Neindorf l Seit dem 30. November 2020 hat die Neindorfer Kita ihre Türen wieder geöffnet. Eigentlich sollte dies schon vier Tage vorher passieren. Doch daraus wurde nichts. Denn zwischenzeitig seien weitere Erzieherinnen und auch Kinder während der Quarantäne positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Dies teilte Mathias Schulte, Pressesprecher der Stadt Oschersleben, auf Nachfrage der Volksstimme mit.

Das Personal bestand in der vergangenen Woche nur aus einer Erzieherin. Die Idee der Stadt war es, Erzieher aus anderen Einrichtungen nach Neindorf zu versetzen. „Da nun feststeht, dass innerhalb der Quarantäne weitere Kinder positiv getestet worden sind, kommt ein Personalwechsel nicht infrage“, so Schulte. Wenn Kinder am Virus erkrankt seien, jedoch keine Symptome haben, sei eine weitere Verbreitung in andere Einrichtungen nicht auszuschließen. Wann die Eltern ihre Kinder wieder in die Kita bringen können, wurde am gestrigen Montag geprüft. Da immer noch nicht alle Erzieher wieder genesen sind, öffnet die Kita mit eingeschränkten Zeiten von sieben bis 15.30 Uhr, teilt Schulte mit.

Die gute Nachricht

Für die Eltern ist dies nach weiterem Warten eine gute Nachricht. Am Freitag, 13. November 2020, wurde die Stadt als Träger der Kita darüber informiert, dass es im Erzieherteam einen Corona-Fall gab. Bürgermeister Benjamin Kanngießer entschied gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Landkreis Börde, die Kita vom 16. bis 25. November zu schließen. Alle Kinder, Erzieher sowie das technische Personal mussten sich daraufhin in Quarantäne begeben.

Die Kitaleiterin habe, laut Aussage der Stadt Oschersleben, daraufhin die Eltern telefonisch über die Schließung informiert. Es sollte auf weitere Anweisungen des Gesundheitsamtes gewartet werden. Doch gerade zu Beginn kam es offenbar zu Kommunikationsproblemen zwischen den Eltern und der Stadt. Eltern berichten, sie hätten auf eine Information gewartet, wie sie sich in der Quarantäne zu verhalten haben. Diese ließ jedoch lange auf sich warten.

„Im Schreiben des Gesundheitsamtes wurde ausgesagt, dass das Gesundheitsamt die Erziehungsberechtigten informiert“, teilt Mathias Schulte mit. Daher sei seitens der Stadt nichts weiter erfolgt. Zudem sei die Stadt nicht berechtigt, eine Quarantäneanordnung zu treffen. „Wir lernen natürlich daraus und werden bei einer weiteren Schließung einer Einrichtung schneller agieren“ ,so der Pressesprecher. Nachteilig sei auch die Wochenendsituation gewesen.

Dass das Schreiben des Gesundheitsamtes mit den Quarantäneanordnungen erst eine Woche später im Postkasten der Eltern lag, erklärt Rüdiger Mages, Leiter des Amtes für Gesundheit und Verbraucherschutz des Landkreis Börde. Es sei allgemein bekannt, dass die Ausfertigung einige Zeit in Anspruch nehme. „Denn der öffentliche Gesundheitsdienst ist bei weitem nicht so personell ausgestattet, wie es derzeit erforderlich wäre“, erklärt Mages.

Wenn das Kind in Quarantäne ist, müssen sich die Eltern über die Betreuung abstimmen. „Zu dem Thema ist die Einrichtungsleitung informiert worden, indem den Eltern zu berichten war, dass keine weiteren Maßnahmen zu veranlassen sind“, so der Amtsleiter. Die Kitaleiterin war für die Volksstimme für eine Nachfrage nicht zu sprechen. Auch die Vertreterin des Elternkuratoriums war nicht zu erreichen.

Die Stadt Oschersleben hat laut Mathias Schulte aus den Kommunikationsmängeln gelernt. Künftig wolle man die Eltern mit einer Kopie der Anweisung des Gesundheitsamtes informieren. Die Kitabeiträge während der Zeit der Schließung für die Eltern zu erlassen ist nicht möglich. „Die Beitragssatzung sieht keine Erstattung oder keinen Erlass vor“, so der Pressesprecher.