Corona-Schnelltests

Möglichst viele, möglichst oft

Von Josephine Schlüer

Nur wenige Personen sitzen zum Start des Testzentrums An der Burg 1 in Oschersleben draußen in der Sonne und warten auf ihr Ergebnis. Es ist Mittwoch kurz vor den Osterfeiertagen. Warum sie sich haben testen lassen? „Zur Beruhigung“, antwortet eine Frau. Sie wolle nur wissen, ob alles in Ordnung ist.

Der Malteser-Hilfsdienst betreibt das Schnelltest-Zentrum An der Burg 1 einmal wöchentlich mittwochs von 11.30 bis 16 Uhr. „Zum Auftakt haben sich 45 Personen einem Schnelltest unterzogen“, sagt der Rettungsdienst-Leiter des Malteser Hilfsdienstes, Tobias Niemann. Dabei bestehe dort die Möglichkeit, 120 Personen pro Stunde im Schnelltestverfahren auf Covid-19 zu testen.

120 Tests pro Stunde sind möglich

Eine weitere Schnelltest-Station betreibt die Johanniter-Unfall-Hilfe in der Breitscheidstraße 28 in Oschersleben. „Wir können etwa 20 Personen pro Stunde testen“, sagt Pflegedienstleiterin Cornelia Klare. Entsprechend der geringeren Kapazitäten sei der Auftakt vor Ostern sehr gut verlaufen. Etwa 100 Personen haben sich während der ersten beiden Termine letzten Montag und Dienstag am Standort des ambulanten Pflegedienstes der Johanniter in Oschersleben testen lassen. „Die Feiertage haben vermutlich viel dazu beigetragen, dass es so viele Personen waren“, sagt Cornelia Klare. Nun müsse man abwarten, ob die Entwicklung so bleibt. Vorrangig hätten die Getesteten sich nicht nur sorgenfreier mit Angehörigen an den Osterfeiertagen treffen wollen. Auch dass das regelmäßige Testen maßgeblich für die Eindämmung der Pandemie ist, sei für viele ein Anreiz. Cornelia Klare berichtet, dass sich viele der Patienten, die sich vor Ostern haben testen lassen, auch gleich einen Besuch direkt nach den Osterfeiertagen angekündigt haben, um eine Infektion auszuschließen oder zu entdecken.

Schließlich gehe es bei den Schnelltests hauptsächlich darum, diejenigen Infizierten herauszufiltern, die symptomfrei an Covid-19 erkrankt sind und das Virus unbemerkt verbreiten, sagt auch der Rettungsdienstleiter der Malteser, Tobias Niemann. Er ergänzt: „Regelmäßige Schnelltests und die fortschreitenden Impfungen sind die derzeit wichtigsten Schritte in Richtung Normalität.“

Sowohl Cornelia Klare als auch Tobias Niemann rechnen mit weitaus mehr Testwilligen, wenn ein negatives Schnelltest-Ergebnis zu mehr Freiheiten im Alltag führt, beispielsweise die Außengastronomie wieder öffnet und mit einem negativen Testergebnis ein Bier in der Frühlingssonne im Biergarten wieder möglich ist.

Kapazitäten in Testzentren sind ausreichend

An Schnelltests, Masken und sonstiger Schutzausrüstung mangele es nicht. „Wir können die Zentren nach jetzigem Stand so lange wie nötig betreiben, auch bei voller Auslastung“, sagen Klare und Niemann. Der Malteser-Rettungsdienstleiter appelliert an alle Einwohner: „Jeder ist in der Verantwortung für sich und für andere, dieses Angebot mindestens einmal pro Woche zu nutzen.“ So lange die Impfquoten noch zu niedrig sind, sei dies ein wichtiges Instrument, die Pandemie einzudämmen.

Die beiden Verantwortlichen für die Testzentren der Johanniter und der Malteser weisen ausdrücklich daraufhin, dass ein Schnelltest immer nur eine Momentaufnahme darstellt. „Wer heute negativ getestet wird, kann morgen positiv sein.“ Aus diesem Grund reiche ein einmaliger Besuch der Teststationen nicht aus. „Nur wenn möglichst viele Menschen sich möglichst häufig testen lassen, können Infektionsketten durchbrochen werden“, sagt Cornelia Klare.

Das Testzentrum des Malteser Hilfsdienstes befindet sich An der Burg 1 in Oschersleben und ist immer mittwochs von 11.30 bis 16 Uhr geöffnet.. Die Teststation der Johanniter-Unfall-Hilfe befindet sich am Standort des ambulanten Pflegedienstes der Johanniter in der Breitscheidstraße 28 in Oschersleben und ist jeweils montags von 14 bis 16 Uhr und dienstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Eine Voranmeldung für einen Corona-Schnelltest ist in beiden Einrichtungen nicht notwendig.