Helmstedt l Mit den Gemeinden Hötensleben, Völpke, Sommersdorf und Harbke inklusive der Ortsteile hat die Obere Aller mehrere Anrainer am grünen Band. Darin verortet sind zudem durch die Gedenkstätte Marienborn und das Grenzdenkmal Hötensleben bedeutende Stätten der deutschen Teilungsgeschichte. Auch dem Lappwaldsee kann in dieser Hinsicht steigende Relevanz beigemessen werden.

Nicht von ungefähr fand im November auch die Auftaktveranstaltung „Grünes Band auf dem Weg zum Nationalen Naturmonument“ des Landes Sachsen-Anhalt in Harbke statt. Dabei wurde das erklärte Ziel der Landesregierung erläutert: das Grüne Band flächendeckend als Biotopverbund schützen und als Nationales Naturmonument ausweisen, es somit auch unter gesetzlichen Schutz zu stellen.

Ehemaliger Grenz- und Todesstreifen

Wie es nun um die natürliche wie auch kulturgeschichtliche Bewahrung des ehemaligen Grenz- und Todesstreifen sowohl diesseits als auch jenseits davon bestellt ist, war Thema des Treffens der Ländernachbarn Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Die Unteren Naturschutzbehörden der niedersächsischen Landkreise, die an Sachsen-Anhalt angrenzen, waren zu der Informationsveranstaltung hinzugezogen worden. Geladen hatten die jeweiligen Umwelt- und Landwirtschaftsministerien nach Helmstedt in den historischen Bibliothekssaal der ehemaligen Universität. An der Spitze der Delegationen standen die beiden Staatssekretäre Klaus Rehda (Sachsen-Anhalt/Grüne) und Frank Doods (Niedersachsen/SPD).

Ist-Stand und Pläne

Auf der Veranstaltung wurden die Anwesenden über die Planungen und laufenden Aktivitäten beider Bundesländer zum Grünen Band informiert. Der so bezeichnete ehemalige Grenzstreifen zwischen der einstigen DDR und der Bundesrepublik Deutschland ist heute der längste Verbund von Natur in Deutschland, an dem neun Bundesländer beteiligt sind.

In einer gemeinsamen Erklärung stellten die Sitzungsteilnehmer fest: „Das Grüne Band ist ein Symbol des friedlichen Zusammenwachsens in Europa und hat daher eine völkerverbindende und friedensstiftende Funktion. Es verbindet nicht nur die Lebensräume von Tieren und Pflanzen, sondern auch die Menschen entlang der Grenzen. Historische Zeugnisse der innerdeutschen Teilung erinnern vielerorts an die Grenze. Der Streifen bietet eine einmalige Chance zur Rettung und Erhaltung der historischen Kulturlandschaft und somit zur Verbindung von Natur und Geschichte.“

Länder arbeiten zusammen

Frank Doods begrüßte die Absicht Sachsen-Anhalts, das Grüne Band, als Naturmonument zu schützen. Er sagte: „Nur gemeinsam und länderübergreifend wird es uns gelingen, das Grüne Band als Perlenkette der Natur, als Ort des Gedenkens und als Symbol für die friedliche und völkerverbindende Überwindung zu erhalten und zu entwickeln.“ Auch auf niedersächsischer Seite gebe es eine Reihe von Projekten und Kooperationen zur Entwicklung naturschutzfachlich wertvoller Flächen im Umfeld des Grünen Bandes.