Oschersleben l Die Puschkin-Sekundarschule blickt einmal mehr über die Ufer der Bode hinweg und stellt sich mit einem weiteren Erasmus+-Projekt internationaler auf. Bis in das Jahr 2022 fördert die EU das Projekt „Strategische Schulpartnerschaft“. Gestartet ist das Projekt offiziell am 1. September.

Als die Puschkin-Sekundarschule den Zuschlag für die besonderen Schulpartnerschaften erhielt, wurden erste Kontakte mit Schulen in Vinkerti in Ungarn und Voru in Estland geknüpft. Dabei half die Internetplattform „school education gateway“. Diese ist die zentrale Anlaufstelle für Lehrkräfte, Schulleiter oder auch Politiker. Im Fokus der Erasmus+-Schulpartnerschaften stehen Begegnungen von Schülern und ihren Lehrkräften. Die Projektarbeit sollte sich Themen wie demokratischer Bildung oder der Vermittlung interkultureller Kompetenzen und Toleranz in der Schule widmen. Normalerweise sieht das Projekt auch Langzeitaufenthalte von Kindern und Jugendlichen an einer Partnerschule vor. Das würde entsprechend auch gefördert. Aber in Corona-Zeiten ist nichts normal und so müssen die Schüleraustausche erst einmal warten, zumindest was das Reisen anbelangt, ein Austausch erfolgt dennoch, eben digital. Es wird getwittert oder sich über Instagram ausgetauscht. Andererseits erstreckt sich der von der EU geförderte Zeitraum für das Projekt bis in das Jahr 2022. Es bleibt also die Hoffnung, dass ein Austausch der Schüler über Ländergrenzen hinweg doch noch möglich wird.

Brennen fürs Projekt

An der Puschkin-Sekundarschule weiß Schulleiterin Astrid Ribke mit Felix Schumacher einen Lehrer an ihrer Seite, der für das Erasmus-Projekt brennt, und sich vor allem um den 60 Seiten starken Förderantrag, der bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt zu stellen war, verdient gemacht hat.

Die Themen, die für das internationale Schüleraustausch-Projekt ausgewählt wurden, gelten tatsächlich über Landergrenzen hinweg. So sollen beispielsweise Klima-Detektive an den Schulen ausgebildet werden mit dem Ziel, lokal und zugleich global zu handeln, die Gefahren des Klimawandels darzustellen und Strategien zu entwickeln, wie gegengesteuert werden könnte. „Wir planen kleinere Projekte, die sich mit dem Umweltschutz, Müllvermeidung und mit der Artenvielfalt beschäftigen werden. Eben weil ein Schüleraustausch nicht möglich ist, wollen wir einen Podcast produzieren“, berichtet Felix Schumacher. Ziel der Projekte sei es, Müll im Alltag zu reduzieren, hier können auch die Schüler einen Beitrag leisten, in dem sie beispielsweise hinterfragen, wie ihr Pausenbrot verpackt ist.

Zum Thema Artenvielfalt berichtet Felix Schumacher, dass Insektenhotels in der Schule gebaut werden, auch Exkursionen in den Harz geplant seien.

Über Umwelt informieren

„In jedem Fall wollen wir so viele Schüler wie möglich in die Projekte einbinden“, so der Koordinator des Projektes. Sollte irgendwann das Reisen doch möglich sein, bieten die Partnerschulen gute Bedingungen, sich auch dort über die Umwelt und Natur zu informieren, denn sie befinden sich beide in der Nähe von Nationalparks. Der Austausch mit den Partnerschulen zu den genannten Themen erfolgt per Email oder via Video-Anrufe. „Auf dem Internetportal ‚school eduacation gateway‘ waren deutlich mehr Schulen auch in anderen Ländern zu finden. Um eine Auswahl treffen zu können, haben wir die Schulsysteme verglichen. Auch spielte eine Rolle, dass beispielsweise Estland beim digitalen Lernen bereits technisch sehr weit voran geschritten ist, dass die ungarische Schule sich bereits an anderen Projekten beteiligt habe“, berichtet Felix Schumacher.

Vom 15. bis 17. Oktober fanden in ganz Europa die ErasmusDays statt. Klar, dass sich die Puschkin-Sekundarschule mit einer besonderen Aktion daran beteiligt. Die Sekundarschüler waren aufgerufen, sich im Rahmen eines Wettbewerbs, Gedanken um ein Logo zum Thema „Klima-Detektive im Einsatz – Global denken, Lokal handeln“ für das neue Erasmus-Projekt zu machen. Bis zum 10. Oktober war Zeit, die Entwürfe bei einer Jury einzureichen. Schüler der 7, 8. und 10 Klassen haben Vorschläge eingereicht. Zehn beste Entwürfe wurden ausgewählt. Die Gestalter jener Entwürfe bekamen am ErasmusDay, der in der Puschkinschule am 16. Oktober stattfand, die Gelegenheit, sich nochmals mit ihren Logo-Entwürfen zu beschäftigen. Schließlich werden alle Schüler und Lehrer abstimmen und das Logo auswählen. Der Schüler, dessen Entwurf das Rennen um das Logo macht, darf sich über einen Kino-Gutschein freuen.

Auch die Partnerschulen in Estland und Ungarn beteiligten sich am ErasmusDay. Über einen Twitter-Account gingen die Gedanken hin und her.