Oschersleben l Seit Jahren wird sowohl in der Lokalpolitik als auch in der Öffentlichkeit emotional über das Thema Friedhöfe diskutiert. Erst waren es die steigenden Gebühren, die per neuer Satzung beschlossen worden waren. Dann folgte die Debatte um die von der Stadtverwaltung angestoßenen Pläne zur Verkleinerung der Friedhöfe. Beide Vorstöße hatten vorm allem ein Ziel: Kosteneinsparung.

Auch Torsten Schubert (CDU) erinnerte während der jüngsten Bauausschussitzung am Dienstagabend an den teils aufgeheizten und emotional geführten Diskurs. „Die Pflege und der Erhalt von Friedhöfen kostet viel Geld. Außerdem müssen wir uns den neuen Bestattungsformen sowie der abnehmenden Bevölkerung stellen und uns anpassen“, sagte der Ausschussvorsitzende. Im Hinblick auf die Empfindlichkeiten Einzelner sagte er: „Ich verstehe die Bedenken einzelner, wir müssen aber heute für alle entscheiden.“

Auch Baufachbereichsleiter Steffen Czerwienski meldete sich zu Wort und hob die Arbeit der Friedhofskommission hervor. Mitglieder der Stadtverwaltung, des Stadtrates sowie der Ortschaftsräte hätten monatelang gemeinsam diskutiert, die Friedhöfe besucht und nach Kompromissen gesucht. Ergebnis dieser Arbeit war das Friedhofskonzept. In dem Papier wird vorgeschlagen, einzelne Gräberfelder für immer zu schließen, um die dann freigewordenen Areale anderen Nutzungen zuzuführen. „Das vom Stadtrat bestätigte Konzept wurde nun in Beschlussvorlagen gegossen, über die heute abgestimmt werden muss“, erklärte der Amtsleiter.

Weniger Fläche notwendig

Auch Wolfgang Nehring (CDU) hält es eignen Worten zufolge für sinnvoll, die Friedhöfe zu verkleinern. „Wir müssen die Flächen reduzieren, weil wir weniger Fläche benötigen“, sagte das Mitglied der Friedhofskommission. Auch jene würden berücksichtigt, die noch für 25 Jahre ihr Liegerecht innehaben.

Im Anschluss an die Redebeiträge wurde über jeden Friedhof einzeln abgestimmt. So werden die Anlagen in der Kernstadt sowie in Altbrandsleben, in Ampfurth, in Beckendorf, Groß Germersleben, Hadmersleben, Hordorf, Hornhausen, Neindorf und in Peseckendorf verkleinert. Für Ampfurth erklärte Steffen Czerwienski, dass Gespräche mit Bürgern über eine eventuelle Umbettung ihrer Angehörigen geführt würden. Auch in Hadmersleben werden Gespräche geführt, allerdings darüber, wie die drei Friedhöfe künftig koexistieren beziehungsweise zusammengelegt werden können. Denn neben einem städtischen Friedhof gibt es in der Stadt noch eine katholische sowie eine evangelische Anlage. Für den Friedhof in Peseckendorf informierte der Bereichsleiter über Ideen, einzelne Grabarten zu ändern. Hier liefen Gespräche mit dem Ortschaftsrat.

Am Ende votierten die sechs anwesenden Ausschussmitglieder einstimmig für jede der Beschlussvorlagen. Nun müssen der Hauptausschuss am 6. April sowie der Stadtrat am 9. Mai über die Schließungen entscheiden.

Zur Erinnerung: Der Friedhof in Emmeringen sollte komplett zurückgebaut werden. Ein Kompromiss sieht nun den Erhalt des Areals unter der Verantwortung eines Emmeringer Vereins vor.