Gotteshaus

Turm der Kirche in Hordorf wird komplett saniert

Der neue Ringanker ist bereits gegossen. Ist dieser gehärtet, kann ein neues Dach auf den Turm von St. Stephanus in Hordorf gesetzt werden. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Rettung des Gotteshauses getan.

Das Dach des Kirchturmes ist herunter genommen, ein neuer Ringanker bereits gegossen. Ohne Dach ist der Blick von oben auf den Glockenstuhl möglich.
Das Dach des Kirchturmes ist herunter genommen, ein neuer Ringanker bereits gegossen. Ohne Dach ist der Blick von oben auf den Glockenstuhl möglich. Foto: Yvonne Heyer

Von Yvonne Heyer - Hordorf l Die Möglichkeit, von oben in den Glockenstuhl eines Kirchturmes hineinzuschauen, bekommt der Mensch nicht alle Tage. Also heißt es, die Zähne zusammen zu beißen und tapfer das Gerüst bis nach oben hinauf zu steigen. Der Blick ist tatsächlich einmalig. An der Hordorfer St. Stephanus Kirche hat die Sanierung des Kirchturmes begonnen. Die völlig desolate Dachhaube ist heruntergenommen. Damit der Turm die neue Dachhaube tragen kann, musste zunächst in luftiger Höhe ein neuer Ringanker aus Beton gegossen werden.

Das Dach oder die Dachhaube als 3,50 Meter hohes Notdach konzipiert, könne in der nächsten Woche aufgesetzt werden. Da der Kirchturm bislang große Risse aufwies, werden im Innern des Turmes drei weitere Ringanker gegossen, um die Stabilität und den Halt des Turmes zu erhöhen. „Wir wissen heute auch, dass die Risse nicht von der Glocke ausgehen. Die angebrachten Gipsplomben sind nicht weiter gerissen“, erklärt Frauke Julius als Vorsitzende des Gemeindekirchenrates.

Um den „ruinösen“ Charakter des Turmes, des alten Mauerwerkes, zu erhalten, werde die Fassade lediglich mit einer Schlämme überzogen. Auf dieser Weise werden auch die Fugen des Mauerwerks stabilisiert.

Nach der Rettung des Kirchenschiffes durch den Förderverein von St. Stephanus ist die Sanierung des Kirchturms aus dem Fonds „Kulturerbe erhalten“ der Investitionsbank Sachsen-Anhalt möglich geworden. Mittel der EU und des Landes Sachsen-Anhalt machen eine Förderung der Kirchturmsanierung zu 90 Prozent möglich. Beantragt wurden die Mittel über die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Börde des Leader-Managements. Für den Hordorfer Kirchturm bedeutet das konkret, dass die Gesamtinvestitionssumme von 249.510 Euro mit 224.559 Euro gefördert wird. Aus dem Baulastfond des Kirchenkreises Egeln fließen 23.000 Euro in die Sanierung des Kirchturmes, 1000 Euro schießt die Kirchengemeinde zu. „Bauherr ist die Hordorfer Kirchengemeinde, die im Gegensatz zum Kirchenschiff Eigentümer des Kirchturmes ist“, berichtet Frauke Julius. Im Oktober dieses Jahres muss das Bauvorhaben abgeschlossen sein.