Biontech-Spritze

Ü-80 und einige mehr: In Hötensleben endet die erste Runde fürs dezentrale Impfangebot des Landkreises Börde

Von Ronny Schoof
Der Hötensleber Heinz Blase (84) ließ sich am Freitagvormittag im Dorfgemeinschaftshaus impfen . Foto: Ronny Schoof

Hötensleben

So viel Betriebsamkeit wie seit vielen Monaten nicht breitet sich am Freitagmorgen im altehrwürdigen Rat- beziehungsweise Dorfgemeinschaftshaus aus. Vom Ratssaal bis zum Bürgermeisterbüro ein emsiges, aber wohlgeordnetes Wuseln und eine Geräuschkulisse fast wie auf einem Großstadtbahnhof. Ratsmitglied Detlef Bratzke fungiert als „Türsteher“, kontrolliert mit dem Infrarot-Thermometer, ob ein Besucher erhöhte Körpertemperatur aufweist. Elvira Scheibel, Gattin des Bürgermeisters, kümmert sich um die Anmeldebögen, und im Flur dahinter sorgt eine Handvoll weiterer ehrenamtlicher Helfer dafür, dass die Impfpersonen vom Wartebereich übers Piksen bis zum Ruheraum in guten betreuenden Händen sind.

Obere Aller an letzter Stelle

Hötensleben ist nach Eilsleben und Harbke nun an der Reihe für das im März zwischen der Verbandsgemeinde Obere Aller und dem Landkreis Börde vereinbarte dezentrale Impfen der Bevölkerungsgruppe Ü-80 und bildet damit den Abschluss dieses ersten Parts der Impfkampagne. Begonnen hatte sie Mitte März in Wanzleben und Wolmirstedt. Die Obere Aller steht in der vom Landkreis erstellten Prioritätenliste an letzter Stelle. Was für Verbandsgemeindebürgermeister Frank Frenkel allerdings kein Problem darstellt: „In allen Gebieten von Beginn an gleichzeitig zu impfen, war nicht möglich. Deshalb wurden darüber klare Absprachen mit dem Landkreis getroffen und eine Art Ranking erstellt, das sehr nachvollziehbar die Reihenfolge festlegte.“

Landrat Martin Stichnoth, der am Freitag ebenfalls persönlich vor Ort war, um sich ein Bild vom Ablauf im Hötensleber Impflokal zu machen, bestätigte: „Es waren teils sehr marginale Unterschiede zwischen den Gemeinden, die den Ausschlag im Ranking gaben. Aber es wäre logistisch, zeitlich und personell gesehen nicht sehr sinnvoll gewesen, den verfügbaren Impfstoff gleichmäßig über den Landkreis zu verteilen.“ Unterm Strich bewertet Stichnoth die dezentrale Impfkampagne des Landkreises positiv: „Ich freue mich über jede Einrichtung, die von den Gemeinden zur Verfügung gestellt wird.“

Keine Probleme in Harbke und Eilsleben

In Harbke war das von Dienstag bis Donnerstag das Kulturhaus „Neue Heimat“. 250 Erstdosen des Herstellers Biontech wurden dort verimpft. Bürgermeister Werner Müller berichtet: „Es lief alles reibungslos, die vorgebuchten Termine wurden gut angenommen.“ Das gilt auch für Eilsleben, wo zuvor in der Sporthalle das dezentrale Ü-80-Impfen in der Oberen Aller seinen Anfang genommen hatte. Dort wurden binnen dreier Tage rund 270 Personen geimpft.

Eine davon war Ilse Deumeland aus Ovelgünne. Sie schreibt in einem Leserbrief an die Volksstimme: „Ich möchte mich bei der Verbandsgemeinde Obere Aller bedanken. Sie hat es möglich gemacht, ein Impfzentrum in der Turnhalle in Eilsleben einzurichten. So brauchten die älteren Menschen nicht bis nach Haldensleben zu fahren. Allen Ärzten und den vielen Helfern sage ich danke. Es war alles gut organisiert. Und Ende Mai bekommen dann alle Menschen, die jetzt anwesend waren ihre zweite Impfung – auch wieder in der Sporthalle.“

Zweite Runde ab Ende Mai

Im Hötensleber Dorfgemeinschaftshaus sind das Ärzteteam und seine freiwilligen Helfer am Montag noch einmal im Einsatz. „Dort werden dann knapp über 200 Leute geimpft worden sein“, so Matthias Treu, Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Oberen Aller, der die Aktion in der Verbandsgemeinde koordiniert. Insgesamt seien an den acht Tagen dann rund 730 Personen erstgeimpft worden. Das sind sogar noch gut hundert mehr als in der Anfangsplanung aufgeführt waren. „Was vor allem daran liegt, dass nicht nur über 80-Jährige geimpft wurden, sondern auch schon Peronen aus den anderen Prioritätsgruppen, wie zum Beispiel Lehrer“, erklärt Treu.

Der Fahrplan für die Zweittermine ist bereits getaktet. Demnach wird die Impfvervollständigung auf demselben Weg wie Teil eins vonstatten gehen, am 27. Mai in Eilsleben beginnen (Sporthalle), in Harbke fortgesetzt (Kulturhaus) und in Hötensleben (Dorfgemeinschaftshaus) am 7. Juni enden.

Erste Impfpatientin in Harbke war am Dienstag Heidi Altmann (83), hier in Begleitung von Helferin Christiana Schleinitz.
Foto: W. Müller