Klein Oschersleben l Nicht nur die Naturfreunde aus Klein Oschersleben, Jens Gildemeister, Holm Ramisch und Andreas Oschim haben sich gewaltig über die Zerstörungswut einiger Mitmenschen geärgert. Beinahe fünf Jahre steht nun schon das Insektenhotel am Eingang zum Klein Oschersleber Park. Hier hat die tierische Herberge einen nahezu idealen Platz gefunden. Hier bolzen die Jungen auf dem benachbarten Sportplatz, kommen viele Spaziergänger vorbei. Zudem steht das Insektenhotel direkt am Weg zur Kindertagesstätte „Bodespatzen“.

Der Aufbau der Herberge für Spinnen, Käfer, Insekten und Bienen war ein echtes Gemeinschaftswerk von Naturfreunden und dem sportlichen Nachwuchs des LSV 90 Klein Oschersleben. Die Kinder packten ordentlich mit zu, halfen in den vergangenen Jahren bei der Pflege und Reinigung.

Hotel steht seit fünf Jahren

Das Klein Oschersleber Insektenhotel weist einige Besonderheiten auf: In der Mitte ist das Zuhause für Spinnen, Käfer und Insekten an sich zu finden. Rechts und links schließen sich Schautafeln an. Die eine widmet sich stets dem Vogel des Jahres. „Als wir in diesen Tagen das Insektenhotel repariert haben, ergänzten und aktualisierten wir zugleich die Schautafeln. So wird nun der Star als Vogel des Jahres 2018 dargestellt“, berichtet Naturfreund Holm Ramisch.

Er hat das entsprechende Bild- und Fotomaterial geliefert. Mithilfe der anderen Schautafel können sich Interessierte nun darüber informieren, welche Pflanzen im Bodegebiet zu finden sind. Andreas Oschim hat im vergangenen Jahr dafür die entsprechenden Fotos gemacht.

Schautafeln aktualisiert

Ergänzt werden die Schautafeln durch Info-Material des Nabu, beispielsweise mit Tipps zum Bau eines Insektenhotels. „Aber unsere Schautafeln und unser Insektenhotel weisen eine weitere Besonderheit auf. Zwei Nistkästen sind seitlich eingebaut. Dort fanden Gartenrotschwänze eine Bleibe“, so Ramisch.

Die Naturfreunde aus Klein Oschersleben und die Kinder des LSV 90 Klein Oschersleben haben schon des Öfteren in Sachen Naturschutz gemeinsame Sache gemacht. So wurde 2010 damit begonnen, Nistkästen zu bauen. Ganze Familien waren daran beteiligt, die Vogelbehausungen zu „zimmern“. Um die Aktion finanzieren zu können, fanden sich für die Nistkästen viele Paten in der Dorfbevölkerung.

Damals entstanden 50 Nistkästen, die im Park und entlang der Bode ihren Platz fanden. Jeder Nistkasten wurde übrigens mit dem Namen der Paten versehen. Auch das Aufhängen der Kästen war zu einer echten Aktion für die ganze Familie gestaltet worden.

Rund 80 Nistkästen

In den vergangenen Jahren waren die Sportkinder auch immer wieder in das Reinigen der Nistkästen einbezogen worden. Ja, es wurden zur Auswertung der Brutsaison besondere Aktionen wie eine Paddeltour auf der Bode mit Zeltlager oder ein Naturparcours für die Jungen und Mädchen organisiert.

„Inzwischen gibt es bestimmt 80 Nistkästen. Sie wurden 2017 neu nummeriert. So können wir besser registrieren, welche Vogelarten unsere Kästen nutzen. In jedem Fall können wir das Fazit ziehen, dass unsere Kästen in Höhlen- oder Halbhöhlenform den Vögeln beim Brüten sehr helfen“, stellt Holm Ramisch fest. Kohl- und Blaumeise, Kleiber, Gartenrotschwanz, der eher selten vorkommene Wendehals, Feldsperling, Star, Grau- und Trauerschnäpper und auch das selten gewordene Rotkehlchen brüteten in den Nistkästen, die Naturfreunde und LSV-90-Kinder gemeinsam schufen.

Zwischen der Interessengemeinschaft und dem Sportverein gibt es übrigens seit 2009 eine Kooperationsvereinbarung. Zu den weiteren Aktionen, die gemeinsam organisiert worden sind, gehören das Laufen für die Umwelt im Zuge des traditionellen Gänsebratenlaufes und eine Müllsammelaktion 2011. Wie Reno Förster vom Vorstand des LSV 90 bestätigt, ist für 2018 wiederum eine Müllsammelaktion geplant.