Landtagswahl

Wolfgang Zahn will die Bürokratie auf den Prüfstand stellen

Am 6. Juni wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Die Volksstimme stellt die Kandidaten vor, die sich im Wahlkreis 9 Oschersleben-Wanzleben um ein Mandat bewerben. Im Porträt: Wolfgang Zahn (SPD.)

Wolfgang Zahn tritt bei der Landtagswahl 2021 im Wahlkreis 9 als Direktkandidat der SPD an.
Wolfgang Zahn tritt bei der Landtagswahl 2021 im Wahlkreis 9 als Direktkandidat der SPD an. André Ziegenmeyer

André Ziegenmeyer - Hornhausen l Etwas, das Wolfgang Zahn auszeichnet, ist seine Hartnäckigkeit. Seit den 1990er Jahren engagiert sich der 59-Jährige auf verschiedenen politischen Ebenen, ob als Mitglied des Hornhäuser Ortschaftsrates, des Oschersleber Stadtrates oder als Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag. Es ist bereits seine dritte Kandidatur für den Landtag.

„Ich möchte nicht gewählt werden, weil ich den Menschen etwas verspreche. Ich möchte für meine jahrelangen Aktivitäten in der Börde gewählt werden. Für das, was ich mit viel Kraft und Zeit für die Menschen getan habe“, so der Direktkandidat. Ein wichtiger Erfolg sei zum Beispiel der Bürgerentscheid zum Erhalt des Oschersleber Freibades gewesen. Auch für die Zukunft der Förderschulen in Wefensleben und Hamersleben habe er sich maßgeblich stark gemacht, so Zahn

Was ihn kennzeichne, sei seine Fähigkeit zuzuhören und im Interesse der Menschen an Themen dranzubleiben. „Ich habe im Bereich der Kommunalpolitik viel Erfahrung. Ich kenne mich in den Gemeinden und den Vereinen aus, aber auch in den Ministerien und im Landtag“, sagt der 59-Jährige. Nach der Landtagswahl sei er für ein „starkes Zweierbündnis“ aus CDU und SPD. Darüber hinaus stehe er für einen „knallharten Bürokratieabbau“. Gerade wenn Fördermittel im Spiel sind, seien viele Prozesse zu langwierig und schwerfällig. „Den damit verbundenen Aufwand bekommt kaum noch einer gestemmt, egal ob Verein oder Kommune. Es muss etwas passieren, sonst verwalten wir uns nur noch selbst“, so der SPD-Kandidat.

Entsprechend wolle er sich dafür einsetzen, einen großen Teil der Fördertöpfe im Baubereich zu streichen. Das Geld solle den Kommunen als Investzulage direkt zur Verfügung gestellt werden. Denn vor Ort säßen die Entscheidungsträger, die am besten wüssten, was zu machen sei. Natürlich gebe es auch Förderprogramme auf Bundes- und EU-Ebene. Dazu erklärt Zahn: „Ich werde nicht die Welt umkrempeln. Aber ich muss dafür sorgen, dass etwas passiert.“

Wichtig sei ihm außerdem, dass Kommunen über genug Mittel für die sogenannten freiwilligen Aufgaben verfügen. Dazu gehören beispielsweise die Vereins- und Kulturförderung. Solche Investitionen dürften keiner Haushaltssperre oder -konsolidierung zum Opfer fallen.

Nicht zuletzt bräuchten politische Gremien gegenüber den Verwaltungen wieder mehr Handlungsspielraum. Dieser sei aufgrund von immer mehr Leitlinien und Vorgaben in den letzten Jahrzehnten geschrumpft. Hier spiele der Bürokratieabbau ebenfalls eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus möchte sich Wolfgang Zahn für die Schulen engagieren. „Was im Schulsystem in den letzten 20 Jahren fabriziert wurde, geht auf keine Kuhhaut“, erklärt er. Auch wenn die SPD dabei ebenfalls eine Rolle gespielt habe. Es brauche weniger Vorgaben durch Schulämter und Behören und stattdessen flexiblere Handlungsmöglichkeiten. Gerade in die Lehrqualität müsse investiert werden.

Das Thema Umweltschutz liege ihm ebenfalls am Herzen, aber „nicht so radikal“ wie bei den Grünen. In seinen Augen brauche es beispielsweise ein groß angelegtes Baumpflanzungsprogramm für Sachsen-Anhalt. Bei Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sei es wenig sinnvoll, landwirtschaftliche Flächen zu nutzen, um dort Bäume zu pflanzen. Stattdessen sollten Industriebrachen abgerissen und entsiegelt werden, um neue Grünflächen zu schaffen. Zum Abschluss verspricht Zahn: „Ich möchte für die Menschen ein Ansprechpartner sein - und zwar bei allen Themen, die sie bewegen.“