Gröningen l In Gröningen hat der Erfinder Friedrich Eduard Hoffmann unübersehbare Spuren hinterlassen. Ein Beispiel ist die Namensgebung der Grundschule, die auch heute an ihn erinnert. Im Jahr 2018 jährt sich der Geburtstag des Sohnes der Stadt bereits zum 200. Mal. „Dieses Jubiläum sollten wir nicht verpassen“, sagt Ernst Brunner. So denke er darüber nach, eine entsprechende Broschüre zum Leben und Wirken des Pioniers anfertigen zu lassen. Entsprechende Festlichkeiten seien ebenfalls denkbar.

Den Gedanken hat die Museumsmitarbeiterin Elke Löcker aufgegriffen. „Der Geburtstag sollte auf jeden Fall zum Museumsfest entsprechend gewürdigt werden“, findet sie. Dieses findet im September statt. Das Interesse, gerade von jugendlichen Besuchern der Ausstellungen, sei nahezu täglich zu bemerken. „Die Kinder kommen zu mir und schauen sich die Exponate an“, sagt die Mitarbeiterin. Gerade bei den jüngeren Generationen sei die Neugier auf die Geschichte der Stadt zu bemerken. Ein Friedrich Eduard Hoffmann und sein Leben gehöre hier mittlerweile zum Grundwissen.

Seine Idee ging um die Welt

Das sieht auch der Bürgermeister so. „Ältere Generationen haben den großen Erfinder nicht unbedingt gleich im Blickfeld“, erzählt er. „Das ist bei dem Nachwuchs völlig anders. Immerhin heißt unsere Grundschule ja nach ihm.“ Da werde schon entsprechender Wert auf die Vermittlung zu seinem Leben und Wirken gelegt. Großen Anteil haben die ehemalige Grundschul-Direktorin Karola Rozanski und das Lehrerkollegium.

Bilder

„Das ist auch gut so, denn auf Hoffmann können wir Gröninger wirklich stolz sein“, führt der Bürgermeister aus. „Ohne ihn wäre die technische Entwicklung wohl noch nicht auf ihrem heutigen Stand. Mit seinem Ringofen hat er die Industrieherstellung von Ziegeln revolutioniert.“ Und seine Idee ist seinerzeit um die Welt gegangen. Im japanischen Nogi-machi beispielsweise weiß man sofort Bescheid, wenn das Gespräch auf den Erfinder kommt. Dort steht ein Ringofen und das Gedenken an den Pionier wird aufrechterhalten.

Seit dem 21. November 2016 wird eine Städtepartnerschaft zwischen Gröningen und Nogi-machi angepeilt. Die Japaner hatten eine Delegation nach Deutschland geschickt, um den Geburtsort des Ofenerfinders kennen zu lernen.

Japaner wissen viel über den Erfinder

Die Gröninger waren seinerzeit regelrecht erstaunt, wie viel ihnen ihre Gäste über Hoffmann erzählen konnten. Dokumente und Zeitungsausschnitte von dem denkwürdigen Besuch sind im Museum zu sehen. Ein eigener Raum beschäftigt sich zudem ausführlich mit dem großen Sohn der Stadt. Lebensläufe, Tafeln mit Bildern, Modellbeispiele, Zeichnungen des Ringofens und sogar eine ausführliche Beschreibung können von neugierigen Besuchern hier gesichtet werden.

Auch die neueren Chroniken der Stadt berichten von Hoffmanns Werk. Somit kann Elke Löcker bei ihrer Zuarbeit zum 200. Geburtstag aus dem Vollen schöpfen. Das Museum verfügt über einen großen Fundus dazu. Der in Gröningen geborene Friedrich Eduard Hoffmann erwarb ab 1858 in Preußen und weiteren deutschen Ländern Patente für seinen Ringofen, dazu gesellten sich europäische Länder, die USA und Russland. 1867 erhielt er auf der Pariser Weltausstellung den „Grand Prix“. Damit war dem internationalen Durchbruch keine Grenze mehr gesetzt. Um 1900 gab es in der Welt 4000 Ringöfen in den wichtigsten europäischen Staaten, Nord- und Südamerika und Asien. In Zehdenick (Zerbst) ist noch ein Exemplar erhalten geblieben.

Ringöfen waren Allesbrenner

Der Vorteil der Hoffmannschen Öfen liegt in der enormen Brennstoffeinsparung. Sie waren Allesbrenner, in denen sogar Heidekraut, Sägespäne und Torf zum Einsatz kommen konnten. Die ovale, statt der bis dahin kreisrunden Gestalt, erspart außerdem Baumasse und sorgt zudem für eine Steigerung der Arbeitsproduktivität.

Hoffmann gründete im Jahr 1865 den Verein deutscher Ziegelfabrikanten. Als Regierungsbaurat verstarb er am 3. Dezember 1900 im schlesischen Siegersdorf, beigesetzt wurde er in Berlin. Ein Bild von seinem Grabmal findet sich ebenfalls im Gröninger Museum. Gewürdigt wurde der Erfinder schon zu Lebzeiten. Spätere Publikationen finden sich 1958 in der Oxforder „History of Technologie“, 1980 in der „Jungen Welt“ und 1985 im Heft elf der „Ziegelindustrie“ Wiesbaden.