Kriminalität

Polizei berät auf dem Oschersleber Marktplatz

Beratung auf dem Marktplatz: Wie Menschen sich und ihr Eigentum bestmöglich vor Einbrüchen und Diebstählen schützen können

Von Lena Bellon
rKriminaloberkommissar Klaus-Dieter Würdig, Jörg Hubatschek vom LKA Sachsen-Anhalt und Regionalbereichsbeamter Peter Hartling informieren Interessenten über Sicherheitstechniken.
rKriminaloberkommissar Klaus-Dieter Würdig, Jörg Hubatschek vom LKA Sachsen-Anhalt und Regionalbereichsbeamter Peter Hartling informieren Interessenten über Sicherheitstechniken. Foto: Lena Bellon

Oschersleben - „Viele Menschen informieren sich erst über Sicherheit, wenn sie schon Opfer wurden“, mahnt Klaus-Dieter Würdig, Kriminaloberkommissar des Polizeireviers Börde. Mit einem großem LKW voller Informationen und verschiedenen Sicherheitstechniken standen deswegen der Kriminaloberkommissar und seine Kollegen vom Landeskriminalamt (LKA) Sachsen-Anhalt gestern auf dem Marktplatz in Oschersleben. Die vorbeilaufenden Interessenten konnten sich hier Informationsmaterial mitnehmen, Beratungstermine vereinbaren oder vor Ort Fragen stellen und Sicherungstechniken ansehen und testen.

„Unser Schwerpunkt ist die Einbruchs- und Diebstahlsicherung. Aber wir beantworten auch Fragen zu Sicherheit im Internet, Stalking oder häuslicher Gewalt – eben alles was die Mitmenschen beschäftigt“, erzählt Jörg Hubatschek, Kriminalkommissar des LKA Sachsen-Anhalt. Prävention und Schutzmaßnahmen seien sowohl in kleinen Wohnungen als auch in Eigentumshäusern wichtig. Die Polizei wolle dafür ein kompetenter Berater sein und die Menschen dafür sensibilisieren, dass sie sich und ihre Eigentümer schützen.

Nicht nur der finanzielle Aspekt

„Wenn ich durch die Straßen laufe, sehe ich oft Fenster, die nicht richtig geschlossen wurden oder teure Fahrräder, die nicht sicher angeschlossen sind“, sagt Hubatschek. „Der finanzielle Verlust ist viel größer, wenn schon ein Schaden entstanden ist. Mit der richtigen Sicherheitstechnik entstehen auf jeden Fall geringere Kosten.“ Aber nicht nur der finanzielle Aspekt sei wichtig, wenn über Einbruchsschutz gesprochen wird. „Der psychische Schaden von Opfern krimineller Handlungen ist meist schlimmer“, weiß Würdig.

Mit dem LKW macht die Polizei deswegen regelmäßig eine Tour und klärt auf, welche Möglichkeiten es gibt, sein Eigenheim zu sichern oder welche Routine beispielsweise im Haus wichtig ist, bevor ein längerer Urlaub ansteht. Ein einfaches Hilfsmittel sei, immer nach dem Entleeren direkt die Mülltonnen hereinzustellen. Einbrecher gingen nämlich oft in Häuser, dessen Mülltonne den ganzen Tag noch draußen steht. Das zeuge davon, dass niemand zu Hause ist. „Es können auch Termine vereinbart werden und wir kommen zu den Menschen nach Hause, machen eine Schwachstellenanalyse und beraten sie zu ihrer optimalen Sicherheit“, erklärt Hubatschek. Vielen Menschen sei nicht klar, dass Versicherungen nicht für den Schaden aufkommen, wenn nicht im Voraus für eine gute Absicherung gesorgt wurde: „Wenn ein Fenster auch nur einen kleinen Spalt offen steht, können Einbrecher in Sekunden in das Eigenheim geraten, ohne Spuren zu hinterlassen. Dann kann es sein, dass die Versicherung nicht zahlt.“

Oft erleben die Beamten besorgte Senioren: „Fälle von Trickbetrügern nehmen zu, ebenso wie Betrugsmaschen im Internet. Senioren kommen dann oft zu uns und fragen nach Möglichkeiten sich zu schützen.“ Kriminalität und Sicherheitsmöglichkeiten seien stark im Wandel: „Kriminalität im Internet nimmt beispielsweise zu. Oft bemerken wir auch Unsicherheiten beim Umgang mit Drohnen oder Überwachungskameras. Häufig ist unklar, was erlaubt ist und was nicht.“