Hornhausen l Wie die Abstimmung ausgehen wird, war schon nach der ersten Diskussionsrunde klar. Nur Ortsbürgermeister Lothar Lortz und Ratsmitglied Dirk Ebert haben den Vorschlag der Verwaltung befürwortet. Haben sich also dafür ausgesprochen, dass die Stadt zunächst Fördermittel beim bereits laufenden europäischen Förderprogramm Stark III für die Sanierung des bisherigen Gebäudes der Kindertagesstätte „Anne Frank“ beantragen und sich im zweiten Schritt um Geld aus einem neu aufgelegten Förderprogramm des Bundes für die Finanzierung eines Kita-Anbaus kümmern soll. Martina Arndt, Inge Tamm und Wolfgang Zahn haben gegen diese Vorgehensweise argumentiert.

„Ich befürchte, dass wir für einen Anbau keine Fördermittel mehr bekommen werden, wenn zuvor die Sanierung des bisherigen Gebäudes mit Geld aus dem Stark-III-Programm finanziert worden ist“, sagte beispielsweise Martina Arndt. Zumal die Sanierung nicht unbedingt notwendig sei, ein Anbau aber schon und mit der Sanierung die Platz-Kapazität des derzeitigen Gebäudes sogar noch geringer werden würde.

Fördermittel umgekehrt beantragen

Was Wolfgang Zahn auch so sieht: „Ich könnte mir sogar vorstellen, auf dem Kita-Gelände für 1,2 Millionen Euro eine völlig neue Kindertagesstätte zu bauen.“ Unabhängig davon sollte seiner Meinung nach die Verwaltung den jetzt vorliegenden Beschlussentwurf über die Fördermittelanträge trennen. In einer Vorlage sollte es um den Fördermittelantrag für den Anbau und in dem anderen über den für die Sanierung gehen.

„Das kann ich nicht nachvollziehen“, entgegnete Dirk Ebert: „Was spricht dagegen, jetzt für beide Projekte Fördermittel zu beantragen. Mit beiden Programmen könnten wir unter Vorhaben stemmen und würde unsere Kita für die Zukunft gerüstet sein. Wenn wir weiter zögern, stehen wir am Ende mit leeren Händen da.“

Das befürchtet auch Lortz. „Zumal wir als Ortschaftsrat einschließlich meiner Person selber Schuld sind, das sich alles verzögert hat, da wir seinerzeit abgelehnt haben, dass die Kita-Fassade bei der Sanierung angefasst wird. Doch gibt es das Fördergeld aus dem Stark-III-Programm eben nur, wenn es eine energetische Sanierung ist, also auch die Fassade gedämmt wird“, so der Ortsbürgermeister. Der es am Dienstag vor der Abstimmung noch mit einem Kompromiss, also mit dem Beschlusszusatz versucht hat, dass die Oschersleber Verwaltung beauftragt wird zu prüfen, ob gegebenenfalls doch zuerst der Anbau und dann die Sanierung möglich ist.

Entscheidung trifft Stadtrat

Aber ohne Erfolg. Vor allem wurde Wolfgang Zahn beim Thema Oschersleben sehr deutlich: „Ich traue der Stadt keinen Zentimeter.“

Wofür er von den etwa 20 Gästen der Sitzung des Ortschaftsrates Beifall bekam, die auch vorher schon applaudiert hatten, als vorgeschlagen worden war, erst anzubauen und dann zu sanieren.

Allerdings war das Votum des Ortschaftsrates nur eine Empfehlung, die Entscheidung trifft der Oschersleber Stadtrat am 7. September.