Lockerungen im Landkreis Börde

Oschersleber Gastronomen, Friseure, Einzelhändler und Vereine freuen sich auf Wegfall der Test- und Terminpflicht

Einzelhändler und Friseure dürfen sich auf mögliche Lockerungen freuen. Die Inzidenzen befinden sich seit vergangener Woche stabil unter 100. Damit entfällt in einigen Betrieben die Test- sowie die Terminpflicht. Auch die Außengastronomie darf womöglich öffnen. Sport im Freien könnte für bis zu 25 Personen wieder erlaubt sein.

Von Josephine Schlüer
Bei stabil niedrigen Inzidenzzahlen darf die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussichtlich ist das ab morgen der Fall.
Bei stabil niedrigen Inzidenzzahlen darf die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussichtlich ist das ab morgen der Fall. Foto: Josephine Schlüer

Oschersleben - Inzidenzzahlen von unter 100 an fünf aufeinander folgenden Tagen ermöglichen Öffnungsschritte. Der Landkreis Börde steht ganz kurz davor. Womöglich schon ab morgen dürfen sich Vereine, Gastronomen, Einzelhändler und Friseure über gelockerte Maßnahmen freuen. Dann würde die Testpflicht in Kosmetik- und Friseursalons sowie im Einzelhandel entfallen. Die Außengastronomie dürfte ebenso wieder öffnen, ohne Terminvergabe, allerdings mit Testpflicht und Kontaktverfolgung.

„Es wäre schön, wenn wir auch drinnen wieder Gäste empfangen dürften“, sagt Philipp Neumann, Inhaber des Bowlingcenters und Restaurants „Zum Athos“ in Oschersleben. Auf einen Besucheransturm ist der Gastronom vorbereitet. „Die Küche ist gut aufgestellt. Wir kochen sowieso jeden Tag, weil wir außer Haus liefern“, sagt Neumann. Getränke seien schnell gekauft, sollten diese knapp werden. Besorgt zeigt sich der Restaurant-Inhaber allerdings wegen des Wetters. Momentan laden die Temperaturen nicht gerade zum Verweilen auf der Terrasse ein. „Aber in Heizpilze möchte ich jetzt nicht zusätzlich investieren“, sagt er. Wenn er dann plötzlich wieder schließen muss, würde sich die Anschaffung nicht lohnen.

Testpflicht hat viele Kunden verunsichert

Marion Felger, die das Bekleidungsgeschäft M Fashion in Oscherslebens Innenstadt betreibt, atmet angesichts der möglichen Lockerungen auf. Nachdem sie ihren Laden Anfang März nach dem harten Lockdown endlich wieder öffnen durfte, hätten viele Kunden erneut bei ihr eingekauft. „Da ging es aufwärts“, sagt die Inhaberin. Doch mit Inkrafttreten der Testpflicht hätte ein Großteil der Kundschaft resigniert. Viele hätten mit dem Shoppen jetzt einfach warten wollen, bis die Vorgabe zur Testpflicht wieder aufgehoben wird. „Darum freue ich mich auf morgen“, sagt die Einzelhändlerin.

Keine falschen Hoffnungen auf Training

Der Vorsitzende des TSV 1990 in Hornhausen, Nico Lehnert, ist noch vorsichtig. Er gibt zu bedenken, dass derzeit wegen der Pfingstferien in den Schulen nicht getestet wird, ebenso weil im Zuge des Feiertages am vergangenen Donnerstag wahrscheinlich niedrigere Infektionszahlen von den Gesundheitsämtern übermittelt wurden.

„Wir warten erstmal ab, wie sich die Inzidenzen nach den Schulöffnungen nächste Woche entwickeln“, sagt der Vorsitzende. Insgesamt 200 Mitglieder zählt der Verein. Dazu gehören zwei Jugendfußballmannschaften, eine Frauen- und eine Männerfußballmannschaft sowie drei Frauensportgruppen. „Am Montag halten wir eine Viedeokonferenz mit dem Vorstand zur künftigen Planung ab“, sagt der Vorsitzende.

Lehnert geht davon aus, dass die Trainings ab übernächster Woche wieder stattfinden, sollten die Inzidenzen tatsächlich auf niedrigem Niveau bleiben. Hintergrund sei laut dem Vorsitzenden, dass man den Kindern und Jugendlichen keine falschen Hoffnungen macht, falls das Training dann schnell wieder eingestellt werden muss. „Viele warten schon sehr lange darauf, dass es wieder losgeht“, sagt Nico Lehnert.

Rechtzeitig mit Schnitzel eingedeckt hat sich Utz Hehne vom Brauhaus Neindorfer Krug für die bevorstehende Öffnung der Außengastronomie. „Das Brauhaus ist so klein, dass wir nur wenige verderbliche Lebensmittel haben“, sagt er. Vieles könne länger gelagert werden, so dass Hehne auf kurzfristige Öffnungen und einen möglichen Besucheransturm schnell vorbereitet ist.

200 Liter Bier sind schon nachgebraut

Allerdings enthält das Bier des Brauers relativ viele Eiweißstoffe, so dass über den Lockdown im Winter einiges schlecht geworden sei. „Im Januar musste ich Bier wegkippen“, sagt Hehne. Mittlerweile habe er jedoch 200 Liter nachgebraut und ist gerüstet. Hehne kritisiert jedoch, dass sonntags keine Teststationen geöffnet haben, also der Besuch im Biergarten dann eigentlich ausfallen muss. Er selbst habe aktuell 25 Testkits vorrätig.

In der Oschersleber Filiale des Friseurbetriebs Harzer Friseur und Barbier hat die Testpflicht für große Verwirrung bei den Kunden gesorgt. „Viele haben abgesagt, waren verunsichert oder wollten sich nicht testen lassen“, sagt der Inhaber Mohammad Shwan. Das seien harte Zeiten gewesen. Große Einbußen habe der Salon hinnehmen müssen. Shwan ist froh, dass es nun mit der Testpflicht wahrscheinlich ab morgen vorbei ist.