Verkehrssicherheit

Landesverkehrswacht ist auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitstreitern

Ob Kinder oder Erwachsene, Rad- oder Autofahrer: Die Verkehrswachten im Land machen sich auf vielfältige Weise für die Sicherheit auf Straßen und Wegen stark. Doch ohne Ehrenamtliche funktioniert das nicht. Deshalb gibt es nun eine besondere Kampagne.

Von Josephine Schlüer
Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Oschersleben, Klaus Glandien, führt Mitarbeiter der Landesverkehrswacht sowie Verkehrsminister Thomas Webel (2.v.l.) durch den Verkehrsgarten in Völpke.
Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Oschersleben, Klaus Glandien, führt Mitarbeiter der Landesverkehrswacht sowie Verkehrsminister Thomas Webel (2.v.l.) durch den Verkehrsgarten in Völpke. Foto: Josephine Schlüer

Oschersleben/Völpke l Ob allein oder im Elterntaxi, auf dem Schulweg oder dem Weg zum Spielplatz, richtiges Verhalten im Straßenverkehr kann Leben retten. Die regionalen Verkehrswachten leisten dazu einen wichtigen Beitrag, indem sie Präventionsmaßnahmen wie Verkehrserziehung für Kinder aus Kitas und Grundschulen anbieten. Möglich sind die Veranstaltungen vor allem durch das Engagement der ehrenamtlichen Helfer. Selbstverständlich ist das jedoch schon lange nicht mehr.

Darum hat die Landesverkehrswacht Sachsen-Anhalt eine Aktion ins Leben gerufen. Projektkoordinator Christian Bott hat im Verkehrsgarten Völpke die Kampagne „Verkehrssicherheit ist doch Ehrensache“ vorgestellt, die das Interesse von potenziellen Ehrenamtlern wecken soll. Die Landesverkehrswacht gehören insgesamt 20 regionale Wachten an, so auch die Verkehrswacht Oschersleben im Landkreis Börde.

Um die örtlichen Verkehrswachten auf der Suche nach Verstärkung zu unterstützen, startete die 30 000 Euro teure crossmediale Image-Kampagne vor über einem Monat. „Wir haben neben reinen Printmedien wie Flyern und Werbeplanen auch eine Homepage entwickelt und einen Instagram-Account angelegt“, berichtete der Projektkoordinator während seiner Präsentation. Auch Radiospots würden gesendet sowie Onlinevideos über eine Werbeagentur erstellt. Ebenso gebe es eine Facebook-Präsenz und klassische Stellenanzeigen, über die Nachwuchs im Ehrenamt gesucht wird, so Bott.

Dabei setzt die Verkehrswacht auf Sensibilisierung. Unter anderem würden über die Kanäle aktuelle Unfallzahlen veröffentlicht, um Nutzer über das Gefahrenpotenzial aufzuklären. Möglichst viele Menschen aus unterschiedlichen Zielgruppen sollen erreicht und von der Relevanz des ehrenamtlichen Engagements bei der Verkehrswacht Sachsen-Anhalt und in den regionalen Wachten überzeugt werden. Beispielsweise sind 771 Kinder im Straßenverkehr in Sachsen-Anhalt allein im Jahr 2019 verunglückt. Auch Radfahrer würden häufig in Verkehrsunfälle verwickelt. Das geht aus der „Vorläufigen Polizeilichen Verkehrsunfallbilanz 2019“ hervor. Vielfältige Maßnahmen wie etwa die Verkehrssicherheitstrainings im Verkehrsgarten Völpke dienen der Prävention und sollen schon im frühen Kindesalter die Kompetenz im Straßenverkehr stärken, um Unfälle zu vermeiden. Möglich sind die Maßnahmen jedoch nur dann, wenn genügend ehrenamtliche Helfer für die Umsetzung zur Verfügung stehen.

Die Informationsveranstaltung im Verkehrsgarten Völpke wurde von noch Verkehrsminister Thomas Webel eröffnet, der sich bereits in seiner Zeit als Landrat für die Verkehrswachten im Landkreis Börde eingesetzt und anschließend als Verkehrsminister die Schirmherrschaft für den Landesverband übernommen hatte.

Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Oschersleben im Landkreis Börde, Klaus Glandien, bedankte sich herzlich beim Verkehrsminister für die langjährige Unterstützung und erfolgreiche Zusammenarbeit. „Du hast hier sehr viel Anteil“, sagte er. Der Präsident der Landesverkehrswacht Sachsen-Anhalt, Erich Thiede, sprach Thomas Webel zum Abschied kurz vor Ende der Amtszeit ebenfalls seinen Dank aus. Glandien wies noch einmal auf die wichtige Arbeit der Verkehrswachten hin: „Jeder Unfall ist ein Unfall zu viel.“