Gröningen l „Wir haben es uns nicht einfach gemacht, aber die Umstände lassen uns keine andere Möglichkeit“, sagt Falk Öhlie unmittelbar vor der Abstimmung über die neuen Kostenbeiträge für die Kindertagesstätten in der Westlichen Börde. Der Vorsitzende der Fraktion „Wählergemeinschaft Gröningen/Ortsteile“ des Verbandsgemeinderates fasst damit wohl in einer der letzten Wortmeldungen nicht nur für sich, sondern auch fraktionsübergreifend für seine Ratskollegen das zusammen, was sie alle gerade bewegt.

Zustimmung mit "Schmerzen"

Denn auch in der Diskussion zuvor haben schon andere Mitglied des Verbandsgemeinderates bereits deutlich werden lassen, nicht unbedingt mit Freude dem zuzustimmen, dass die Eltern künftig mehr Geld für die Betreuung ihrer Schützlinge in den Kindertagesstätten der Westlichen Börde bezahlen müssen. Also für die Betreuung in den Kindertagesstätten „Bodespatzen“ Gröningen, „Wichtelstübchen“ Großalsleben, „Klettermax“ Krottorf, „Rasselbande“ Kroppenstedt, „Schloss Trautenburg“ Ausleben, „Sonnenschein“ Hamersleben, „Spatzennest“ Wulferstedt sowie in den Horten Gröningen, Ausleben und Kroppenstedt,

Erste Anpassung seit 2014

In jener Diskussion während der Sitzung des Verbandsgemeinderates ist aber beispielsweise auch daran erinnert worden, dass die Elternbeiträge in der Westlichen Börde seit 2014 nicht verändert worden, die Betreuungskosten aber gestiegen sind und die finanzielle Situation in der Verbandsgemeinde, die am Ende die finanzielle Lücke der Betreuungskosten in den Kindertagesstätten schließen muss, nicht besser geworden ist. Und Andreas Dippe von der Fraktion „Ausleben/Kroppenstedt/Wulferstedt“ hat unter anderem angesprochen, dass bei der Argumentation für höhere Betreuungsbeiträge immer auch erwähnt werden sollte, dass mit dem neuen Landes-Kinderförderungsgesetz geregelt ist, dass ja Eltern, die mehrere Kinder in den Tagesstätten betreuen lassen, nur noch den Kita-Beitrag für das älteste Kind zahlen müssen und die Betreuung für alle anderen Kinder kostenfrei ist.

Qualität wird gehalten

Mit diesem und mit weiteren Argumenten hat Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz mit seiner für die Kindertagesstätten zuständigen Hauptsamtsleiterin Nicole Schliebener wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben im Vorfeld die Kita-Kuratorien angehört. Und Stankewitz hat zudem auf Wunsch der Eltern und Erzieher in Ottleben und Wulferstedt in Versammlungen den Eltern Rede und Antwort gestanden. Unter anderem sind in diesen Zusammenkünften alle Zahlen auf den Tisch gelegt und ist von der Verbandsgemeinde betont worden, dass „mit der Kostenbeitragserhöhung trotz angespannter Haushaltslage die Qualität in den Kindertagesstätten gehalten werden soll“.

Was dann auch in die Begründung des Beschlussentwurfs der neuen Kostenbeiträge geschrieben worden ist, der parallel zu den Gesprächen mit den Eltern auch in den politischen Gremien, also vor allem im Sozialausschuss und im Hauptausschuss beraten worden ist. Die dann nach ausführlichen Diskussionen dem Verbandsgemeinderat empfohlen haben, diesen Beschluss zu fassen. Der Hauptausschuss hat sich am Ende gar einstimmig dafür ausgesprochen.

Regelungen wurden bemängelt

Allerdings ist dann in einem vom Verbandsgemeindebürgermeister zwischen den Sitzungen des Hauptausschusses und des Verbandsgemeinderates gesuchten Gespräch mit der Kommunalaufsicht des Landkreises die finanzielle Regelung im Hortbereich bemängelt worden. So dass die monatlichen Hortkosten nun auch davon bestimmt werden, wie lange die Hortkinder in den Ferien betreut werden.