lediglich eine Woche geschlossen. Mussten nur in dieser Zeit Kurse verschoben werden. 200 Kartons waren gepackt und am neuen Domizil wieder ausgepackt worden.

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Mit den Gästen der Eröffnung im Schlepptau machte sich Sylvia Wolf auf zum Rundgang durch das neue Domizil, präsentierte die Küche, die von der Berufsschule „geerbt“ wurde für Gesundheits- und Kochkurse. Weiter ging es zum großen und kleinen Bewegungsraum, in verschieden große Unterrichtsräume, die an diesem Montagmorgen vor allem von den zahlreichen Teilnehmern der Deutschkurse genutzt wurden.

Modern und nach aktuellen Standards ist ein Computerkabinett eingerichtet. „Wir haben hier im Haus doch wesentlich mehr Räume als zuvor als Mieter in der Grundschule,“ erklärt Sylvia Koch. So habe sich allein die Zahl der Unterrrichtsräume für Sprachen von zwei auf vier verdoppelt, gibt es für den Kreativbereich auch Vorbereitungsräume.

200 Kartons gepackt

Vor allem finden die Verwaltung und Lehrer der Oschersleber Außenstelle der Kreisvolkshochschule Börde nun bessere Bedingungen vor. Wie auch die Kursteilnehmer, die sich im Eingangsbereich vor Beginn der Kurse noch einen Kaffee gönnen können. Das Aufstellen eines Kaffeeautomaten war aus brandschutzrechtlichen Gründen in der Grundschule nicht möglich.

Verbessert haben sich ebenso die Sanitäreinrichtungen. „Es ist insgesamt ein schöneres Lernen für Erwachsene möglich“, erklärt Sylvia Koch. Die Parkplatzsituation am Vormittag müsse noch entschärft und eine Lösung gefunden werden. Die Volkhochschule in der „Kampe“ befindet sich ja nun in unmittelbarer Nachbarschaft zur Berufsschule und die Schüler belegen in den Vormittagsstunden alle Parkplätze. Zum Nachmittag und für die Abendkurse sei das Parken dann kein Problem mehr.

Viel mehr Räume

Mit dem Einzug in die kreiseigene Immobilie ist das Bauen allerdings noch nicht gänzlich beendet. Im Haus wurden bereits die Voraussetzungen geschaffen, einen Fahrstuhl einzubauen. „Hier im Haus gibt es doch viele Treppen und wir haben viele ältere Kursteilnehmer. Ihnen wollen wir einen barrierefreien Zugang zur Schule schaffen. Wir wollen auch in Oschersleben eine wohnortnahe und bezahlbare Bildung vor Ort schaffen. Dazu gehört auch ein barrierefreier Zugang“, so die Leiterin der Kreisvolkshochschule.

Die gerade zur Eröffnung des neuen Domizils auch ein wenig in der Statistik und in der Historie der Volkshochschule gekramt hat. So kann sie berichten, dass im vergangenen Jahr knapp 9000 Kursteilnehmer in 900 verschiedenen Kursen und Veranstaltungen registriert wurden. Die Männer und Frauen nahmen an 19.000 Unterrichtstunden teil. Auf die Oschersleber Außenstelle entfallen 30 Prozent der Angebote, Teilnehmer und Unterrichtsstunden.

Aufzug soll noch folgen

„Beim Kramen in der Geschichte fand ich auch heraus, dass die Oschersleber Volkshochschule am 5. September 1948 in der Bahnhofstraße 5 eröffnet wurde und damit in diesem Jahr 70 Jahre alt wird. Diesen runden Geburtstag wollen wir gemeinsam mit der Kreismusikschule mit einem Sommerfest feiern“, berichtet Sylvia Wolf.

Anfang 2017 war bekannt geworden, dass die Kreisvolkshochschule, Außenstelle Oschersleben, aus der Goethe-Grundschule ausziehen wird. Die Stadt Oschersleben, Eigentümerin der Goethe-Grundschule Oschersleben, hatte nach Abstimmung und im Einvernehmen mit dem Landkreis Börde den Nutzungsvertrag für die Kreisvolkshochschule am Standort Oschersleben gekündigt, weil das breite Angebot der Volkshochschule den gesamten Tag über und nicht mehr nur in den Abendstunden nicht mehr in das Gebäude einer Grundschule passte.

Nach der Kündigung habe der Landkreis entschieden in ein eigenes Objekt, in die sogenannte „Kampe“ zu ziehen. Das Gebäude war damals noch durch die Berufsbildende Schule genutzt worden. Der Auszug der Berufsschüler hatte sich verzögert und damit auch der Umzug der Volkshochschule aus der Goethe-Grundschule. Der Umzug der Kreisvolkshochschule sollte eigentlich schon zum Jahresende 2017 realisiert sein.